Fluglinien: Air Berlin verkauft Vielfliegerprogramm an Etihad

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft verkauft ihr Vielfliegerprogramm. 70 Prozent des Air-Berlin-Bonusprogramms soll künftig der arabische Partner Etihad Airways halten. Air Berlin erhält 184 Millionen Euro.

Frankfurt am Main - Mit dem Verkauf nimmt Air Berlin dringend benötigtes Geld für die Konzernsanierung ein: Die Mehrheit an dem Programm "Topbonus" werde für 184 Millionen Euro an Großaktionär Etihad veräußert, teilte die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft am Dienstag mit. Das Geld solle noch in diesem Jahr fließen. Das Unternehmen aus der Golf-Metropole Abu Dhabi soll künftig 70 Prozent an dem Bonusprogramm halten, Air Berlin 30 Prozent.

Etihad ist bereits Partner in dem Vielfliegerprogramm, das drei Millionen Mitglieder zählt. An der Börse wurde die Nachricht positiv aufgenommen: Air-Berlin-Aktien legten zeitweise knapp sechs Prozent zu. Der Verkaufspreis sei "substantiell und am oberen Ende der Erwartungen", sagte Analyst Robert Czerwensky von der DZ Bank.

Der Lufthansa -Rivale will mit dem Verkauf seine Ertragssituation verbessern. Die von Joachim Hunold gegründete Airline hat sich nach einer übereilten Expansion einen harten Sanierungskurs verordnet, dem auch Jobs zum Opfer fallen könnten. Ein Nachrichtensender hatte im November berichtet, Air Berlin wolle 900 Stellen abbauen - das wäre jeder zehnte Job.

Mehdorn: "Mehr erreicht, als wir erhofft haben"

Zumindest brachte das Fluggeschäft jüngst wieder Geld, nachdem hier in der ersten Jahreshälfte noch Verluste zu Buche schlugen. Im dritten Quartal stieg der Betriebsgewinn um fünf Prozent auf 101 Millionen Euro. Großes Ziel von Konzernchef Hartmut Mehdorn ist der Sprung in die schwarzen Zahlen. "Wir gehen heute davon aus, dass wir 2012 einen Gewinn darstellen können", sagte der Ex-Bahn-Chef, ohne zu verraten, ob es sich um das operative oder das Nettoergebnis handelt.

Im kommenden Jahr solle das Ergebnis verbessert werden, dafür seien aber noch bestimmte Maßnahmen nötig. Welche dies seien und ob ein Personalabbau dafür erforderlich sei, werde das Unternehmen Anfang 2013 verkünden. Im Gesamtjahr hat Air Berlin zuletzt 2007 einen Nettogewinn eingeflogen. Um über die Runden zu kommen, hat die Fluglinie vor einem Jahr Etihad an Bord geholt.

Der neue Partner sicherte sich 30 Prozent der Aktien und stellte ein Darlehen über 255 Millionen Dollar zur Verfügung. Die beiden Gesellschaften haben seitdem ihre Flugpläne aufeinander abgestimmt und erledigen teilweise die Wartung der Flugzeuge zusammen, um die Kosten zu senken. Die Partnerschaft habe sich ausgezahlt, betonte Mehdorn. "Wir haben mehr erreicht, als wir uns erhofft haben." Gemeinsam hätten beide Unternehmen mehr als 100 Millionen Euro an zusätzlichen Erlösen erwirtschaftet.

cte/Reuters

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