Tarifstreit bei Air France Kein neuer Streikaufruf geplant

Die Airline könnte vor dem Aus stehen, warnt Frankreichs Wirtschaftsminister Le Maire: Nach mehreren Streiks bricht die Air-France-Aktie dramatisch ein. Die Gewerkschaften wollen nun verhandeln.

Air-France-Flieger
REUTERS

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Im erbitterten Tarifstreit bei Air France hat sich eine leichte Entspannung angekündigt: Die Weiterführung der Streiks in den nächsten Tagen werde nicht wie geplant stattfinden, kündigten zwei französische Gewerkschaftsmitarbeiter an. Demnach werde es erst mal keine weiteren Streikaufrufe geben. Stattdessen wollten sich Gewerkschaftsvertreter mit Mitgliedern des Air-France-Managements zusammensetzen.

Der Aktienkurs des französisch-niederländischen Mutterkonzerns Air France-KLM Chart zeigenwar um fast zehn Prozent eingebrochen, nachdem Mitarbeiter sich geweigert hatten, ein Gehaltspaket des Tarifpartners anzunehmen. Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire warnte daraufhin vor dem Ende von Air France. Am Freitag hatte Vorstandschef Jean-Marc Janaillac nach einer Mitarbeiterumfrage seinen Rücktritt angekündigt.

Streik an 13 Tagen

Seit Ende Februar haben Beschäftigte von Air France an insgesamt 13 Tagen gestreikt. Die Ausstände kosteten die Fluggesellschaft im ersten Quartal 75 Millionen Euro.

Die französischen Gewerkschaften fordern für die Air-France-Beschäftigten eine sofortige Gehaltserhöhung um 5,1 Prozent, nachdem der Konzern seinen Gewinn 2017 kräftig gesteigert hatte. Das Unternehmen hatte sieben Prozent verteilt über vier Jahre angeboten.

ans/Reuters



insgesamt 5 Beiträge
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celebraler_kortex 07.05.2018
1. Gewinnsteigerung?
AIR France - KLM WKN: 855111 Umsatz in den letzten 5 Jahren unverändert. Gewinn vor Steuern 2016: 823 Mio € Gewinn vor Steuern 2017: minus 517 Mio € Dividende 2017 erwartet: 0 €. Unter einer "kräftigen Gewinnsteigerung" hätte ich mir etwas anderes vorgestellt.
Mike1267 07.05.2018
2. Immer das selbe Märchen...
"Das Ende von Air France" - mit dem selben Märchen sollten damals die LH-Piloten eingeschüchtert werden. Nachdem der harte Konflikt dann doch irgendwann beendet war, durften die wahren Zahlen veröffentlicht werden: ein Rekordgewinn nach dem anderen. Die Lufthansa stand auch vor der Air Berlin-Pleite besser da als je zuvor in ihrer Geschichte. Die Lufthansa-Piloten haben sich nicht für dumm verkaufen lassen und die bei Air France sollten es auch nicht tun.
quark2@mailinator.com 08.05.2018
3.
Das ist ja das Absurde am Streikrecht - einen Betrieb zu bestreiken schadet der Belegschaft auch selbst, denn es schwächt den Laden in Relation zur Konkurenz. Aber für politische Änderungen, welche etwa eine generell fairere Verteilung des Erwirtschafteten bewirken könnten, darf man (zumindest in DE) nicht streiken. Immer nur fürs direkte Eigeninteresse, dem man mit dem Streik aber auch schadet.
Steve111 08.05.2018
4. Die Rolle des Staates in Frankreich
In Frankreich wird generell gern und schnell gestreikt, weil man der Auffassung ist , dass bei finanzieller Not im Zweifelsfall immer der Staat einspringen wird, um den Betrieb zu retten. So, wie es auch bei PSA geschehen ist. Sehr guter Gedanke seitens der Regierung, da den Streikhanseln, die mit ihren spontanen Streiks bereits seit März immer wieder den Flugbetrieb sabotieren, mal eine klare Ansage zu machen.
rz231 08.05.2018
5. ich weiß schon
warum ich AF bei Flügen absolut vermeide. Dieses Lotteriespiel muss ich nicht haben. Schade eigentlich - aber die Arbeitnehmer sägen den Ast auf dem sie sitzen selbst ab.
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