Führungswechsel Benjamin Smith wird Chef von Air France-KLM

Monatelang wurde Air France-KLM von einem Übergangsteam geführt, nun steht der Name des neuen Chefs fest: Benjamin Smith. Französische Gewerkschaften kritisieren die Ernennung des Kanadiers.

Benjamin Smith
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Der kanadische Manager Benjamin Smith übernimmt das Ruder bei der französisch-niederländischen Fluggesellschaft Air France-KLM. Smith - bislang Vize-Chef bei Air Canada - soll spätestens ab Ende September die Geschäfte führen, teilte das Unternehmen mit.

Smith tritt damit die Nachfolge des im Mai zurückgetretenen Konzernchefs Jean-Marc Janaillac an. Ein monatelanger Streit zwischen Gewerkschaften und Management hatte das Unternehmen in schwere Turbulenzen gebracht. Insgesamt gab es 15 Streiktage, die den Konzern im ersten Halbjahr 335 Millionen Euro kosteten. Janaillac war zurückgetreten, nachdem die Mitarbeiter den jüngsten Gehaltsvorschlag der Firmenspitze als Kompromiss abgelehnt hatten. Seit dem Rücktritt führt ein Übergangsmanagement die Fluggesellschaft.

Die Ernennung des kanadischen Managers wurde von französischen Gewerkschaften stark kritisiert. Es sei "unvorstellbar", dass Air France "in die Hände eines ausländischen Managers fällt", dessen Kandidatur angeblich von einem Konkurrenz-Konzern unterstützt werde, teilte ein Bündnis aus neun Gewerkschaften mit. Es verwies damit auf die US-Fluggesellschaft Delta, die 8,8 Prozent an Air France-KLM hält.

Die Gewerkschaften argumentierten, andere Länder legten bei ihren Fluggesellschaften einen "hartnäckigen Protektionismus" an den Tag. "Wie kann man es in diesem Kontext (…) zulassen, dass Air France in ausländische Hände fällt?" Der französische Staat hält über 14 Prozent an der französisch-niederländischen Fluggesellschaft.

kmy/dpa



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DerBlicker 17.08.2018
1. Ausländerfeindlichkeit pur
Dieses unglaubliche Benehmen der französischen Gewerkschaften darf Ihnen der Staat nicht durchgehen lassen. Wer sich nur an der Nationalität eines Managers stört und inhaltlich keine Kritik vorträgt , der hat keinen Anstand. Es wird Zeit, dass gerade in Frankreich mehr internationale Manager tätig werden, denn die französische Wirtschaft schmort viel zu sehr im eigenen Saft und ist auch deshalb kaum noch international konkurrenzfähig.
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