Nach Chefrücktritt im Tarifstreit Air France-KLM besetzt Spitzenposten neu

Mitten in einem harten Tarifkampf wechselt der Luftfahrtkonzern Air France-KLM die Führungsspitze. Der bisherige Finanzvorstand Frédéric Gagey übernimmt nach dem Rücktritt von Jean-Marc Janaillac vorerst den Chefposten.

Interimschef von Air France-KLM: Frederic Gagey
REUTERS

Interimschef von Air France-KLM: Frederic Gagey


Die Fluggesellschaft Air France-KLM macht ihren Finanzvorstand Frédéric Gagey zum Übergangskonzernchef. Er löst den bisherigen Chef Jean-Marc Janaillac ab, der vor einer Woche seinen Rücktritt angekündigt hatte. Grund dafür war, dass sich die Mitarbeiter mehrheitlich gegen einen Gehaltsvorschlag Janaillacs ausgesprochen hatten, der den harten Tarifkonflikt bei Air France lösen sollte.

Allerdings soll Gagey nicht die volle Machtfülle erhalten. Wie der französisch-niederländische Konzern mitteilte, wird Gagey Sprecher eines dreiköpfigen Management-Teams, zu dem auch Air-France-Chef Franck Terner und KLM-Chef Pieter Elbers gehören. Alle drei sollen ihre bisherigen Aufgaben parallel weiterführen. Gagey habe nicht das Mandat, Entscheidungen zu treffen, die die vom Aufsichtsrat beschlossene Wachstumsstrategie gefährden könnten.

Air-France-Chef Franck Terner
AFP

Air-France-Chef Franck Terner

Zudem wurde die frühere französische Staatssekretärin Anne-Marie Couderc zur vorläufigen Verwaltungsratschefin berufen. Die 68-Jährige soll helfen, den Tarifstreit mit der Belegschaft zu schlichten. Couderc gilt als erfahrene Managerin mit Verbindungen in die Politik. Sie leitete zuletzt die Pressevertriebs-Gesellschaft Presstalis. In den Neunzigerjahren gehörte sie als Staatssekretärin für Arbeit mehreren konservativen Regierungen in Frankreich an.

Air France-KLM-Verwaltungsratschefin Couderc
AFP

Air France-KLM-Verwaltungsratschefin Couderc

Die Mitarbeiter der Airline streiken seit Februar für mehr Geld, ein Ende des kostspieligen Tarifkonflikts ist nicht in Sicht. Die Gewerkschaften fordern 5,1 Prozent mehr Lohn für dieses Jahr. Janaillac hatte sieben Prozent gestreckt über vier Jahre angeboten. Mit der Abstimmung wollte Janaillac eigentlich die französischen Gewerkschaften unter Druck setzen, die sich nun allerdings gestärkt sehen. Der französische Staat hält gut 14 Prozent des Kapitals an Air France-KLM.

fdi/Reuters/AFP

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