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06. Oktober 2017, 14:05 Uhr

Mutmaßliche Schmiergeldzahlungen

Airbus droht Korruptionsprozess

Von , , , Gunther Latsch, und

Airbus steckt tief in einem Korruptionsskandal. Dabei geht es um mögliche Schmiergeldzahlungen und schwarze Kassen. Nach SPIEGEL-Informationen wollen Münchner Staatsanwälte bald Anklage erheben.

Der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus wird von einem großen Korruptionsskandal erschüttert. Nach SPIEGEL-Informationen geht es dabei um den Einsatz externer Berater und ein angebliches System schwarzer Kassen. Damit soll das deutsch-französische Unternehmen in den vergangenen Jahren den Verkauf ziviler und militärischer Flugzeuge etwa in Indonesien, Kasachstan oder China angeschoben haben.

Nach Informationen des SPIEGEL sind interne Ermittler auf mehr als 100 mögliche Korruptionszahlungen in dreistelliger Millionenhöhe gestoßen. Auf einem internen Treffen mit Spitzenmanagern im Juni sagte Vorstandschef Tom Enders: "Wir sind in einer todernsten Lage." Das Unternehmen hatte sich im Jahr 2016 bei der britischen Antikorruptionsbehörde SFO selbst angezeigt. Parallel durchleuchten auch französische und deutsche Behörden das Unternehmen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, droht eine Milliardenstrafe. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL Plus.)

Keimzelle der Korruption soll eine Abteilung des Unternehmens in Paris gewesen sein. Diese war auch beteiligt an der Gründung eines Geflechts aus Briefkastenfirmen rund um die Londoner Firma Vector Aerospace. Es sollte nach Ansicht der Münchner Staatsanwaltschaft dazu dienen, "Schmiergeldzahlungen an Entscheidungsträger (...) in Österreich" zu leisten, die am Kauf von Eurofighter-Kampfflugzeugen beteiligt waren.

Über Vector könnte den Dokumenten zufolge aber auch Schmiergeld für den Verkauf von Verkehrsflugzeugen geflossen sein. Die Münchner Staatsanwaltschaft will deshalb demnächst Anklage erheben.

In den Ermittlungsakten findet sich an verschiedenen Stellen auch der Hinweis, dass Airbus-Chef Enders über den Aufbau von Vector informiert war. Airbus teilte auf Anfrage mit, die Ermittlungen zu unterstützen, widerspricht aber den Staatsanwälten: "Weder die seit Jahren andauernden staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen in München und Wien noch unsere eigenen umfangreichen Untersuchungen haben Anhaltspunkte ergeben, die auf Bestechung im Zusammenhang mit dem Verkauf von Eurofighter-Flugzeugen nach Österreich hindeuten."

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