Wettkampf mit Boeing Airbus erwägt offenbar Super-Langstreckenversion des A321

Der Flugzeugbauer Airbus will mit einer Neuauflage des A321 ein Ultralangstreckenmodell auf den Markt bringen - und damit gegen den Boeing-Konzern punkten.

Airbus A321
REUTERS

Airbus A321


Im Wettbewerb mit dem Erzkonkurrenten Boeing erwägt der Flugzeugbauer Airbus Branchenkreisen zufolge, seinen Mittelstreckenjet A321neo für noch längere Flugstrecken tauglich zu machen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf einen Insider.

Die Super-Langstreckenversion des Airbus-Modells solle die Reichweite der bereits fliegenden Variante A321LR (Long Range) übertreffen, die Strecken von 4000 nautischen Meilen schafft. Das entspricht einer Reichweite von etwa 7400 Kilometern, also einem Direktflug von Berlin nach Washington.

Derart lange Routen waren früher die Domäne von Großraumjets mit zwei Mittelgängen. Der A321 ist schmaler und verfügt nur über einen Gang. Mit einer Ultralangstreckenversion würde der deutsch-französische Konzern vermutlich auf Bestellungen von US-Fluggesellschaften hoffen.

Konkurrenzkampf mit Boeing

Hintergrund der Überlegungen ist offenbar der Konkurrenzkampf mit Boeing. Beide Konzerne kämpfen um die Vormachtstellung im Segment mit Flugzeugen, die eine Kapazität zwischen 200 und 270 Sitzen haben.

Dabei haben sie in unterschiedlichen Bereichen Erfolg: Airbus dominiert mit dem A321 das untere Ende dieser Skala. Dagegen ist Boeing mit dem Großraumjet 787 bei Fluggesellschaften, die mehr Platz brauchen, erfolgreich.

Boeing möchte in seiner Modellpalette die Lücke zwischen den Mittelstreckenjets der 737-Reihe und dem kleinsten Großraumjet 787 "Dreamliner" schließen. Boeing spricht seit Längerem über den Bau eines solchen Flugzeugs, das die "Mitte des Marktes" füllen und der nicht mehr gebauten Boeing 757 nachfolgen soll. In der Branche wird spekuliert, dass die Boeing-Führung ihre Pläne im Juli bei der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough bekannt gibt.

Wenn der US-Konzern den Flieger wirklich baut, dürfte er nach bisherigen Aussagen des Managements Boeing 797 heißen.

Der europäische Konkurrent Airbus hatte sich mit seiner A321neo und deren LR-Version bisher offiziell immer gut gerüstet gesehen.

cop/Reuters/dpa-AFX



insgesamt 5 Beiträge
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NauMax 18.06.2018
1.
Airbus bräuchte etwas von der Größe der A310, nur mit modernster Technologie. Ansonsten geht auch dieser Markt komplett an Boeing.
fahrgast07 18.06.2018
2. Leere Mitte
Die Mitte des Marktes wird spannend. Beide Hersteller hatten entsprechende Modelle eingestellt, Boeing die 757 und 767, Airbus den A310. Airbus wird sicher auch einen längeren "A322" bringen, das wäre ein Renner. Boeing müsste mit einer teuren Neuentwicklung entgegentreten - oder die alte 757 erneuern.
dunnhaupt 18.06.2018
3. Die meistgefragte mittlere Größe
Die USA und China sind die beiden wichtigsten Verbraucher für den einheimischen Flugverkehr. Maschinen mittlerer Größe werden überwiegend für diesen lokalen Linienverkehr eingesetzt. Boeing dominiert diesen Markt zu 100%.
NauMax 19.06.2018
4.
Zitat von fahrgast07Die Mitte des Marktes wird spannend. Beide Hersteller hatten entsprechende Modelle eingestellt, Boeing die 757 und 767, Airbus den A310. Airbus wird sicher auch einen längeren "A322" bringen, das wäre ein Renner. Boeing müsste mit einer teuren Neuentwicklung entgegentreten - oder die alte 757 erneuern.
Boeing plant hierfür bereits eine neue Maschine. Die 797 wird wohl am Ende etwa die Größe eine A310 haben.
mullertomas989 04.07.2018
5. Das wird sich einpendeln....
Beide, A321LR (neu) und B797 werden ausreichend Abnehmer finden. Übrigens war auch die B757 als Langstreckenflugzeug nur mit einem Mittelgang ausgestattet... Interessant könnte jetzt auch die Ausstattung des A321LR als Privatjet sein, denn durch die geringere Anzahl an Passagieren dürfte eine deutlich höhere Reichweite möglich werden und gleichzeitig die Landung auf kleineren Flughäfen möglich sein.
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