Arbeitsplätze bei Airbus in Gefahr IG Metall warnt vor über­zogenem Stellenabbau

Wegen einer Auftragsflaute bestimmter Modelle hat Airbus angekündigt, 3700 Jobs in ganz Europa auf den Prüfstand zu stellen. Die IG-Metall warnt nun vor Jobstreichungen - dafür ginge es dem Konzern zu gut.

Arbeiterin im Airbus-Werk in Stade (Niedersachsen)
DPA

Arbeiterin im Airbus-Werk in Stade (Niedersachsen)


Die Gewerkschaft IG Metall hat Airbus angesichts der Debatte um möglichen Produktionssenkungen in einigen deutschen Werken vor einem "überzogenen Stellenabbau" gewarnt. Der Flugzeugbauer habe "insgesamt gut zu tun", sagte der Leiter des norddeutschen IG Metall-Bezirks Küste, Meinhard Geiken. Es sollte daher am Ende möglich sein, "allen betroffenen Mitarbeitern in anderen Programmen am Standort Arbeitsplätze anzubieten".

Das Unternehmen hatte am Mittwoch mitgeteilt, die Auftragsflaute beim Passagierjet A380 und dem Militärtransporter A400M könnte bis zu 3700 Stellen in vier europäischen Ländern betreffen.

Angeblich mehr als 1000 Arbeitsplätze in Deutschland betroffen

Laut der französischen Gewerkschaft Force Ouvrière (FO) sollen 1900 davon in Deutschland sein. Ein Insider sprach von knapp über 1000 Stellen. Demnach geht es allerdings nicht um betriebsbedingte Kündigungen. Das Unternehmen selbst erklärte dazu, es sei "zuversichtlich, den meisten der betroffenen Mitarbeitern neue Stellen innerhalb des Unternehmens anbieten zu können".

Die IG Metall Küste verwies auf den vor mehreren Jahren abgeschlossenen Zukunftstarifvertrag, der betriebsbedingte Kündigungen bei Airbus bis zum Jahr 2020 ausschließt. Diese Bedingung sei Grundlage für den von der Geschäftsleitung angekündigten Dialog über die geplanten Maßnahmen.

Die Gewerkschaft erwarte nun, dass die Arbeitnehmergremien in Deutschland "voll umfänglich" über sämtliche mögliche Auswirkungen informiert würden, um sich ein Bild zu machen.

In Bremen könnten 300 Stellen betroffen sein

Airbus produziert unter anderem an Standorten in Hamburg, Bremen, Stade und Augsburg. Dort werden auch Teile für den Militärtransporter A400M und den Riesen-Airbus A380 gefertigt.

In Bremen stehen nach Angaben des Betriebsrates 300 Stellen auf dem Prüfstand. Auch die Standorte Hamburg und Stade seien betroffen, sagte der Betriebsratsvorsitzende in Bremen Jens Brüggemann. Genaue Zahlen nannte er jedoch nicht.

In Augsburg sollen laut Gewerkschaftsangaben rund 500 Leiharbeiter der Airbus-Tochter Aerotec gehen. Die Mitarbeiter seien in einer Versammlung informiert worden, "dass 300 Zeitarbeitnehmer dieses Jahr und nächstes Jahr 150 bis 200 Zeitarbeitnehmer gehen sollen", berichtete Augsburgs IG-Metall-Chef Michael Leppek.

Der Gewerkschafter sagte, es sei bislang noch nicht klar, ob der Jobverlust für die Leiharbeiter konkret auf die europaweit angekündigten Stellenstreichungen von Airbus zurückzuführen sei.

ans/dpa/dpa-AFX



insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Klaus100 08.03.2018
1. Stellenabbau wegen A380
Die Produktion des A380 ist das Ergebnis französischer Mégalomanie. Aus deutscher Sicht war das Prestigeprojekt völlig unnötig. An den Folgen des Misserfolgs wird Deutschland aber überproportional beteiligt. Wann fangen unsere Politiker endlich an, auch deutsche Interessen einzubringen?
Nordstadtbewohner 08.03.2018
2. Die Gewerkschaften lernen es nicht
"Die Gewerkschaft IG Metall hat Airbus angesichts der Debatte um möglichen Produktionssenkungen in einigen deutschen Werken vor einem "überzogenen Stellenabbau" gewarnt. Der Flugzeugbauer habe "insgesamt gut zu tun", sagte der Leiter des norddeutschen IG Metall-Bezirks Küste" Die IG Metall scheint nicht lernfähig zu sein. Wieder der gleiche Fehlgedanke wie bei Siemens. Es ist nicht die Aufgabe eines internationalen Konzerns, mit Auslandsgewinnen deutsche unrentable Standorte zu subventionieren. Wenn ein Standort sich nicht von allein trägt, muss er geschlossen werden. Ansonsten verliert das Unternehmen Kapital zur weiteren Forschung und Entwicklung. Die freizusetzenden Airbusbeschäftigten werden in Zeiten der Hochkonjunktur woanders eine Anschlussverwendung finden.
Zaunsfeld 08.03.2018
3.
Zitat von Nordstadtbewohner"Die Gewerkschaft IG Metall hat Airbus angesichts der Debatte um möglichen Produktionssenkungen in einigen deutschen Werken vor einem "überzogenen Stellenabbau" gewarnt. Der Flugzeugbauer habe "insgesamt gut zu tun", sagte der Leiter des norddeutschen IG Metall-Bezirks Küste" Die IG Metall scheint nicht lernfähig zu sein. Wieder der gleiche Fehlgedanke wie bei Siemens. Es ist nicht die Aufgabe eines internationalen Konzerns, mit Auslandsgewinnen deutsche unrentable Standorte zu subventionieren. Wenn ein Standort sich nicht von allein trägt, muss er geschlossen werden. Ansonsten verliert das Unternehmen Kapital zur weiteren Forschung und Entwicklung. Die freizusetzenden Airbusbeschäftigten werden in Zeiten der Hochkonjunktur woanders eine Anschlussverwendung finden.
Bemerkenswert dabei ist jedoch, dass der A380 zum größten Teil in Frankreich gebaut wird, dass jedoch fast die Hälfte der Arbeitsplätze in deutschen Werken gestrichen werden soll, während die andere Hälfte auf Frankreich, Spanien und Großbritannien zusammen abfällt. Komisch, oder?
Grummelchen321 08.03.2018
4. Festangestellte
sind wenige betroffen.In erster Linie trifft es dort eingesetzte Leih und Werkvertragsarbeiter.Für die macht die IG Metall wegen der fehlender lobby innerhalb nichts.
redwed11 08.03.2018
5.
Zitat von Nordstadtbewohner"Die Gewerkschaft IG Metall hat Airbus angesichts der Debatte um möglichen Produktionssenkungen in einigen deutschen Werken vor einem "überzogenen Stellenabbau" gewarnt. Der Flugzeugbauer habe "insgesamt gut zu tun", sagte der Leiter des norddeutschen IG Metall-Bezirks Küste" Die IG Metall scheint nicht lernfähig zu sein. Wieder der gleiche Fehlgedanke wie bei Siemens. Es ist nicht die Aufgabe eines internationalen Konzerns, mit Auslandsgewinnen deutsche unrentable Standorte zu subventionieren. Wenn ein Standort sich nicht von allein trägt, muss er geschlossen werden. Ansonsten verliert das Unternehmen Kapital zur weiteren Forschung und Entwicklung. Die freizusetzenden Airbusbeschäftigten werden in Zeiten der Hochkonjunktur woanders eine Anschlussverwendung finden.
Es ist doch Stuss was Sie schreiben. Unternehmensteile werden geschlossen wenn diese nach Ansicht der institutionellen Investoren ,auch Heuschrecken genannt, nicht genug Gewinn abwerfen. Darum geht es genau wie bei Siemens. Wobei bei Siemens von Josef Käser noch brutaler vorgegangen wird. Dort wird das komplette Unternehmen zerschlagen weil sich die Heuschrecken kurzfristig noch höhere Gewinne versprechen. Un Josef Käser ist der willige Vollstrecker bei der Zerschlagung dieses einst führenden Unternehmens. Das Geld welches Siemens bei der Abspaltung der Medizinsparte unter dem Namen Siemens Healthineers wird weder für Forschung und Entwicklung ausgegeben sondern wird den Heuschrecken in den Wertesten aufgrund ihrer grenzenlosen Gier geschoben. Außerdem haben viele Unternehmen schwächelnde Unternehmensteile mitgeschleppt die sich dann als hoch profitabel zeigten. Aber gierige Heuschrecken wollen hohe Gewinne und zwar sofort. Eine langfristige Strategie lässt sich mit den Heuschrecken nicht machen. In einigen Jahren wird es Dank Käser nicht mehr geben.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.