Pannenprojekt Airbus liefert ersten A400M aus

Jahrelang hat sich die Auslieferung des A400M verzögert, nun hat die französische Luftwaffe das erste Exemplar des Transportflugzeugs erhalten. Deutschland soll 2014 erste Maschinen bekommen - doch es gibt Probleme bei der Zulassung.

REUTERS

Paris/Madrid - Mit einer Verspätung von mehreren Jahren hat Airbus Military das erste Exemplar des neuen Transportflugzeugs A400M ausgeliefert. Die Maschine sei am Donnerstag offiziell an die französische Luftwaffe übergeben worden, teilte das Unternehmen mit.

Auch Deutschland will 40 Maschinen des Typs in Dienst stellen. Die Bundeswehr setzt darauf, das erste Flugzeug im kommenden Jahr zu erhalten. Eigentlich hatte sie die erste A400M bereits 2009 einsetzen wollen. Die A400M soll das in die Jahre gekommene Transportflugzeug Transall ablösen.

Die A400M gilt als eines der wichtigsten Rüstungsprojekte Europas. Um die Finanzierung hatte es allerdings lange heftigen Streit gegeben. Missmanagement und technische Probleme führten zu der jahrelangen Verspätung und zu Milliarden-Mehrkosten. Der europäische EADS-Konzern drohte zwischenzeitlich sogar mit einer Einstellung des Programms, an dem europaweit rund 40.000 Arbeitsplätze hängen. Die Bundeswehr bezifferte die Projektkosten zuletzt auf 25 Milliarden Euro.

In Deutschland droht bereits neuer Ärger wegen des Projekts. Nach SPIEGEL-Informationen kämpft das Verteidigungsministerium mit erheblichen Problemen bei der Zulassung des Transportflugzeugs. Grund dafür sind offenbar Fehler im Kaufvertrag.

Nach Airbus-Angaben ist die A400M als Mehrzweck-Militärtransporter mit extrem vielseitigen Fähigkeiten konzipiert. Das 45 Meter lange Flugzeug kann 116 komplett ausgerüstete Fallschirmspringer oder 37 Tonnen Nutzlast bis hin zu gepanzerten Fahrzeugen, Hubschraubern oder schwerem Räumgerät transportieren. Gleichzeitig soll es in der Lage sein, sowohl schnell fliegende Kampfjets als auch langsame Hubschrauber in der Luft zu betanken.

ssu/dpa-AFX

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Markus Landgraf 02.08.2013
1. Erstmal selber besser machen
Bevor die "Spiegel"-Redaktion Airbus vorhält, was beim A400M schief gelaufen ist, muss sie erst einmal zeigen, dass sie ein Luftfahrzeug designen, bauen, zulassen und betreiben kann, das über einen Papierflieger hinaus geht - meine ich. Blue Skies!
akolyth2 02.08.2013
2. Keine sachlichen Fehler
Schön, dass Sie das eigentliche Problem der Zulassung der A400M im Artikel bereits ansprechen. Denn die für die militärische Musterzulassung zuständige Behörde ML kritisiert nur, dass eine besondere Vertrags-Anlage - das sogenannte BEK-Papier - fehlt. Es werden von der ML keinerlei aber auch absolut keinerlei, technische Punkte kritisiert. Es geht der ML um eine rein formale Frage eines Papiers, das für die deutschen Luftfahrzeuge nicht gesondert vertraglich vereinbart ist. Technisch und daher sachlich gesehen gibt es keinerlei Gründe, die Zulassung zu verweigern, insbesondere da der Zulassungsprozess der europ. Luftfahrtbehörde EASA zugrunde liegt . die Aura allerdings hat im Wesentlichen alles bereits zugelassen die wenigen Rheinblick tierischen Komponente und Aspekte einer Zulassung die vielleicht noch übrig blieben werden von einer internationalen Organisation bei der AOK der sogenannten sie zu obi überwacht und zugelassen das ist sogar die Email beteiligt das wie ich jetzt behauptet es gebe zu dass und Probleme ist sachlich nicht gerechtfertigt
auweia 02.08.2013
3. Wurde auch Zeit.
Zitat von sysopAirbusJahrelang hat sich die Auslieferung des A400M verzögert, nun hat die französische Luftwaffe das erste Exemplar des Transportflugzeugs erhalten. Deutschland soll 2014 erste Maschinen geliefert bekommen - doch es gibt Probleme bei der Zulassung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/airbus-liefert-erste-a400m-aus-a-914415.html
Die Trall ist älter als die meisten Ihrer Piloten, hat vergleichsweise wenig Ladekapazität und schafft Strecken wie etwa nach AFG nur mit diversen Zwischenstopps. Etwas Neues musste her (ehe jetzt das Zetern gegen Auslandseinsätze wieder losgeht - denken Sie doch einfach mal an humanitäre Missionen - Erdbebenhilfe und dergleichen) Festzuhalten ist auch, das der A400 M fliegt und vom ersten Kunden abgenommen wurde. Zivil dürfte er auch in Deutschland unterwegs sein, nur die Militärbürokratie hat sich mal wieder selber ein Bein gestellt.
akolyth2 02.08.2013
4. Unbegründete Nicht-Zulassung
Schön, dass Sie bereits im Artikel selbst den wesentlichen Kritikpunkt der zuständigen militärischen Zulassungsbehörde ML in Manching ansprechen: nämlich das Fehlen einer besonderen Kaufvertragsanlage, dem sog. BEK-Papier. Von der ML werden nämlich keinerlei keinerlei technische bzw. sachliche Mängel kritisiert. Auch die für die Stückprüfung zuständige Abteilung Q im BAAINBw führt für die Verweigerung der sog. Stückprüfung aller einzelnen Luftfahrzeuge keinerlei sachlichen Argumente ins Feld, sondern formale Fragen von Zuständigkeiten. Und daß die A400M in Europa fliegen darf, beweist die französische Luftwaffe. Hier wird von mehreren Stellen der Wehrverwaltung wie auch der Luftwaffe selbst auf einer Bw-internen Vorschrift (ZDv 19/1) herumgeritten, um ihren (insbesondere bei der Luftwaffe stark überdehnten) Personalkörper zu erhalten. Und darüberhinaus: im wesentlichen wird das Luftfahrzeugmuster A400M von der europ. Luftfahrtbehörde EASA zugelassen. Bzgl. der wenigen rein mil. Komponenten (z.B. IFF-Transponder) ist die europ., virtuelle Behörde CQO gegründet worden, in welcher die ML seit eh und jeh (sogar bis 2012 in Leitungsfunktion) vertreten ist. Es besteht also kein sachlicher Grund, Zulassung oder Stückprüfung zu verweigern. Die anderen europ. Kunden, wie Frankreich, Spanien, England, belegen dies. Hier wird ebenso wie beim EuroHawk das BEK-Papier als Rechtfertigung für diesen Nonsense mißbraucht. Und ganz nebenbei: ebensowenig wie der EuroHawk dürfen sich der Eurofighter oder Tornado vollständig in den zivilen europ. Luftraum integrieren. Es zeigt sich hier die Schwäche von de Maizière, der sein BMVg nicht im Griff hat, weil er mit ihm fremdelt. Er kennt das BMVg nicht hinreichend und hat offensichtlich auch nie die Absicht gehabt, es kennenzulernen. Denn nur dann hätte er es tatsächlich regieren können - was sein Auftrag ist. Den aber erfüllt er nicht! Die Probleme mit EuroHwak sowie A400M sind vermeidbar - aber eben nur, wenn ein starker Minister auch Disziplin durchsetzt.
klauswerner2 02.08.2013
5. optional
Das Verteidungsministerium kämpft mit Problemen wegen der Zulassung? Kann mir das einer erklären? Müsste es nicht heissen: Das Verteidigungsministerium kämpft mit ein paar ihren Arbeitsplatz verteidigenden Beamten der Zulassungsstelle? Das Ding fliegt, ist zivil bereits zugelassen, und wohl in Spanien und Frankreich auch militärisch. Damit kann es auch in/über Deutschland fliegen, nur nicht mit deutschem Hoheitszeichen, weil ein paar Beamte des Verteidigungsministeriums auf Sonderrechten bestehen. Schmeisst die doch raus oder versetzt sie, und ihr werdet sehen, die Probleme sind weg. Und das gilt für die Drohne wohl analog.
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