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Rüstungssparte: Enders treibt Umbau von Airbus voran

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Airbus-Gebäude: Konzentration aufs zivile Flugzeuggeschäft Zur Großansicht
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Airbus-Gebäude: Konzentration aufs zivile Flugzeuggeschäft

Thomas Enders räumt bei Airbus auf. Der Manager will den Konzern auf das zivile Flugzeuggeschäft ausrichten. Im Rüstungssektor dagegen sollen Beteiligungen an den Firmen Atlas Elektronik und Optronics verkauft werden.

Paris/München - Airbus treibt den Umbau seines Rüstungs- und Raumfahrtgeschäfts voran. Einige Sparten sollen verkauft werden, teilte das Unternehmen mit.

Die Ankündigung trägt die Handschrift von Thomas Enders. Der Airbus-Chef ist zwar als ehemaliger Fallschirmjäger ein leidenschaftlicher Verfechter einer strammen deutschen Verteidigungspolitik. Doch geschäftlich verfolgt er seit seinem Amtsantritt eine Strategie, die sich vor allem auf das zivile Flugzeuggeschäft konzentriert.

Im Rüstungssektor seines Konzerns, der bislang immer mindestens die Hälfte des Umsatzes beisteuern sollte, will er sich auf das Kerngeschäft konzentrieren: Nur noch alles was fliegt - so lautet sein Credo. Und nur noch Technologien, in denen Airbus die Nummer eins oder zwei ist.

Doch das heisst eben auch, Beteiligungen des Konzerns abzustoßen, die keine der neuen Plattformen mit Material beliefern kann. Allen voran sind das Atlas Elektronik in Bremen, einem Unternehmen, was insbesondere im Bereich U-Boote und Kriegsschiffe aufgestellt ist, und Optronics, eine Firma, die unter anderem Zieloptiken für Panzer herstellt.

Für diese Beteiligungen, so heisst es im Konzern, wolle man nun nach Käufern suchen. Es hätten bislang keine Gespräche mit Interessenten stattgefunden. Zunächst habe man die Betriebsräte und die Ministerien Verteidigung und Wirtschaft informiert.

In letzterem dürfte sich der zuständige Minister Sigmar Gabriel besonders für die Ankündigung von Airbus interessieren. Denn der SPD-Chef arbeitet derzeit an einer Konsolidierung der heimischen Rüstungsindustrie. Wegen seiner restriktiveren Rüstungsexportpolitik hat er eine ganze Reihe von Unternehmen in die wirtschaftliche Krise gestürzt.

Nun muss er die Gewerkschaften beruhigen, die alarmiert sind, und einen Plan präsentieren, wie er mit der Verteidigungsindustrie in Zukunft verfahren soll. Die Ankündigung von Airbus bietet ihm bei einer möglichen Konsolidierung eine Gestaltungschance genau zum richtigen Zeitpunkt.

Die Airbus Group (früher: EADS) Chart zeigen hatte sich zu Jahresbeginn umbenannt und damit einen umfassenden Konzernumbau eingeleitet. Dabei wurde die Rüstungstochter Cassidian mit dem Raumfahrtgeschäft Astrium zusammengelegt. Von dieser Straffung, die ab Mitte des Jahres endgültig greifen soll, erhofft sich der Konzern unter anderem deutliche Einsparungen bei der Verwaltung.

Mit Material der dpa

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1. Bin ich jetzt Blöd oder was?
margei 16.09.2014
Zitat:"Von dieser Straffung, die ab Mitte des Jahres endgültig greifen soll, erhofft sich der Konzern unter anderem deutliche Einsparungen bei der Verwaltung." Es ist September das ist doch der 9. von 12. Monaten, das ist für mich 3/4 und nicht 1/2. Somit sollte doch die Aussage sein dass die Straffung schon greift und der Konzern schon Einsparung macht. Die Alternative wäre natürlich dass diese Meldung vor der Jahresmitte (Juni) rausgegeben wurde, dann müßte man sich nach der Aktualität dieser Meldung fragen.
2. Konzernumbau
maximizer 16.09.2014
Zitat von margeiZitat:"Von dieser Straffung, die ab Mitte des Jahres endgültig greifen soll, erhofft sich der Konzern unter anderem deutliche Einsparungen bei der Verwaltung." Es ist September das ist doch der 9. von 12. Monaten, das ist für mich 3/4 und nicht 1/2. Somit sollte doch die Aussage sein dass die Straffung schon greift und der Konzern schon Einsparung macht. Die Alternative wäre natürlich dass diese Meldung vor der Jahresmitte (Juni) rausgegeben wurde, dann müßte man sich nach der Aktualität dieser Meldung fragen.
Sie haben nicht viel Ahnung davon wie man einen Konzern umbaut, oder? In einem haben Sie aber Recht. Mitte des Jahres in bei solchen Aktivitäten bereits vorbei. Und ich meine damit vermutlich die Mitte des gleichen Jahres wie Airbus - 2015 nämlich. Meiner Erfahrung nach wird das aber auch nichts. Ab Ende 2015 wird man daran denken können die ersten Projekte abzuschließen. Vorher wollen noch viel zu viele Leute mitsprechen ...
3. Airbus
yellowfish1 17.09.2014
So wie es ausschaut, hat Airbus eine sehr gute Führungsspitze und sowieso höchst Qualifizierte Mitarbeiter. Man kann dem Unternehmen nur viel Glück und weiteren Erfolg für die Zukunft wünschen.
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EADS
Der Konzern
Die European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) wurde 2000 gegründet. EADS ist der größte Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern in Europa und der zweitgrößte Branchenvertreter der Welt. Das Unternehmen setzt gut 40 Milliarden Euro pro Jahr um und beschäftigt fast 120.000 Mitarbeiter.
Die Geschäftsfelder
Rund drei Viertel seines Umsatzes erzielt EADS mit dem Flugzeughersteller Airbus, der sowohl zivile (unter anderem A 380) als auch militärische (A400M) Modelle im Angebot hat. Der restliche Umsatz verteilt sich auf das Geschäft mit Hubschraubern ("Eurocopter"), die Raumfahrt ("Astrium") sowie die Produktion von Eurofigthern und Co.
Der Chef
Seit Juni 2012 steht der Deutschen Thomas Enders an der Spitze von EADS. Zuvor hatte der Franzose Louis Gallois den Konzern geführt.


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