Probleme bei Motorenzulieferern Airbus verfehlt offenbar Lieferziel für A320neo

Schwierigkeiten bei Triebwerksherstellern beschäftigen Airbus seit mehreren Monaten. Einem Bericht zufolge kann das Unternehmen das Lieferziel für sein Erfolgsmodell nicht einhalten. Der Flugzeugbauer widersprach.

A320neo-Flieger in Toulouse (Archivbild)
REUTERS

A320neo-Flieger in Toulouse (Archivbild)


Airbus soll Insiderinformationen zufolge sein Lieferziel für das Erfolgsmodell A320neo verfehlen. Das berichtet der Finanznachrichtendienst "Bloomberg". Demnach hat das Unternehmen Probleme mit den Motoren. Deshalb war es zwischen Februar und April bereits zu einem Lieferstopp von A320neo-Maschinen gekommen. Zulieferer für die Motoren des Kurz- und Mittelstreckenfliegers A320neo ist das US-Unternehmen Pratt & Whitney.

Airbus Group Chart zeigen rechnet dem Bericht zufolge damit, zwischen 30 und 40 Flugzeuge weniger auszuliefern als bisher angenommen. Der europäische Flugzeugbauer hatte demnach für 2018 geplant, rund 210 Flieger mit Motoren von Pratt & Whitney auszuliefern.

Nach Veröffentlichung des "Bloomberg"-Berichts fiel der Kurs der Airbusaktie um fast drei Prozent. Daraufhin meldete sich der Flugzeugbauer zu Wort: Airbus werde entgegen den Informationen des Berichtes an seinem Auslieferziel festhalten.

Bei den Flugzeugzulieferern Pratt & Whitney und CFM war eswegen technischer Schwierigkeiten zu Verzögerungen bei der Auslieferung von Triebwerken gekommen. Deshalb hatte Airbus Branchenkreisen zufolge bereits im April die Überarbeitung des A320neo auf Eis gelegt.

Die Verspätungen bei der Auslieferung könnten für Airbus ins Geld gehen: Einerseits könnten Kunden einen Rabatt wegen der Verspätung fordern, andererseits hat der Flugzeugbauer nun weniger Spielraum, um neue Aufträge anzugehen oder Verspätungen aus dem Vorjahr abzuarbeiten.

Video: Airbus-Fabrik Finkenwerder

ans/AFP

Mehr zum Thema


insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
frankfurtbeat 02.07.2018
1. vielleicht ...
vielleicht sollte man sich nicht mehr auf amerikanische Lieferanten fixieren ... so kann man sich den Markt auch kaputt machen.
Thomas Schröter 02.07.2018
2. Berliner EU-Filletierungskompetenz und kerneuropäische Lieferanten
Die in den Merkel-Jahren grandios demonstrierte Berliner EU-Filetierungskompetenz wird die Rückorientierung auf kern- bzw. rein kontinentaleuropäische Lieferanten und eine etwaige Autarkie wie in den 40iger Jahren wohl wieder notwendig machen. Bis zur Vollendung dieses Zustandes wird aber wohl auch weiterhin die Gleichschaltung kritiklos hingenommen werden müssen.
jowitt 02.07.2018
3. @Thomas Schröter heute, 14:30 Uhr
Zitat von Thomas SchröterDie in den Merkel-Jahren grandios demonstrierte Berliner EU-Filetierungskompetenz wird die Rückorientierung auf kern- bzw. rein kontinentaleuropäische Lieferanten und eine etwaige Autarkie wie in den 40iger Jahren wohl wieder notwendig machen. Bis zur Vollendung dieses Zustandes wird aber wohl auch weiterhin die Gleichschaltung kritiklos hingenommen werden müssen.
Was schreiben Sie da von "Autarkie"? So etwas gab es hier noch nie und ist auch schlicht unmöglich, da wir ja weder über alle Kompetenzen noch über alle Rohstoffe verfügen. Von den Wohlfahrtsverlusten will ich da erst gar nicht anfangen... Ich kann nur den Kopf schütteln
jowitt 02.07.2018
4. @frankfurtbeat Heute, 13:56
Zitat von frankfurtbeatvielleicht sollte man sich nicht mehr auf amerikanische Lieferanten fixieren ... so kann man sich den Markt auch kaputt machen.
Airbus ist keinesfalls auf amerikanische Zulieferer fixiert, wie Sie schreiben. Die meisten Triebwerke kommen aus GB. Aber auch da gab es in der Vergangenheit mal Lieferschwierigkeiten. Das hat also nichts mit "amerikanischen Lieferanten" zu tun.
Thomas Schröter 02.07.2018
5. Illusionen als Motor politischen Größenwahns
Zitat von jowittWas schreiben Sie da von "Autarkie"? So etwas gab es hier noch nie und ist auch schlicht unmöglich, da wir ja weder über alle Kompetenzen noch über alle Rohstoffe verfügen. Von den Wohlfahrtsverlusten will ich da erst gar nicht anfangen... Ich kann nur den Kopf schütteln
Auch für das Problem der Unterbeschäftigung infolge isolationsbedingter Stagflation gab es stereotype Lösungen. Fehlende Rohstoffe und Kompetenzen werden durch Autarkie- und Herrenmenschenillusion ersetzt um die infolge zunehmender Entkapitaliierung überschüssigen Menschen in militärischen Auseinandersetzung oder per Epidemie endzulösen. Wäre zu begrüßen wenn's diesmal anders käme. Bisher spricht allerdings noch wenig dafür.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.