Milliarden-Deal Airbus verkauft Verteidigungselektronik an US-Investor

Der Luftfahrtkonzern Airbus hat sich für 1,1 Milliarden Euro von seinem Rüstungselektronik-Geschäft getrennt. Käufer ist der US-Finanzinvestor KKR. Die Behörden müssen dem Deal noch zustimmen.

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Airbus treibt den Umbau seiner Rüstungssparte voran. Für 1,1 Milliarden Euro werde der Konzern seine Verteidigungselektronik-Sparte an die US-amerikanische Investmentfirma KKR verkaufen, teilte das europäische Unternehmen mit.

Laut Airbus soll der Verkauf der Sparte im ersten Quartal 2017 unter Dach und Fach gebracht werden und steht noch unter einigen Vorbehalten wie der Genehmigung der zuständigen Behörden. Der Flugzeugbauer erwägt, einen Minderheitsanteil an dem Bereich zu behalten.

Die Verteidigungselektronik-Sparte beschäftigt den Angaben zufolge weltweit etwa 4000 Mitarbeiter und hat ihren Hauptsitz in Ulm. Dort werden unter anderem elektronische Schutzsysteme für Flugzeuge und Fahrzeuge sowie Radare hergestellt. Der jährliche Umsatz liegt bei rund einer Milliarde Euro.

Angesichts der geringeren Verteidigungsausgaben in Europa will Airbus das Rüstungsgeschäft stärker auf den Verkauf von Flugzeugen, Raketen und Satelliten ausrichten. Dafür trennt sich das Unternehmen von Randbereichen. Ziel ist es, Vermögenswerte mit einem Gesamtjahresumsatz von rund zwei Milliarden Euro loszuschlagen.

Die Bundesregierung hat vorab bereits deutlich gemacht, dass ihr die Auswirkungen eines Verkaufs für den Erhalt von Sicherheitstechnologie und Arbeitsplätzen wichtig sind. Erst im Februar hatte Airbus beschlossen, das Geschäft mit Grenzsicherungstechnik nicht mit zu verkaufen, sondern daran festzuhalten.

Insidern zufolge sollen auch der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall gemeinsam mit dem amerikanischen Finanzinvestor Blackstone sowie die Finanzinvestoren Cinven und Carlyle an dem Bieterverfahren beteiligt gewesen sein.

asc/dpa/Reuters



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