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Japan Airlines: Airbus erhält Milliardenauftrag für A350

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DPA

Airbus A350: Milliardenauftrag aus Japan

Durchbruch für Airbus auf dem japanischen Luftfahrtmarkt: Der Flugzeughersteller hat einen Milliardenauftrag von Japan Airlines erhalten. Die Fluggesellschaft bestellt 31 Exemplare des neuen Langstreckenjets A350 im Wert von rund sieben Milliarden Euro.

Tokio - Der Flugzeughersteller Airbus schafft mit einem Milliardenauftrag von Japan Airlines (JAL) den Durchbruch auf dem japanischen Luftfahrtmarkt. Die aus der Insolvenz aufgestiegene Fluglinie wolle bei den Europäern 31 Exemplare des neuen Langstreckenjets A350 bestellen, teilte Airbus-Chef Fabrice Brégier in Tokio mit. Hinzu kommen Kaufoptionen für weitere 25 Maschinen der Serie. Die Aktie des Mutterkonzerns EADS Chart zeigen stieg nach Bekanntgabe des Auftrags um fast zwei Prozent an.

Bei den bestellten Flugzeugen handelt es sich um 18 Exemplare der Standardversion A350-900 und 13 Exemplare der Langversion A350-1000. Laut Preisliste haben sie einen Gesamtwert von umgerechnet rund sieben Milliarden Euro. Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen Nachlässe im zweistelligen Prozentbereich üblich. Die Auslieferung an die Japaner soll im Jahr 2019 beginnen. Laut Airbus wird der mehrheitlich aus leichten Verbundwerkstoffen gebaute A350 rund ein Viertel weniger Treibstoff verbrauchen als herkömmliche Maschinen vergleichbarer Größe. Ende 2014 sollen die ersten A350 ausgeliefert werden.

"Auf diesem Markt unseres Wettbewerbers den Durchbruch zu schaffen war eines unserer wichtigsten Ziele", sagte Brégier. Japan Airlines ist bislang wie der Konkurrent All Nippon Airways (ANA) Großkunde des US-Flugzeugherstellers Boeing Chart zeigen und auf Langstrecken ausschließlich mit Modellen der US-Amerikaner unterwegs. Zuletzt waren beide Fluglinien jedoch mit den Zwischenfällen von Boeings Dreamliner in die Negativschlagzeilen geraten. Anfang des Jahres musste der Flugzeugtyp wegen Brandgefahr an den Lithium-Ionen-Akkus drei Monate lang am Boden bleiben.

JAL-Präsident Yoshiharu Ueki bestritt jedoch einen Zusammenhang zwischen der Kaufentscheidung und den Problemen beim Dreamliner. "Wir bedauern die Schwierigkeiten sehr, die wir unseren Kunden mit der 787 bereitet haben, aber die Entscheidung über das Flugzeug wurde unabhängig von diesem Thema getroffen", sagte Ueki. Der A350 passe vielmehr am besten zu den eigenen Bedürfnissen.

Boeing zeigt sich enttäuscht

Beim US-Konzern kam der Auftrag nicht gut an. Boeing zeigte sich auf Nachfrage "enttäuscht" von der Entscheidung. Allerdings erwarte Boeing, dass die Partnerschaft mit den Japanern weitergehe. JAL betreibt bislang 166 Boeing-Jets.

Die größte deutsche Fluggesellschaft Lufthansa Chart zeigen hatte jüngst in der größten Bestellung in der Geschichte des Unternehmens allerdings mehr Maschinen bei Boeing bestellt als beim europäischen Hersteller Airbus.

Der Airbus A350 konkurriert sowohl mit dem Dreamliner als auch mit Boeings langjährigem Verkaufsschlager 777. In der Standardversion A350-900 fasst der Airbus gut 300 Passagiere, in der Langversion sollen rund 350 Menschen Platz finden. Seit dem Jungfernflug im Juni hat das Modell auf rund 60 Flügen mehr als 300 Flugstunden absolviert. Mit der jüngsten Order aus Japan hat Airbus nun verbindliche Bestellungen für 756 Maschinen des Typs eingesammelt.

nck/dab/dpa/AP

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insgesamt 17 Beiträge
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1. Eben noch pleite und heute neue Flugzeuge bauen
stranzjoseffrauss 07.10.2013
Yen kann man wohl recht schnell nachdrucken
2.
Tom-chan 07.10.2013
Zitat von stranzjoseffraussYen kann man wohl recht schnell nachdrucken
Während man in München jahrelang gegen ein paar Meter Beton demonstriert, wird in Japan lieber hart gearbeitet. Da geht sowas auch ohne dass der Yen abgewertet wird.
3. Starke Meinung, keine Ahnung.
Beobachter123 07.10.2013
Zitat von stranzjoseffraussYen kann man wohl recht schnell nachdrucken
Sie bauen die Flugzeuge nicht, sie kaufen die Flugzeuge. Außerdem ist Japan noch lange nicht pleite. Die Staatsverschuldung ist zwar hoch, aber unterscheidet sich im wesentlichen von unserer. Der Japanische Staat hat seine Schulden mehrheitlich im eigenen Land. Also in Staatsanleihen, Schatzbriefen usw. Wenn Japan Geld druckt hat es also frisches Geld und die Inflation entwertet gleichzeitig die Schulden. Außerdem wird durch den niedrigen Yen der Export und Tourismus gefördert. Leider werden im Umkehrschluss die Flugzeuge teurer. Aber unsere besten und längsten Freunde auf der Welt geben für ein deutsches Qualitätsprodukt gerne etwas mehr aus.
4. Nun...
Atomkrafteimer 07.10.2013
Zitat von stranzjoseffraussYen kann man wohl recht schnell nachdrucken
Es stellt sich in der Tat die Frage, woher JAL das Geld dafür hat (neue Investoren?), aber ich vermute mal, dass die bestellten Jets fünf Minuten nach Abnahme an irgendeine Leasing-Gesellschaft verkauft und anschließend zurückgemietet werden. Im übrigen werden Verkehrsflugzeuge meist in Dollar bezahlt.
5. Überflüssig
truthonly 07.10.2013
Zitat von stranzjoseffraussYen kann man wohl recht schnell nachdrucken
Zum sinnvollen kommentieren des Artikels sind u.a. folgend genannte Kenntnisse unabdingbar erforderlich: 1.) Zeitpunkt der Insolvenz von Japan Airlines 2.) Geschäftsfeld von Japan Airlines 3.) Firmensitz/e des Herstellers AIRBUS Ihr Kommentar lässt erkennen, das Ihnen keiner der 3 Punkte bekannt war.
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EADS
Der Konzern
Die European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) wurde 2000 gegründet. EADS ist der größte Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern in Europa und der zweitgrößte Branchenvertreter der Welt. Das Unternehmen setzt gut 40 Milliarden Euro pro Jahr um und beschäftigt fast 120.000 Mitarbeiter.
Die Geschäftsfelder
Rund drei Viertel seines Umsatzes erzielt EADS mit dem Flugzeughersteller Airbus, der sowohl zivile (unter anderem A 380) als auch militärische (A400M) Modelle im Angebot hat. Der restliche Umsatz verteilt sich auf das Geschäft mit Hubschraubern ("Eurocopter"), die Raumfahrt ("Astrium") sowie die Produktion von Eurofigthern und Co.
Der Chef
Seit Juni 2012 steht der Deutschen Thomas Enders an der Spitze von EADS. Zuvor hatte der Franzose Louis Gallois den Konzern geführt.


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