Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Angeschlagene Airline: Air Berlin rutscht tiefer ins Minus

Neuer Chef, scharfer Sparkurs, arabischer Investor - und doch sieht es düster aus für Air Berlin: Die Fluggesellschaft hat im vergangenen Jahr ein Minus von 272 Millionen Euro gemacht. Die Schulden stiegen kräftig, das Eigenkapital schmolz fast bis auf die Hälfte ab.

Air-Berlin-Chef Mehdorn: Unzufrieden mit dem Ergebnis Zur Großansicht
Getty Images

Air-Berlin-Chef Mehdorn: Unzufrieden mit dem Ergebnis

Düsseldorf - Es klang fast wie ein Stoßgebet: Die Talsohle sei durchschritten, im kommenden Quartal sehe alles schon besser aus, sagte Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn am Freitag bei der Bekanntgabe der Unternehmenszahlen. Noch aber läuft es denkbar schlecht für Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft, die im vergangenen Jahr unterm Strich ein Minus von 272 Millionen Euro gemacht hat. 2010 waren es noch 97 Millionen Euro. Auch die Schulden stiegen kräftig an, das Eigenkapital schmolz fast bis auf die Hälfte ab. Der Umsatz stieg um knapp 14 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro.

Air Berlin Chart zeigen blieb damit weit hinter den Expertenschätzungen zurück. Im frühen Handel rutschte die Aktie um rund vier Prozent ab.

Die Airline machte hohe Treibstoffpreise und die Einführung der Luftverkehrsteuer für das miese Ergebnis verantwortlich. Beide Posten hätten zu Sonderbelastungen von etwa 395 Millionen Euro geführt. Doch Mehdorn gab sich auch ein bisschen selbstkritisch. "Trotz Umsatz- und Passagierrekord können wir mit dem Ergebnis des Jahres 2011 nicht zufrieden sein", sagte er.

Mehdorn hatte im Spätsommer vergangenen Jahres die Führung von Firmengründer Joachim Hunold übernommen, um die defizitäre Airline zu sanieren. Der Ex-Bahn-Manager kündigte damals an, 2013 wieder schwarze Zahlen schreiben zu wollen - bis Ende kommendes Jahres will er nun auch Vorstandschef bleiben, wie am Freitag bekannt wurde.

Mehdorn hat dem Konzern einen scharfen Sparkurs verordnet: Die Fluglinie, die nach Jahren schneller Expansion einen Schuldenberg von mehr als 800 Millionen Euro zum Jahresende angehäuft hat, dünnt ihr Streckennetz aus und verschiebt die Bestellung neuer Flugzeuge. Auch von der Zusammenarbeit mit der arabischen Fluglinie Etihad aus Abu Dhabi und dem geplanten Beitritt zum Luftfahrtbündnis Oneworld verspricht sich der Vorstand Aufwind. Für 2012 hat Air Berlin bislang noch keine Prognose abgegeben.

Hunold erhält Millionenabfindung

Für Mehdorns Vorgänger Hunold hat sich der Abgang finanziell gelohnt. Er bekommt eine Abfindung von rund 4,1 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Sein Grundgehalt hatte eine Million Euro betragen. Außerdem erhöhte Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft die Pensionsansprüche des 62-Jährigen im vergangenen Jahr um 204.000 Euro auf nun 438.000 Euro jährlich.

yes/Reuters/dpa/dapd

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. ............
janne2109 16.03.2012
so isset wenn der Chef ( Hunold) ein Selbstdarsteller ist, das ist etwas anderes mit Mehrdorn, der schon viel darstellt, auch wenn man ihn nicht mag. Am besten erst einmal alle Flugvergünstigungen einkassieren, dabei helfe ich gern mit.
2.
xyzschmidt 16.03.2012
Zitat von sysopGetty ImagesNeuer Chef, scharfer Sparkurs, arabischer Investor - und doch sieht es düster aus für Air Berlin: Die Fluggesellschaft hat im vergangenen Jahr ein Minus von 272 Millionen Euro gemacht. Die Schulden stiegen kräftig, das Eigenkapital schmolz fast bis auf die Hälfte ab. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,821689,00.html
...bei einem derart schlechten Bordservice kann ich auch mit jeder anderen Billigairline fliegen und habe bessere Preise.
3. Mehdorn....
fatherted98 16.03.2012
Zitat von sysopGetty ImagesNeuer Chef, scharfer Sparkurs, arabischer Investor - und doch sieht es düster aus für Air Berlin: Die Fluggesellschaft hat im vergangenen Jahr ein Minus von 272 Millionen Euro gemacht. Die Schulden stiegen kräftig, das Eigenkapital schmolz fast bis auf die Hälfte ab. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,821689,00.html
...macht das schon, hat ja auch die DB runtergewirtschaftet....habe viel Vertrauen zu dem Mann..in dieser Beziehung.
4. mieses Ergebnis
htg-12 16.03.2012
Zitat von sysopGetty ImagesNeuer Chef, scharfer Sparkurs, arabischer Investor - und doch sieht es düster aus für Air Berlin: Die Fluggesellschaft hat im vergangenen Jahr ein Minus von 272 Millionen Euro gemacht. Die Schulden stiegen kräftig, das Eigenkapital schmolz fast bis auf die Hälfte ab. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,821689,00.html
Ich kenn ja die Einkaufkonditionen nicht, würd mich aber wundern, wenn die Kerosinpreise nur bei Airberlin gestiegen wären. Entweder haben die einen nicht sonderlich erfahrenen Einkäufer oder die kalkulieren ihre Preise falsch. Und die Luftverkehrssteuer war genauso absehbar. Hätte sich also auch im Preis wiederfinden müssen. Kann mich aber auch nicht erinnern, dass Mehdorn als Chef der DB den tiefen Teller erfunden hat
5.
Stäffelesrutscher 16.03.2012
Hab' ich nicht damals schon gesagt, dass Mehdorns Berufung ein freudiger Tag ist - für die Konkurrenz?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Grafiken: Fakten zur Luftfahrtindustrie


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: