20-Prozent-Plus am Aktienmarkt: Gerücht über Bundesliga-Rechte beflügelt Sky
Anleger setzen beim Kampf um die Bundesliga-Rechte auf einen Sieg von Sky. Die Aktie des Pay-TV-Senders legte nach Spekulationen um einen möglichen Zuschlag zeitweise mehr als 20 Prozent zu. Weder das Unternehmen noch der Ligaverband wollten sich zu den Gerüchten äußern.
Frankfurt am Main - Ein möglicher Zuschlag beim Poker um die Übertragungsrechte an der Fußball-Bundesliga hat die Aktie des Pay-TV-Senders Sky Deutschland
beflügelt. Das Papier sprang zeitweise um 25 Prozent auf 2,50 Euro nach oben. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet, dass sich Sky gegen die Deutschen Telekom
durchgesetzt habe. Ohne Angabe von Quellen heißt es in dem Bericht, die Deutsche Fußball Liga (DFL) wolle den 36 Profi-Clubs empfehlen, Sky den Zuschlag für die Live-Übertragungen ab 2013 zu geben,
Die DFL will die Verteilung der Rechte am Mittag bekanntgeben, nach einer außerordentlichen Vollversammlung. Weder DFL noch Sky wollten sich zu dem "Bild"-Bericht äußern. Auch von der Telekom war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.
Für Sky sind die Rechte an der Fußball-Bundesliga existentiell. "Es gab ernste Sorgen, dass Sky Deutschland die Rechte verlieren würde", sagte ein Aktienhändler. Auch wenn der Preis noch nicht bekannt sei, sei die Meldung positiv für das Unternehmen. Sky dürfte für die Rechte künftig tiefer in die Tasche greifen müssen. Bisher hatte der Sender im Jahr rund 250 Millionen Euro zahlen müssen, der Wettlauf mit der Telekom um die Live-Rechte dürfte die Summe nun auf mindestens 275 Millionen Euro getrieben haben.
Vereine können auf mehr Geld hoffen
Die DFL hatte den Poker mit einer geschickten Ausschreibung in zahlreichen Paketen angeheizt und kann daher mit höheren Einnahmen rechnen als in den vier Jahren bis 2013, in denen 412 Millionen Euro im Jahr erlöst wurden. Experten rechnen mit mehr als 500 Millionen Euro. Das wäre aber immer noch weniger als in Großbritannien, wo die Premier League bis zum kommenden Jahr durchschnittlich 600 Millionen Pfund pro Saison von BSkyB und ESPN erhält.
Auch die ARD-"Sportschau" am frühen Samstagabend bleibt den Fans laut "Bild"-Zeitung erhalten. Die DFL hatte auch ein Szenario ausgeschrieben, das eine Zusammenfassung der Samstag-Spiele im frei empfangbaren Fernsehen erst am späten Abend vorsah. Dann wären die Spielberichte möglicherweise erst im Internet zu sehen gewesen.
Doch die Vereine können höhere Werbeeinnahmen erzielen, wenn die Sponsoren im öffentlichen Fernsehen zu sehen sind. Die Rechte für das Internet-Fernsehen (IP-TV) hat sich laut "Bild" wie bisher die Deutsche Telekom gesichert, die die bisher nur 25 Millionen Euro teuren Rechte für ihr Angebot "Entertain" nutzt.
cte/Reuters/dpa
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