Enttäuschendes Aktiendebüt Zalando-Aktie landet wieder beim Ausgabekurs

Fehlstart für Zalando. Nach einem deutlichen Anstieg in den ersten Handelsminuten bröckelte der Kurs während des Handelstages allmählich wieder ab. Den Aktionären bleibt nur die Hoffnung auf die Zukunft.

Zalando-Vorstände Schneider, Gentz und Ritter: Fehlstart an der Börse
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Zalando-Vorstände Schneider, Gentz und Ritter: Fehlstart an der Börse


Frankfurt am Main - Zalando hat am ersten Handelstag an der Frankfurter Börse die Aktionäre enttäuscht. Die Titel gingen mit 21,50 Euro genau auf dem Niveau aus dem Handel, zu dem sie den Anlegern am Vortag angeboten worden waren. Das war zugleich das Tagestief.

Wer die Aktien nicht gleich verkauft hat, kann somit also nicht einmal einen Zeichnungsgewinn einstreichen. Am Morgen waren die Titel in den ersten Handelsminuten noch auf ein Hoch von 24,485 Euro geschnellt. Im Graumarkt waren sie in den letzten Tagen zeitweise sogar noch über 30 Euro bewertet worden.

Lediglich beim Umsatz blieb Zalando mit 15,7 Millionen gehandelten Aktien Spitzenreiter im Xetra-System vor den Aktien der Dax-Mitglieder Infineon und Commerzbank, von denen je weniger als zehn Millionen Titel gehandelt wurden.

Im Vorfeld war die Nachfrage nach den Zalando-Papieren riesig gewesen. Mehr als 280 Millionen Aktien hätte Zalando nach eigenen Angaben ausgeben können, zehnmal so viele wie das Unternehmen ausgeben will. Im vorbörslichen Handel wurde für die Aktie zeitweise deutlich mehr gezahlt als die Preisspanne von 18,50 bis 22,50 Euro hergab.

Mit Zalando geht seit Langem wieder ein deutsches Internetunternehmen an die Börse. Es ist der größte Börsengang des Jahres in Deutschland. Die Altaktionäre - allen voran der schwedische Investor Kinnevik und die Berliner Internetinvestoren Oliver, Marc und Alexander Samwer - geben beim Börsengang keine Aktien ab.

mik/Reuters



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insgesamt 9 Beiträge
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rot 01.10.2014
1. Blasenbildung
Erinnert doch sehr an die "Dotcom-Blase". Mir ist schleierhaft was ein Anleger mit Aktien eines Unternehmens will, das im wesentlichen nur aus "Organisation" besteht und keine Gewinne zu erwirtschaften in der Lage ist. Der Unternehmenswert ist doch ein rein fiktiver und besteht nur aus "Nachfrage". Wenn die nachlässt: Ade eingesetztes Kapital. Der Weg zum Papierkorb ist dann doch einfacher.
frankfurtbeat 01.10.2014
2. nun denn ...
wer meint das er mit dem Papier glücklich wird ... persönlich greife ich lieber zu pennystocks mit Pantasie als ein Invest zu tätigen wo der Ausgabepreis bei weitem nicht der Realität entspricht ... viel Glück damit ...
ulijoergens 01.10.2014
3.
In ein par Monaten oder Jahren lesen wir dann im Spiegel über die Pappnasen, die ihre Erspartes in einem Laden versenkt haben, dessen Geschäftsmodell das Ausnehmen gutgläubiger Investoren ist. Vielleicht bin ich auch nur ein Verlierertyp, weil ich nicht willens bin, Geld in einen Laden zu investieren, der mit größter Wahrscheinlichkeit zu meinen Lebzeiten keinen Gewinn erwirtschaften wird. Wer würde ein Auto kaufen, das erst in 10 Jahren fährt?
ohne_sorge 01.10.2014
4. Immer das Gleiche
Wer würde bitte jemanden an einem gut gehenden Unternehmen beteiligen? Ich würde es nicht tun und die Jungs wohl auch nicht. Sie wollen einfach Kasse machen, solange die Story heiß ist und der Wert am Zenit ist. Ist alles kalter Kaffee und steht schon in "Die Performance von Unternehmen vor und nach dem Börsengang" von Ferdinand Mager, 2001
isegrim der erste 01.10.2014
5. Was macht Zalando für einen Gewinn?
Wie ist das KGV dieser Firma? Wann war die große DotCom-Blase? Alles schon vergessen? Dann selber schuld.
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