Aktionsplan 2020 Solar-Branche will Anlagenpreise halbieren

Die Solarindustrie präsentiert eine großspurige Strategie: Bis 2020 will sie zur "tragenden Säule" der deutschen Energieversorgung werden. Die Preise für Anlagen sollen deutlich sinken, die Ökoaufschläge auf die Stromrechnung der Verbraucher kaum noch steigen. Zweifel sind angebracht.

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Solarmodule: "Die nächsten Jahre sind entscheidend für die Zukunft der Branche"
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Solarmodule: "Die nächsten Jahre sind entscheidend für die Zukunft der Branche"


Hamburg - Es ist nur eine Absichtsbekundung, dafür ist sie umso ehrgeiziger: Die Solarbranche will einen "wesentlichen Beitrag" zur Umstellung des gesamten deutschen Energiesystems leisten. 100 Prozent Erneuerbare Energien, schreibt der Branchenverband BSW-Solar, sei ohne die Solarindustrie nicht möglich.

In den vergangenen Monaten machte die Branche vor allem Schlagzeilen wegen eines Dauerstreits um die Kürzung der exorbitanten Förderung, die sie bezieht - und mit der Unternehmen wie EnBW Chart zeigen und RWE Chart zeigen dieser Tage begründen, dass sie zum 1. Januar die Strompreise für Millionen Kunden erhöhen.

Jetzt aber soll alles besser werden. Die Branche soll eine "wesentliche Säule" des Systemwandels im Energiesektor werden, schreibt der BSW-Solar. Den Beleg dafür sollen die Unternehmensberatung Roland Berger und das Forschungsinstitut Prognos liefern. Die haben für den Solarverband eine Studie verfasst. Titel: "Wegweiser Solarwirtschaft".

Am Donnerstag stellte der Verband in Berlin wesentliche Punkte daraus vor. Um zur Stütze der Gesellschaft zu werden, setzt sich die Solarbranche folgende Ziele:

  • Die Systempreise müssen bis 2020 um mehr als 50 Prozent gesenkt werden. Dadurch sollen bis 2017 erste Anlagen auf Hausdächern ohne Förderung auskommen.
  • Bis 2020 sollen in Deutschland Solaranlagen mit einer Leistung von 52 bis 70 Gigawatt installiert sein. Anfang 2010 waren es 10 Gigawatt, allein in diesem Jahr kommen Prognosen zufolge sieben bis zehn Gigawatt hinzu (siehe Tabelle links).
  • Die Verbraucher, die den Ausbau der Solarenergie über ihre Stromrechnung finanzieren, sollen nicht über Gebühr belastet werden. Die Aufschläge für Solarstrom, die Verbraucher über die EEG-Umlage zahlen, sollen demnach auf rund zwei Cent je Kilowattstunde begrenzt werden.
  • Mindestens fünf Prozent des Branchenumsatzes sollen in Forschung und Entwicklung investiert werden.
  • In Deutschland sollen Kapazitäten zur Modulproduktion von rund 8,5 Gigawatt aufgebaut werden.

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"Die nächsten Jahre sind entscheidend für die Zukunft der deutschen PV-Branche und zum Erreichen der Energiewende", sagte BSW-Präsident Günther Cramer. Man sei sich seiner "gesellschaftlichen Verantwortung bewusst" und orientiere sich an einer ehrgeizigen Vision und formuliere die eigenen Ziele klar.

So weit, so ambitioniert. Nur: Einige Ziele sind weniger toll als sie klingen. Zum Beispiel das Versprechen, dass 2017 erste Anlagen auf Hausdächern ohne Förderung auskommen sollen. Noch im März 2009 sagte Frank Asbeck, Vorstandschef der Bonner Solarworld, er rechne "fest damit", dass Solarstrom "2012 wettbewerbsfähig zum Haushaltsstrom" sei. Die neue Zielmarke ist also eher eine Korrektur nach hinten.

Unrealistisch scheint außerdem, dass sich die EEG-Umlage für Solarstrom auf zwei Cent pro Kilowattstunde begrenzen lässt. Wie der Autor der Studie, Torsten Henzelmann, der Nachrichtenagentur AFP sagte, schlagen die Kosten für die Solarförderung ab kommendem Jahr bereits mit 1,98 Cent pro Kilowattstunde zu Buche. Tatsächlich steigt die EEG-Umlage im kommenden Jahr auf insgesamt 3,5 Cent pro Kilowattstunde, und nach Berechnungen des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (VZBV) macht die Anschubhilfe für Solaranlagen inzwischen gut 60 Prozent der gesamten Ökostromförderung aus.

Die Halbierung der Systempreise ist eine notwendige Maßnahme, um mit der zunehmenden Billigkonkurrenz aus Asien mitzuhalten. So stellt die Firma REC in einer Fabrik in Singapur bereits sogenannte multikristalline Module für weniger als einen Euro her. In Deutschland ist die Herstellung wesentlich teurer.

Derzeit haben die chinesischen Hersteller bei ihren Margen weit mehr Luft als die Deutschen. Das sieht man zum Beispiel an den Preistrends für Solarmodule, die der Branchendienst Solarserver.de auflistet. Diesem zufolge sind die Großhandelspreise für europäische Module zwischen April und September von 1,94 Euro auf 1,82 Euro pro Watt gesunken. Die Preise für chinesische Module dagegen sind im selben Zeitraum gestiegen: von 1,52 auf 1,61 Euro. Trotz anstehender Förderkürzung.

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avollmer 11.11.2010
1. Innovation ohne Ende
Irgendwann werden wir Solarpanels haben, die verschleißfrei, alterungsbeständig und selbstreinigend sind und mit langlebiger Wechselrichtertechnik Kilowattpreise von einem Cent in sonnenscheinreichen Landstrichen ermöglichen.
Salatsauce 11.11.2010
2. .
"Irgendwann werden wir Solarpanels haben, die verschleißfrei, alterungsbeständig und selbstreinigend sind und mit langlebiger Wechselrichtertechnik Kilowattpreise von einem Cent in sonnenscheinreichen Landstrichen ermöglichen." ô_O 50 Prozent der Grundlast werden mit AKWs gedeckt, Kernkraft ist der tragende Balken der Energieversorgung. Und wird es noch lange bleiben.
frank_lloyd_right 11.11.2010
3. Tatsächlich zahlen wir doch in Europa
1.6 mal soviel, wie solche Anlagen in den USA und anderswo kosten - die tolle MwSt und der Usus, Dollarpreise 1:1 in Euro anzuwenden, im Zweifelsfalle immer gegen den Käufer : die Preise zu halbieren ist als keineswegs illusorisch. Nur wird es nicht passieren, ich verfolge das seit einigen Jahren, und es steigt - wer hätte was anderes erwartet ? Der Euro wird schön hochgehalten, und die entsprechenden Firmen verdienen sich an den paar Idioten, die nicht atomar oder mit Kohle heizen, (freilich oft indirekt über die Leitung) dumm und dämlich. Diesen Winter prasselt bei uns wieder der Kamin... die Rohstoffe der Erde muß man alle völlig verbrennen, wenn wir´s nicht tun, macht es jemand anders.
nitram1 11.11.2010
4. Tragende Säule?
Selten so gelacht! Ein einfältiger und unseriöser Artikel! Andere Variante; Versteckte Werbung der Solarbranche! Ansonsten der teuerste unrentabelste und am wenigsten zu gebrauchende Strom, der jemals auf der Welt erzeugt wurde! Der Be4weis: Deutschland hat etwa 1% der Weltbevölkerung, hat aber 50% aller weltweiten Solaranlagen installiert! Preisfrage: Sind die anderen 6,4 Milliarden Menschen einfach zu Dumm um die Vorteile dieser genialen Technik zu erkennen? Wenn wir das verneinen bleibt nur ein Grund: Wir werden aus ideologischen Gründen dazu gezwungen, unser hart verdientes Geld zum Fenster raus zuwerfen!
angela_merkel 11.11.2010
5. Solar-Branche will Anlagenpreise halbieren
Zitat von sysopDie Solarindustrie präsentiert eine neue Strategie, mit der sie zur tragenden Säule des deutschen Energieversorgung werden will. Die Preise für Anlagen sollen deutlich sinken, und*die Unternehmen sollen endlich mehr forschen. Manche der Versprechen sind kaum realistisch. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,728655,00.html
komisch, das gleiche Versprechen haben die schon 1978 gemacht. Diese technologie hat in Deutschland keine Existenzberechtigung. Sie ist extrem teuer und extrem umweltschädigend.
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