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Preisverfall: Ex-Siemens-Chef schließt größte Alu-Hütte in den USA

Mit Aluminium lässt sich kaum noch Geld verdienen, das zwingt den US-Konzern Alcoa zu einer Schrumpfkur: Das größte Werk in den USA muss dichtmachen, ein deutscher Manager wickelt es ab.

Aluminium-Lager von Alcoa: Schrumpfkur vor der Aufspaltung Zur Großansicht
REUTERS

Aluminium-Lager von Alcoa: Schrumpfkur vor der Aufspaltung

Der US-Metallkonzern Alcoa schließt angesichts sinkender Preise die größte Aluminium-Schmelzhütte der USA. In dem Land sinkt die Aluminium-Produktion dadurch auf den niedrigsten Stand seit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Das von Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld geführte Unternehmen erklärte am Donnerstag, das Werk Warrick in Indiana mit einer Kapazität von 269.000 Tonnen pro Jahr werde noch im laufenden Quartal stillgelegt.

Alcoa Chart zeigen betreibt dann nur noch einen Schmelzofen in den USA: das Werk Massena West mit einer Kapazität von 130.000 Tonnen, das nur durch Hilfen des Bundesstaats New York in Höhe von 70 Millionen Dollar vor der Schließung bewahrt wurde.

Künftig werden in den USA nur noch etwa 720.000 Tonnen Aluminium pro Jahr produziert, der niedrigste Stand seit 1950. In den USA gibt es dann noch fünf Schmelzöfen, nach acht zu Jahresbeginn 2015 und 23 im Jahr 2000.

Die Branche hat seit Längerem mit dem Preisverfall zu kämpfen. So verbilligte sich das Leichtmetall an der Börse in London im abgelaufenen Jahr um knapp ein Fünftel. Das liegt unter anderem an der schwächeren Nachfrage aus China. US-Firmen werfen zudem der Regierung in Peking vor, die Aluminium-Produktion chinesischer Firmen wettbewerbsverzerrend zu subventionieren.

Alcoa will sich in der zweiten Jahreshälfte aufspalten. Dabei soll das Geschäft mit Leichtmetallen für die Flugzeug- und Autoindustrie von der traditionellen Aluminiumproduktion getrennt werden.

mik/Reuters

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1.
Max Super-Powers 08.01.2016
Schrecklich. Und der einfache Arbeiter ist mal wieder der Dumme.
2. Nieten im Nadelstreifen
Dette 08.01.2016
Jeden Normaldenkenden hat es damals schon gewundert, dass ein ahnungsloser Milchbubi aus der 3. Reihe Siemens Chef wird. Zu Vorgängen wusste er ja grundsätzlich nichts zu sagen. Dann mit großem Trara zu Alcoa gewechselt. Erstaunlich ist nur, dass er sich so lange gehalten hat. Den Niedergang der Nachfrage kann man ihm sicher nicht anlasten. Aber anderes als Plattmachen faellt ihm wohl nicht ein.
3. Ich durfte Kleinfeld live erleben...
crossbow17 08.01.2016
...als ich noch für Siemens arbeitete. Er kokettierte gerne damit dass er als Halbwüchsiger in einem kleinen Lebensmittelladen für ein paar Mark ausgeholfen hat. Er hätte dabei bleiben sollen.
4. Mindestlohn..!
Ökofred 08.01.2016
und wieder müssen wir mit ansehen, was hohe Energiepreise durch regenerative Energien und der Mindestlohn anrichten.. Moment.. das Werk ist in den Staaten? Und ich dachte da sei das Produktionsparadies der Minikosten wo es alles hinzieht..??????
5.
herr wal 08.01.2016
Zitat von DetteJeden Normaldenkenden hat es damals schon gewundert, dass ein ahnungsloser Milchbubi aus der 3. Reihe Siemens Chef wird. Zu Vorgängen wusste er ja grundsätzlich nichts zu sagen. Dann mit großem Trara zu Alcoa gewechselt. Erstaunlich ist nur, dass er sich so lange gehalten hat. Den Niedergang der Nachfrage kann man ihm sicher nicht anlasten. Aber anderes als Plattmachen faellt ihm wohl nicht ein.
Ich glaube, das haben Sie falsch verstanden. Ich kenne den Herrn Kleinfeld ja nur dem Namen nach. Aber die Entscheidung zur Werksschließung wird ja wohl kaum von ihm sein. Sondern er führt sie nur durch. So wie die Generäle der Bundeswehr ja (zum Glück) auch nicht selbst und ganz allein entscheiden, wo einmarschiert und wo abgezogen wird. Und bezüglich des Aluminiumherstellers Alcoa: Was soll er denn sonst machen, wenn die laufenden Kosten des Werkes höher sind als die Verkaufserlöse des Produktes? Dass die Arbeiter und Angestellten in solchen Fällen (neben den Aktionären) die Zeche zahlen, das ist schon seit ca. 1820 so. Und wird sich wohl auch nicht ändern, solange westliche Werte die marktkonforme Demokratie einschließen. Solche Beobachtungen haben übrigens damals den Herrn Marx veranlaßt, seine dicken Bücher zu schreiben. Ob da die Lösung drinsteht, weiß ich aber auch nicht; hab noch nicht alles gelesen.
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