Aldi, Lidl und Co. Lebensmittelhändler versprechen Kampf gegen die Plastikflut

Plastiktüten verschwinden bereits - bald könnten auch Verpackungen aus Kunststoff der Vergangenheit angehören. Die großen Lebensmittelhändler wollen jetzt nach Alternativen suchen.

Lidl hat Plastiktüten mittlerweile abgeschafft
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Lidl hat Plastiktüten mittlerweile abgeschafft


Die führenden Lebensmittelketten in Deutschland haben sich ein großes Projekt vorgenommen: Plastikverpackungen sollen - wenn irgend möglich - aus den Regalen verschwinden. Aldi Nord betonte auf Nachfrage, generelles Ziel sei es, "den Anteil unverpackter Obst und Gemüseartikel sukzessive zu erhöhen, um einen Beitrag zur Reduktion von Verpackungsmaterial zu leisten".

Aldi Süd wies darauf hin, dass das Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren die Gesamtmenge an Verkaufsverpackungen insgesamt um acht Prozent reduziert habe - und das bei steigenden Umsatzzahlen. Aktuell werde getestet, ob weitere Obst- und Gemüsesorten offen angeboten werden könnten. Ab dem zweiten Quartal dieses Jahres will der Discounter außerdem bei Biotomaten Graspapier- und Zuckerrohrschalen als Verpackungsalternativen testen. Zuvor hatte die "Wirtschaftswoche" darüber berichtet.

Auch Lidl will mehr unverpacktes Obst und Gemüse anbieten, wie ein Unternehmenssprecher dem Blatt sagte. Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka betonte, die Reduzierung von Verpackungen sei ein Schwerpunktthema bei den Nachhaltigkeitsbemühungen des Unternehmens. Der Anteil ökologisch vorteilhafterer Verpackungen werde "kontinuierlich erhöht".

Auch Rewe hat bereits verschiedene Initiativen zur Plastikvermeidung gestartet. So werden seit Oktober vergangenen Jahres Bananen nur noch unverpackt verkauft. Außerdem testete das Unternehmen die Kennzeichnung von Bioavocados und Biosüßkartoffeln mit Laser-Logos, um unnötige Verpackungen zu vermeiden.

bam/dpa



insgesamt 64 Beiträge
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Politikum 26.01.2018
1. Aufschnittverpackungen viel wichtiger
Richtig etwas bringen wird Verpackungsvermeidung erst, wenn nicht mehr nur ein paar Aufschnittscheiben in einer fetten Plastikverpackung angeboten werden. Im Rahmen der Gewinnoptimierung der Hersteller haben sich die Verpackungsinhalte beim Aufschnitt derart verringert, dass man teilweise nur noch 60g Aufschnitt pro Packung hat. Und da jubelt man über Bananen, die nicht mehr in Plastikfolie eingepackt sind, während eine Kunststoff-Hartverpackung mit einigen wenigen Käsescheiben bestückt werden? Da gehört endlich eine gesetzliche Vorgabe hin, eindeutig. Ansonsten wird bald jede Schinkenscheibe einzeln eingepackt ...
frenchie3 26.01.2018
2. Dann wird offenes Obst und Gemüse wohl teurer
Ich habe drei Läden in der Umgebung wo sich die Kunden selbst bedienen können. Manchmal möchte ich zuschlagen wenn ich sehe wie Tomaten zusammengequetscht werden um zu sehen ob sie reif sind, wie mit Äpfeln Basketball gespielt wird oder wie ganz ungeniert beim Blattspinat nur die besten Blätter rausgerissen werden und der "Abfall" liegen bleibt. Vom gemütlichen sich Kirschen, Pflaumen und Mirabellen reinzuschieben ganz abgesehen. Und ich muß zugeben, so ab und zu fasse ich auch manches nicht mal mehr an wenn ich sehe wer da eben seine Finger drin hatte. Da ist nichts mehr mit knapp kalkulieren.
Teamghost 26.01.2018
3. Gurkentruppe
Bitte bitte packt keine Salatgurken mehr in Plastik ein! Das ist nicht nur unnötig sondern nervt!
dasfred 26.01.2018
4. Was außer Obst und Gemüse ist nicht verpackt
Wer einkaufen geht, kennt doch den Effekt, dass man das gleiche Volumen als Müll wieder raustragen muss. Einwegflaschen, Konservendosen und Gläser, Kartons, in denen wiederum Folien sind, die vom ersten Foristen schon angesprochenen Plastikumhüllungen für minimalen Inhalt. Da ist die Einkaufstüte und das bisschen Folie um die Banane nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Zumal man die unverpackten Früchte selbst wieder in die angebotenen Folienbeutel stopft. Es sollte gezielt nach Verpackungen geforscht werden, die gezielt mit einem Minimum an Material auskommen ohne die Ware zu beeinträchtigen.
der_sinnlose 26.01.2018
5. lecker, lecker
verpackungsfreies Obst und Gemüse vom Grabbeltisch. Am schönsten ist es im Sommer wenn bei Discounter die Erdbeeren verramscht werden. Spätestens mittags sind alle Schälchen in den grossen Auslagenkarton gekippt und jeder sucht sich Erdbeere für Erdbeere sein eigenes Schälchen zusammen. Jede, wirkliche jede einzelne Frucht geht dann vorher durch 10-15 Hände. Jetzt kann man sich gerne vorstellen wo die betroffenen Personen die mit ihren Pranken in den Erdbeeren schürfen wohl vorher gewesen sind. Vielleicht sollte man auch lieber nicht darüber nachdenken! Was kann man dann mit solch gesundem Obst noch machen? - Sagrotanschorle? Alles was nicht eine natürliche Verpackung hat wie Bananen oder Orangen müsste ganz klar nur abgepackt im Handel verkauft werden. Ansonsten muss man halt jemanden an die Theke stellen der verkauft. Aber diese Rumfingerei in der Obsttheke ist jetzt schon derart eklig und unhygienisch das man sich schon beim drüber Nachdenken glatt einen Herpes einfängt.
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