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Mit Frischhaltefolie gefesselt: Aldi Süd muss Ex-Azubi Schmerzensgeld zahlen

Weil er von seinen damaligen Kollegen misshandelt wurde, steht einem ehemaligen Aldi-Süd-Lehrling Schmerzensgeld zu. Das hat ein Arbeitsgericht in Freiburg entschieden. Unter den Tätern war auch ein Vorgesetzter.

Freiburg - Er wurde von seinen Kollegen mit Frischhaltefolie an einen Pfosten gebunden und von ihnen mit Stiften im Gesicht beschmiert. Dafür hat das Arbeitsgericht Freiburg einem ehemaligen Auszubildenden von Aldi Süd nun Schmerzensgeld in Höhe von 500 Euro zugesprochen.

Dass sich die Misshandlungen vor rund zwei Jahren in einem baden-württembergischen Lager des Lebensmitteldiscounters so abgespielt haben, steht nach Ansicht der Richter außer Frage. Ebenfalls unstrittig sei, dass mindestens einer der Täter ein Vorgesetzter des Opfers war. Deshalb müsse in diesem Fall der Arbeitgeber für das Verhalten haften.

Der Ex-Azubi hatte von der Höhe des Schmerzensgeldes allerdings andere Vorstellungen: Er hatte eine Summe von 8000 Euro von seinem früheren Arbeitgeber gefordert. Da der Mann aber weder die Folgen der Schikane noch weitere ähnliche Vorfälle beweisen konnte, blieb das Gericht deutlich darunter.

Die Misshandlungsvorwürfe waren erstmals im Herbst 2013 bekannt geworden. Daraufhin hatte sich Aldi "entsetzt" gezeigt. Die Verantwortlichen seien zur Rechenschaft gezogen worden, hieß es. Zudem handelte das Unternehmen mit insgesamt sieben Beteiligten Aufhebungsverträge aus.

Zu dem Urteil wollte sich der Discounter der Nachrichtenagentur dpa zufolge nicht äußern. Es ist noch nicht rechtskräftig.

vks/dpa

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insgesamt 32 Beiträge
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1. ...
Newspeak 03.09.2014
Wenn ALDI ein vorbildlicher Arbeitgeber ist, bezahlt es die Differenz zum geforderten Schmerzensgeld aus eigener Tasche.
2. 500?
c.klaus 03.09.2014
Wahnsinn ... Ich hoffe doch mal das sich Aldi seiner Verantwortung bewusst ist und das ganze nach oben korrigiert.
3.
CancunMM 03.09.2014
Ist das mit den 500 Euro ein Witz ? Und was ist mit Freiheitsberaubung ?
4. 500€
walter_e._kurtz 03.09.2014
Wohl doch nur ein billiger Scherz!?
5.
james-100, 03.09.2014
Die Bunte muss wegen einem Foto 100k bezahlen, für Körperverletzung werden 500,-€ fällig. Top Verhältnismäßigkeit.
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Die Discounter in Deutschland
Aldi
Die unangefochtene Nummer eins der Lebensmittel-Discounter in Deutschland, Aldi , ist ebenso erfolgreich wie verschwiegen. Branchenexperten schätzen, dass Aldi 2011 weltweit rund 57 Milliarden Euro Umsatz gemacht hat. Der Gewinn wird auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt. Insgesamt betreibt der Marktführer in Deutschland etwa 4300 Filialen.
Lidl
Auch der zweitplatzierte Lidl lässt sich nicht gerne in die Zahlen schauen. Für 2011 wird der weltweite Umsatz auf 50,4 Milliarden Euro geschätzt. Das Flaggschiff der Schwarz-Gruppe betreibt bundesweit rund 3100 Filialen. Lidl verkauft - anders als Aldi - auch viele Markenartikel.
Netto
Nach dem Zusammenschluss mit Plus ist Netto der drittgrößte Discounter Deutschlands. Die Edeka-Tochter hat in Deutschland rund 4000 Filialen. Der Umsatz lag 2011 bei etwa 13,7 Milliarden Euro.
Penny
Der Discounter Penny des Rewe-Konzerns erwirtschaftete 2011 mit seinen bundesweit 2400 Filialen rund zwölf Milliarden Euro Umsatz. Rewe hatte sich 2007 mit Edeka eine Bieterschlacht um den Discounter Plus geliefert, unterlag jedoch.
Norma
Der Discounter hat in Deutschland rund 1300 Filialen und erwirtschaftet einen Umsatz von schätzungsweise 2,7 Milliarden Euro. Der Schwerpunkt des Filialnetzes liegt in Süddeutschland, aber auch in Frankreich, Tschechien und Österreich gibt es Norma-Märkte.


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