Umbauprojekt Aniko Aldi Nord plant Milliarden-Modernisierung

Aldi-Filialen sind für ihre spartanische Einrichtung bekannt. Nun will Aldi Nord sie für mehr als fünf Milliarden Euro aufhübschen. Doch der Streit zwischen den Gründerfamilien könnte das Projekt bremsen.

Neu gestaltete Filiale von Aldi Nord in Gladbeck
DPA

Neu gestaltete Filiale von Aldi Nord in Gladbeck


Umbauprojekt Aniko - unter diesem Namen will der Discounter Aldi Nord weltweit mehr als fünf Milliarden Euro in die Modernisierung seiner Filialen investieren. Die Geschäfte sollen heller, freundlicher und großzügiger werden.

"Aniko ist eine der bedeutendsten unternehmerischen Entscheidungen in der Geschichte von Aldi-Nord", sagte Theo Albrecht junior, Sohn des Unternehmensgründers, der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte bereits die "Bild am Sonntag" über die Pläne berichtet.

Die Milliardeninvestitionen müssen allerdings noch eine wichtige Hürde nehmen. Denn der Discounter ist im Besitz von drei Stiftungen, die den Plänen einstimmig zustimmen müssen. Bislang fehlt die Zustimmung der Jacobus-Stiftung, in der die Witwe des Gründersohns Berthold Albrecht und ihre Kinder das Sagen haben.

Deshalb wird befürchtet, dass die Pläne wegen der mehr als ein Jahr andauernden Auseinandersetzungen zwischen den zerstrittenen Familienstämmen - auf der einen Seite Berthold Albrecht junior, auf der anderen Seite Babette Albrecht und ihre Kinder - Schaden nehmen könnten. Das "größte Investitionsprojekt" in der Firmengeschichte drohe sich wegen der Nichtzustimmung der Jakobus-Stiftung zu verzögern, zeigten sich Unternehmenskreise besorgt. Dies könne Aldi Nord in dem harten Wettbewerb der Branche belasten.

Der Rechtsanwalt von Babette Albrecht wies den Vorwurf, den Konzern zu bremsen, entschieden zurück. Der Vorstand der Jacobus-Stiftung werde entscheiden, sobald alle notwendigen Informationen dafür vorlägen. Dies sei jedoch derzeit noch nicht der Fall. "Wir können nicht auf Basis unvollständiger Informationen entscheiden. Es geht ja um viel Geld", sagte er.

Die Brüder Karl und Theo Albrecht teilten das von ihrem Vater gegründete Unternehmen im Jahr 1961 in die Unternehmensteile Nord und Süd auf. Die Erben beider Seiten sind schon seit Längerem zerstritten.

Aldi Süd hatte bereits vor gut einem Jahr ein Konzept zur Modernisierung seiner Filialen vorgestellt. Dazu gehörte unter anderem die Abschaffung der Paletten, die lange das Bild der spartanischen Filialen prägten.

dab/dpa

insgesamt 33 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
sbo 04.07.2017
1. In den neuen Aldi Märkten...
... läuft man sich nur tot. Mehr Auswahl haben diese auch nicht. Ich fahre extra die kleinen an ;-)
goethestrasse 04.07.2017
2. Der Schuß wird nach hinten losgehen
Wenn ich zu ALDI gehe, will ich gute Qualität, Frische und gute Preise. Für das Ambiente will ich nicht zahlen. Je mehr sich die Discounter verzetteln, je umfangreicher und spartenreicher das Angebot, desto mehr meide ich sie und gehe lieber in den Supermarkt
ziooyong 04.07.2017
3. Na
Na ja, die werden es nötig haben. Entdecke in letzter Zeit öfters vergammeltes Obst, Preise stimmen nicht, Waren können nicht verkauft werden da die Auszeichnung nicht stimmt. In den Läden ist kein wlan vorhanden, vorsinntflutlich.
rst2010 04.07.2017
4. alsi süd
hat modernisiert. er sieht mir jetzt zu edel aus jetzt, zu teuer. es ist alles umgestellt; die absicht dahinter, für frischware (gemüse) den kunden bis in den hintesten winkel des ladens zu dirigieren, um möglichst viel beifang zu machen, halte ich für ein dummverkaufen des kunden und kaufe dort nicht mehr ein.
Wofgang 04.07.2017
5.
Aldi Nord hat es auch nötig! Die Filialen sehen ziemlich alt aus. Habe dort nie wirklich gerne eingekauft.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.