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Moschee-Motiv: Aldi Süd erzürnt mit Seifen-Rücknahme

Auf einer Seifenpackung ist eine Moschee abgebildet, ein Kunde beschwert sich und Aldi Süd nimmt das Produkt aus dem Programm. Jetzt wird das Unternehmen dafür wüst beschimpft.

Aldi-Filiale in Köln: Gefährdung der Meinungsfreiheit? Zur Großansicht
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Aldi-Filiale in Köln: Gefährdung der Meinungsfreiheit?

Berlin - Die Rücknahme einer Seifenpackung mit einem Moschee-Motiv hat dem Discounter Aldi Süd im Internet viel Kritik eingebracht. Auf Twitter und der Facebook-Seite des Unternehmens sammelten sich bis Montagabend zahlreiche Kommentare, die den Verantwortlichen mangelndes Rückgrat und eine Gefährdung der Meinungsfreiheit vorwarfen.

Der Vorschlag, sich in "Üldü" umzubenennen, gehört dabei noch zu den harmloseren, viele Kommentare sind eindeutig islamfeindlich, andere einfach nur fassungslos.

Aldi Süd hatte am vergangenen Donnerstag angekündigt, die Creme-Seife "Ombia - 1001 Nacht" nicht länger in der bisherigen Form anzubieten. Auf der Verpackung des Seifenspenders ist die Silhouette einer Moschee abgebildet. Ein Kunde hatte sich auf Facebook beschwert, die Abbildung eines religiösen Motivs auf einem Gebrauchsprodukt sei unpassend. Aldi Süd reagierte nach weniger einer Stunde mit einer Entschuldigung und kündigte an, die Seife werde "in Kürze nicht mehr in unseren Filialen erhältlich sein".

Wegen dieser Aussage wird im Internet nun teilweise zum Boykott von Aldi Süd aufgerufen. Es finden sich jedoch auch weniger aufgeregte Kommentare, die den Sinn der Reaktion dennoch in Frage stellen. Sie verweisen unter anderem darauf, dass es sich beim gezeigten Gebäude offenbar um die Hagia Sophia in Istanbul handelt. Diese diente in ihrer wechselvollen Geschichte sowohl als Moschee wie auch als Kirche - ist inzwischen aber ein Museum.

dab

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Die Discounter in Deutschland
Aldi
Die unangefochtene Nummer eins der Lebensmittel-Discounter in Deutschland, Aldi , ist ebenso erfolgreich wie verschwiegen. Branchenexperten schätzen, dass Aldi 2011 weltweit rund 57 Milliarden Euro Umsatz gemacht hat. Der Gewinn wird auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt. Insgesamt betreibt der Marktführer in Deutschland etwa 4300 Filialen.
Lidl
Auch der zweitplatzierte Lidl lässt sich nicht gerne in die Zahlen schauen. Für 2011 wird der weltweite Umsatz auf 50,4 Milliarden Euro geschätzt. Das Flaggschiff der Schwarz-Gruppe betreibt bundesweit rund 3100 Filialen. Lidl verkauft - anders als Aldi - auch viele Markenartikel.
Netto
Nach dem Zusammenschluss mit Plus ist Netto der drittgrößte Discounter Deutschlands. Die Edeka-Tochter hat in Deutschland rund 4000 Filialen. Der Umsatz lag 2011 bei etwa 13,7 Milliarden Euro.
Penny
Der Discounter Penny des Rewe-Konzerns erwirtschaftete 2011 mit seinen bundesweit 2400 Filialen rund zwölf Milliarden Euro Umsatz. Rewe hatte sich 2007 mit Edeka eine Bieterschlacht um den Discounter Plus geliefert, unterlag jedoch.
Norma
Der Discounter hat in Deutschland rund 1300 Filialen und erwirtschaftet einen Umsatz von schätzungsweise 2,7 Milliarden Euro. Der Schwerpunkt des Filialnetzes liegt in Süddeutschland, aber auch in Frankreich, Tschechien und Österreich gibt es Norma-Märkte.


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