Greenpeace-Kampagne Aldi will Kleidung und Schuhe künftig giftfrei produzieren

Billigkleidung mit giftiger Chemie? Die lässt sich kaum noch ohne Imageverlust verkaufen. Nach Lidl und Tchibo will jetzt auch Aldi aus dieser Erkenntnis Konsequenzen ziehen.

Aldi-Filiale: Nachholbedarf bei der Wiederverwertbarkeit
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Aldi-Filiale: Nachholbedarf bei der Wiederverwertbarkeit


Hamburg - Die Bekleidungsindustrie ist ein Megageschäft, das oft zu Lasten der Umwelt geht. Deshalb will Greenpeace Hersteller dazu drängen, sich gegen den Einsatz von gesundheitsschädlichen Chemikalien in der Textilproduktion zu bekennen. Nun macht offenbar auch Aldi Zugeständnisse und versucht, sich mithilfe der PR-Kampagne ein grüneres Image zu geben.

Aldi verpflichte sich, bis zum Jahr 2020 alle umwelt- und gesundheitsschädlichen Chemikalien aus der Textilproduktion zu verbannen, teilt Greenpeace mit: Das Unternehmen werde am Dienstag einen detaillierten Plan zur Entgiftung veröffentlichen. Mit dem Textilgeschäft setzt Aldi jährlich etwa 2,5 Milliarden Euro jährlich um. Das sind knapp zehn Prozent des Gesamtumsatzes von 27,5 Milliarden Euro.

Ob diese Bekenntnisse Erfolge zeitigen, wird sich erst an künftigen Überprüfungen messen lassen. Denn Aldi Nord und Süd hatten schlecht abgeschnitten, als Greenpeace im Herbst Kinderkleidung und Kinderschuhe verschiedener Discounter auf gefährliche Chemikalien getestet hatte. In einem Discounter-Einkaufsratgeber attestierten die Umweltschützer den in Essen und Mühlheim ansässigen Unternehmen auch umweltschädlichen Rohstoffeinsatz sowie Nachholbedarf bei der Wiederverwertbarkeit der Textilien und bei Sozialstandards.

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Chemie in Kinderkleidung: Reizmittel, Weichmacher, Schadstoffe
Immerhin: Nun setzt sich das Unternehmen selbst die Frist, bis Ende Juni 2016 aus der Textilproduktion gefährliche Schadstoffe zu verbannen, deren Abbauprodukte hochgiftig für Wasserorganismen sind. Per- und polyfluorierte Chemikalien, die das Immunsystem und die Fortpflanzung schädigen können, sollen bis spätestens Ende 2016 aus Textilien verschwinden.

Mit diesem Schritt folgt der Discounter einem Trend in der Branche, öffentlichkeitswirksam auf mehr Nachhaltigkeit zu setzen. Bereits 24 international führende Modeunternehmen und sechs italienische Zulieferer haben sich verpflichtet, ihre Produktion bis 2020 zu entgiften. Lidl, Rewe/Penny und der Hamburger Handelsriese Tchibo haben ihre Produktion bereits umgestellt. Tchibo will sogar ein Rücknahme- und Recycling-Programm einführen.

Wenn die Bemühungen gelingen sollten, wäre dies allerdings von einiger Bedeutung angesichts des rasant wachsendenden Textilgeschäfts: Jede Woche werfen die Billig-Supermärkte gewaltige Stückzahlen auf den Markt. Aldi ist der neuntgrößte deutsche Modehändler. Auch Lidl und Tchibo zählen zu den Top 10.

bos/mik



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insgesamt 14 Beiträge
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cerberus66 31.03.2015
1. Klamotten kaufe ich nicht bei Aldi
sondern im Bekleidungsgeschäft. Und dabei zählt für mich im Zweifel die Höhe des Preises. In Kosten denken heisst Kosten senken.
Dogbert 31.03.2015
2. Ist auch dringend nötig
ich war gestern bei Aldi und bin an einem Warentisch mit den aktuell im Angebot befindlichen "Teenie Textilsneakern" für 2,99 Eur vorbeigegangen. der Chemiegestank dieser Dinger hat einem den Atem verschlagen. Andererseits, wer sowas kauft ist auch ein gut Stück selber schuld wenn er sich dran vergiftet.
babbelnet 31.03.2015
3. Verbraucherschutz??
Vielen Dank Aldi. Es sollte aber doch wohl für jedes deutsche Unternehmen normal sein giftfrei zu produzieren. Wenn wir Gift wollen brauchen wir ja nur chinesische produkte zu kaufen. Gibt es eigentlich einen Verbraucherschutz in Deutschland? Er sollte es sein und nicht Greenpeace der auf diese Mißstände aufmerksam macht.
schneemann3 31.03.2015
4. und was zählt dann das Ökotex Siegel?
Ist das nur nutzloses Beiwek oder heißt das tatsächlich, dass im Endprodukt keine Giftstoffe (oder unterhalb eines Grenzwertes) vorhanden sind?
tom2000 31.03.2015
5. Klamotten kaufe ich auch nicht bei Aldi
"Klamotten kaufe ich nicht bei Aldi sondern im Bekleidungsgeschäft. Und dabei zählt für mich im Zweifel die Höhe des Preises. In Kosten denken heisst Kosten senken." Ich kaufe auch nicht bei Aldi, H&M, Kik usw. Allerding bezweifle ich, dass teurere Kleidung besser ist in Bezug auf Schadstoffbelastung und Nachhaltigkeit im Allgemeinen. Vielleicht hat da jemand ein paar Fakten und Zahlen zu !?
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