Reichster Mann Chinas Gründer Jack Ma gibt Alibaba-Chefposten auf

Alibaba ist der weltweit größte Amazon-Konkurrent, der chinesische Onlinehändler hat mehr als eine halbe Milliarde Kunden. Jetzt teilt Konzernboss Jack Ma mit: Montag ist für ihn Schluss.

Jack Ma
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Jack Ma


Jack Ma, Mitgründer und Vorstandsvorsitzender des chinesischen Onlinehändlers Alibaba und zugleich reichster Mann Chinas, hat seinen Rücktritt angekündigt. Er werde am Montag die Spitze von Alibaba verlassen, um sich um Bildungsfragen zu kümmern, sagte er in einem Interview der "New York Times". Am Montag feiert Ma seinen 54. Geburtstag.

Den bevorstehenden Wechsel an der Spitze des Unternehmens bezeichnete er "nicht als Ende, sondern als Beginn einer Ära". Allerdings wolle er weiterhin im Aufsichtsrat bleiben.

Ma hatte Alibaba 1999 in seiner Wohnung in Hangzhou gegründet und zur erfolgreichsten chinesischen Handelsplattform entwickelt. In den Jahren danach entwickelte sich das Unternehmen zum weltweit größten Amazon-Konkurrenten, vor allem mit Kerngeschäften wie Alibaba.com, TMall, und Taobao, Chinas größtem Onlinemarkt.

Firmenmitgründer Ma gilt in der heimischen Internetindustrie als Kultfigur. Er ist laut "NYT" mit einem geschätzten Vermögen von 40 Milliarden Dollar (rund 34,3 Milliarden Euro) der reichste Mann Chinas. "Forbes" hingegen hatte den Spitzenmanager zuletzt als drittreichsten Chinesen mit einem Nettovermögen von 36,6 Milliarden Dollar bezeichnet.

Alibaba selbst wird an der Börse mit 420 Milliarden Dollar (361 Milliarden Euro) bewertet. Der Erfolg des Unternehmens basiert auf hohen Investitionen in Logistiknetzwerke, um Waren innerhalb Chinas auszuliefern. Dazu kam das eigene Bezahlsystem Ant Financial, ursprünglich Alipay.

Unter Mas Leitung wurde Alibaba 1999 von 18 Jungunternehmern gegründet. Inzwischen beschäftigt der Onlinehändler 66.000 Vollzeitkräfte.

Allein im vergangenen Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 61 Prozent auf 80,9 Milliarden Yuan (rund 10,2 Milliarden Euro), wie das Unternehmen im August mitteilte. Alibaba hat 576 Millionen aktive Nutzer in seinen chinesischen Handelsplattformen.

Das Wachstum des Unternehmens war nicht immer einfach. Unter anderem gab es Ärger mit chinesischen Behörden wegen des Verkaufs gefälschter Waren. Auch die USA setzten Alibaba in den Jahren 2016 und 2017 wegen gefälschter Markenwaren auf die schwarze Liste.

Ma kontrolliert neben Alibaba auch das Fintech-Unternehmen Ant Financial, das bei der jüngsten Finanzierungsrunde mit etwa 150 Milliarden Dollar bewertet wurde.

wal/dpa/Reuters



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frankfurtbeat 08.09.2018
1. eine ...
eine weise Entscheidung die Geschäfte abzugeben und sich anderen Dingen im Leben zu widmen. Anscheinend hat er nicht wie viele andere das Problem mit dem "Loslassen der Macht" und widmet soch wichtigen DIngen. Mit 54 Jahren hat er noch ausreichend Zeit sein Leben zu genießen und "Gutes" zu tun.
zia-zaruba 08.09.2018
2. bestimmt ist es
eine wohl durchdachte Entscheidung .
marc.koch 08.09.2018
3. Alles freiwillig ...
... ja, nee, ist klar!
GaliX622 08.09.2018
4. Allgemeinwissen
Alibaba ist kein direkter Amazon Konkurrent. Alibaba richtet sich größtenteils an Kommerzielle Kunden (Business-to-Business) während Amazon nur an private Konsumenten richtet. (Business-to-Customer) Vlt. sollte man einen Unterschied als Konsument kennen.
R.W.Schramm 08.09.2018
5. Die größten Privatunternehmen Chinas im Jahr 2018
Hersteller von hochwertigen Waren und Einzelhändler führen in diesem Jahr die Liste der 500 größten Privatunternehmen Chinas an. Dies unterstreicht die wichtige Rolle, die die Privatwirtschaft bei der Erzielung von Wachstum im Hochqualitätssektor der Volkswirtschaft spielt. Der Smartphone-Hersteller Huawei landet zum dritten Mal auf Platz 1 der von der Allchinesischen Industrie- und Handelskammer (ACFIC) am Mittwoch veröffentlichten Liste der 500 größten Privatunternehmen. Im Jahre 2017 generierte der Konzern einen Umsatz von 603,62 Milliarden Yuan (88,5 Milliarden US-Dollar). Diese Daten wurden auf dem Gipfeltreffen 2018 der China Top 500 in Shenyang, der Hauptstadt der nordostchinesischen Provinz Liaoning, bekanntgegeben. Unter den zehn führenden Unternehmen finden sich vier Einzelhändler, unter denen der Internetversandhändler Suning an der Spitze steht. Im vergangenen Jahr überstieg der Umsatz von jeder der neun größten Unternehmen den Betrag von 300 Milliarden Yuan, was ein Hinweis auf wachsende Unternehmensgröße und wachsenden Einfluss ist. "Chinas Privatwirtschaft hat auch im Jahre 2017 eine gesunde Entwicklung erfahren," so Huang Rong, Vize-Vorstand der ACFIC. Die Betriebe in Privatbesitz hätten stetig ihre Unternehmensstruktur optimiert und trügen immer mehr zur Entwicklung der Gesellschaft bei. Eine neue Rekordzahl von 162 Firmen aus dem Dienstleistungsbereich drängt dieses Jahr in die Bestenliste. Im vergangenen Jahr waren es nur 117 gewesen. Die zehn größten Privatunternehmen Chinas im Jahr 2018: Platz 10 Dashang Group Co Ltd Umsatz: 280,81 Mrd. Yuan Sektor: Warenhäuser, Supermärkte und andere Einzelhandelsbereiche Hauptsitz: Provinz Liaoning Platz 9 Hengli Group Co Ltd Umsatz: 307,94 Mrd. Yuan Sektor: Herstellung von Chemiefasern Hauptsitz: Provinz Jiangsu Platz 8 Gome Holdings Group Umsatz: 309,35 Mrd. Yuan Sektor: Einzelhandel Hauptsitz: Beijing Platz 7 Evergrande Group Umsatz: 311,02 Mrd. Yuan Sektor: Immobilien Hauptsitz: Provinz Guangdong Platz 6 Legend Holdings Ltd Umsatz: 316,26 Mrd. Yuan Sektor: Herstellung von Computern, Telekommunikationssystemen und elektronischen Bauteilen Hauptsitz: Beijing Platz 5 Shandong Weiqiao Pioneering Group Co Ltd Umsatz: 359,58 Mrd. Yuan Sektor: Schmelzen und Walzen von Buntmetallen Hauptsitz: Provinz Shandong Platz 4 JD Group Umsatz: 362,33 Mrd. Yuan Sektor: Internet, Internethandel und verwandte Dienstleistungen Hauptsitz: Beijing Platz 3 Amer International Group Umsatz: 491,8 Mrd. Yuan Sektor: Verarbeitung von Buntmetallen Hauptsitz: Provinz Guangdong Platz 2 Suning Holdings Group Umsatz: 557,88 Mrd. Yuan Sektor: Einzelhandel Hauptsitz: Provinz Jiangsu Platz 1 Huawei Technologies Co Ltd Umsatz: 603,62 Mrd. Yuan Sektor: Herstellung von Smartphones, Computern, Telekommunikationssystemen und elektronischen Bauteilen Hauptsitz: Provinz Guangdong Vgl. CIIC Beijing
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