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10. September 2018, 05:11 Uhr

Alibaba-Gründer

Jack Ma gibt Chefposten im September 2019 ab

Erst hatte es Verwirrung um den Termin gegeben, nun steht fest: Der Chef des chinesischen Internetkonzerns Alibaba, Jack Ma, zieht sich in einem Jahr aus dem Unternehmen zurück. Sein Nachfolger steht bereits fest.

Jack Ma will in einem Jahr als Vorstandschef des chinesischen Online-Giganten Alibaba abtreten. Das gab der chinesische Milliardär am Montag in einem von Alibaba veröffentlichten Brief bekannt. Nachfolger von Ma soll Daniel Zhang werden, der schon seit gut fünf Jahren als CEO das Tagesgeschäft verantwortet.

Bereits am Wochenende hatte es Berichte gegeben, dass Ma am Montag seinen Rücktritt ankündigen werde. Darüber, wann er seinen Vorsitzenden-Posten bei der Alibaba Group aufgibt, gab es allerdings unterschiedliche Angaben. Nun scheint das Timing klar: Um einen "reibungslosen und erfolgreichen" Übergang zu gewährleisten, werde Ma bis zum 10. September 2019 Vorstandsvorsitzender bleiben, schrieb Ma.

Als ein Direktor im Aufsichtsrat wolle Ma demnach noch bis zum Aktionärstreffen 2020 bleiben: "Lehrer wollen immer, dass ihre Schüler sie übertreffen. Das Verantwortungsvollste für mich und das Unternehmen ist es, dass jüngere, talentiertere Leute die Führung übernehmen."

Ma, der am Montag seinen 54. Geburtstag feiert, gilt als Gesicht und Vordenker der Firma. Die "New York Times" hatte zunächst einen Artikel veröffentlicht, wonach Ma am Montag seinen Rückzug als Vorsitzender ankündigen sollte. Ein Alibaba-Sprecher bezeichnete dies am Sonntag in der Zeitung "South China Morning Post" als "aus dem Zusammenhang gerissen und sachlich falsch". Ma werde sich am Montag nicht aus dem Unternehmen zurückziehen, sondern lediglich einen Nachfolge-Plan vorstellen.

In seinem Brief deutete Ma an, dass er sich nach seinem Rückzug bei Alibaba vor allem wohltätigen Aufgaben widmen werde. Er könnte damit in die Fußstapfen von Microsoft-Gründer Bill Gates treten, der nach seinem Rückzug beim Windows-Konzern einen großen Teil seines Milliardenvermögens für wohltätige Zwecke wie den Kampf gegen Krankheiten ausgibt.

Bildung, Umweltschutz und Philanthropie seien Dinge, die ihn künftig wahrscheinlich beschäftigen werden, schrieb Ma: "Die Welt ist groß und ich bin noch jung, also möchte ich neue Dinge ausprobieren."

aar/dpa/AFP

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