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09. September 2014, 19:16 Uhr

Börsengang-Werbetour

Alibaba enttäuscht Anleger bei Roadshow-Auftakt

Lange Schlangen vor dem Eingang, Stehplätze, abgepackte Truthahn-Sandwiches: Nicht nur mit dem Ambiente hat Alibaba zum Start der Werbetour für den Börsengang potenzielle Anleger enttäuscht. Auch konkrete Antworten auf Fragen gab es kaum.

New York - Das New Yorker Waldorf Astoria eines der renommiertesten Hotels weltweit. Ein geeigneter Ort also, um dort Anleger zu empfangen und von einer möglichen Investition zu überzeugen. Das dachten sich wohl auch die Verantwortlichen für die Werbetour des chinesischen Online-Händlers Alibaba, der in Kürze an die Börse gehen will, und in den prestigeträchtigen Räumen in New York den Roadshow-Auftakt dazu veranstaltete. Doch der misslang offenbar reichlich.

Lange Schlangen am Eingang, überfüllte Räume wegen großen Andrangs, Stehplätze, ein verspäteter Beginn - für die Investoren begann das Alibaba-Event wenig luxuriös. Als Catering sollen ihnen dann noch abgepackte Truthahn-Sandwiches vorgesetzt worden sein.

Vor allem aber inhaltlich konnte die Veranstaltung um den milliardenschweren Alibaba-Börsengang einige Anleger nicht überzeugen. "Habe ich was Neues erfahren? Ein klares Nein", sagte etwa Akram Yosri, Finanzmanager bei der 3iCapital Group. Andere Anleger äußerten sich der Nachrichtenagentur Reuters zufolge ähnlich: Sie hätten gerne gewusst, wie Alibaba zu Vorwürfen steht, bei der Besetzung des Managements zu intransparent zu sein - doch auch ihre Fragen seien nicht beantwortet worden.

Der außerhalb Chinas weitgehend unbekannte Amazon-Konkurrent hatte am vergangenen Freitag die Endphase seines US-Börsengangs eingeläutet und die Preisspanne für seine Aktien auf 60 bis 66 Dollar festgesetzt. Damit käme Alibaba am oberen Ende insgesamt auf einen Börsenwert von 163 Milliarden Dollar. Damit wird es das größte chinesische Unternehmen an einer US-Börse sein.

vks/Reuters

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