Chinesischer Onlinehändler Alibaba wächst - aber nicht genug

Ein hohes Umsatzplus, ein ordentlicher Gewinnzuwachs - auf den ersten Blick sehen die Zahlen des Onlinehändlers Alibaba gut aus. Dennoch sind Analysten enttäuscht. Denn der chinesische Erfolgskonzern wächst langsamer als erwartet.

Alibaba-Logo: Analysten erwarten hohes Wachstum
REUTERS

Alibaba-Logo: Analysten erwarten hohes Wachstum


Lange Zeit kamen aus Chinas Wirtschaft fast nur Erfolgsmeldungen. Doch inzwischen wächst die Sorge um die Konjunktur in der Volksrepublik. Die aktuellsten Wirtschaftsdaten deuten auf ernste Probleme hin. Und auch einer der bekanntesten chinesischen Konzerne kann mit seiner Quartalsbilanz nicht überzeugen. Denn die Online-Handelsplattform Alibaba ist langsamer gewachsen als von Analysten erhofft.

Im zweiten Quartal legte der Umsatz von Alibaba im Jahresvergleich um 28 Prozent auf 3,27 Milliarden Dollar zu, wie das Unternehmen mitteilte. Der Nettogewinn kletterte um 30 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar.

Alibaba hatte beim größten Börsengang aller Zeiten im vergangenen September rund 25 Milliarden Dollar von Investoren eingesammelt. Der Konzern kommt in seinem Heimatland auf einen Marktanteil von 80 Prozent. Alibaba mischt mit Töchtern und Beteiligungen auch bei Internet-Netzwerken, Webseiten, Chat- und Kartendiensten sowie klassischen Kaufhäusern mit.

Das Management betonte, die Expansion ins Ausland und in ländliche Gebiete in China stehe nun oben auf der Prioritätenliste, ebenso wie Investitionen in das sogenannte Cloud Computing, also Rechen- und Speicher-Dienstleistungen im Internet.

Alibaba Chart zeigen-Aktien haben dieses Jahr bislang 26 Prozent an Wert verloren. Nach den Quartalszahlen büßten sie an der Wall Street vorbörslich knapp sieben Prozent ein.

mmq/Reuters/dpa



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insgesamt 3 Beiträge
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gable 12.08.2015
1. Kann alles immer nur wachsen?
Bloß weil es Alibaba gibt, werden die Menschen in Summe nicht mehr kaufen. Wo soll auch das dafür benötigte mehr an Geld kommen. Das Wachstum wird also auf Kosten kleiner, lokaler Händler gehen. Diese leiden darunter. Egal, Hauptsache der Analyst ist glücklich, der Investor wird reicher und der Aktienkurs steigt. Die Armen werden ärmer und die Reichen reicher...
cave-canem 13.08.2015
2. Das Problem ist doch
die Mengenlehre, denn wenn die Menge G = Geld konstant bleibt, kann dafür insgesamt auch nur eine konstante Menge A = Artikel gekauft werden. Und wenn der Anbieter B mehr als der Anbieter C verkaufen will, muss er C kanibalisieren ... und das läßt dieser wiederum nicht freiwillig mit sich geschehen. Dazu gabe es schonmal ein Buch, The Club of Rome - Das Ende des Wachstums. Das ist aber wohl noch nicht in's chinesische übersetzt worden ... oder der Zensur anheim gefallen.
GrinderFX 13.08.2015
3.
Zitat von cave-canemdie Mengenlehre, denn wenn die Menge G = Geld konstant bleibt, kann dafür insgesamt auch nur eine konstante Menge A = Artikel gekauft werden. Und wenn der Anbieter B mehr als der Anbieter C verkaufen will, muss er C kanibalisieren ... und das läßt dieser wiederum nicht freiwillig mit sich geschehen. Dazu gabe es schonmal ein Buch, The Club of Rome - Das Ende des Wachstums. Das ist aber wohl noch nicht in's chinesische übersetzt worden ... oder der Zensur anheim gefallen.
Laut ihrer Logik ist aber alles gleich, niemand kann mehr wachsen oder schrumpfen. So läuft das aber nicht in unserem Universum. Es gibt Firmen, die machen viel richtig und welche die machen viel falsch. Warum sollte Alibaba also nicht wachsen können, wenn sie viel richtig machen und dazu noch viel Geld haben? Alibaba genießt in der letzten Zeit viel Medienrummel, sprich alleine deswegen müssten sie schon wachsen. Alibaba wird aggressiv auf Einkaufskurs gehen, denn Alibaba ist schon lange nicht mehr nur in China aktiv. Somit ist deren Wachstumspotential gigantisch. So schwer ist doch das nicht zu verstehen.
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