Neue Strategie Allianz will Geld klimaschonend anlegen

Die Allianz will bei Geldanlagen künftig stärker auf Klimaschutz achten. Nach dem angekündigten Rückzug aus der Kohleenergie verspricht der Versicherungskonzern, seine Investments flächendeckend umzuschichten.

Windenergie (alt und neu): Allianz investiert künftig nur noch klimafreundlich
Getty Images

Windenergie (alt und neu): Allianz investiert künftig nur noch klimafreundlich


Wenige Tage vor Beginn der Uno-Klimakonferenz hat der Versicherungskonzern Allianz SE eine neue Anlagestrategie ausgerufen. Künftig soll der Klimaschutz in das gesamte Geschäft integriert werden. Mit Kundengeldern von mehr als 630 Milliarden Euro ist der Konzern einer der größten Akteure an den Finanzmärkten.

"Mit unserem Risikowissen, unserer Finanzstärke und unseren langfristigen Anlagehorizonten können wir den Klimaschutz wirkungsvoll unterstützen und gleichzeitig langfristige Chancen für unsere Kunden nutzen", sagte Vorstandschef Oliver Bäte in München.

Der Konzern verspricht, seine Geldanlagen "flächendeckend" nach 37 Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung zu analysieren - dazu gehören demnach Treibhausgasemissionen, Energieeffizienz, Datenschutz und Korruption. Die neue Strategie soll von vier Maßnahmen eingeleitet werden.

Ausstieg aus Kohle

Schon Anfang der Woche hatte die Allianz angekündigt, zukünftig keine Kohle-basierten Geschäftsmodelle mehr zu finanzieren. Man werde nicht mehr in Unternehmen investieren, wenn sie mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes durch den Abbau von Kohle oder mehr als 30 Prozent ihrer Energieerzeugung aus Kohle erzielen, hieß es. Bis März 2016 würden dazu Aktien im Wert von 225 Millionen Euro abgestoßen, Anleihen mit einem Wert von insgesamt 3,9 Milliarden Euro liefen dann aus.

Klimaversicherungen für Entwicklungsländer

Parallel zur Umschichtung der Kundengelder will die Allianz auch ihr Versicherungsgeschäft in den Entwicklungsländern voranbringen. Wie der Konzern mitteilt, arbeitet er an einer Satellitentechnologie-basierten Versicherung für Reisbauern. Gemeinsam mit anderen Versicherern entwickle man "Ansätze für das G7-Ziel, 400 Millionen Menschen in Entwicklungsländern gegen Klimarisiken zu versichern".

Investitionen in klimafreundliche Wirtschaft

Vorstandschef Bäte versprach zudem deutlich höhere Investitionen in erneuerbare Energien. Das Unternehmen schätzt, dass die jährlich notwendigen Investitionen für die globale Energiewende bis 2035 von heute 380 auf 780 Milliarden Dollar steigen. Die Allianz habe schon jetzt mehr als 2,5 Milliarden Euro in erneuerbare Energien investiert. "Wir wollen unsere Investitionen mittelfristig mindestens verdoppeln", sagte Bäte.

Zusammenarbeit mit NGOs

Um die Glaubwürdigkeit der klimafreundlichen Anlagestrategie zu unterstreichen, kündigte der Konzern außerdem die Zusammenarbeit mit den drei Nichtregierungsorganisationen Germanwatch, Transparency International und WWF an. Die Organisationen sollen an der Entwicklung und Umsetzung der Maßnahmen beteiligt werden.

nck

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 21 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
räbbi 26.11.2015
1.
Ja ja, follow the money. ...und "the money" ist heute idR da, wo die dicksten Subventionen abzugreifen sind. Allianz macht's für's Klima, ich hau mich wech.
noalk 26.11.2015
2. Die Allianz macht's für's Klima
Tatsächlich. Aber nur, weil das Klima das Geld beeinflusst. Denn die Klimaveränderung stellt für die Allianz ein großes geschäftliches Risiko dar. Deren Folgen sind nämlich ziemlich unkalkulierbar, und damit versicherungsmäßig eher mit Hellseherei zu erfassen als durch Wahrscheinlichkeitsrechnungen.
karl-felix 26.11.2015
3. Die
Zitat von räbbiJa ja, follow the money. ...und "the money" ist heute idR da, wo die dicksten Subventionen abzugreifen sind. Allianz macht's für's Klima, ich hau mich wech.
wissen wovon sie reden , die kennen das Risiko und müssen im Schadensfall blechen . Die sind nicht blöd.
Allezy 26.11.2015
4. Das Einzige was das bewirkt
wird eine noch staerkere Underperformance der von der Allianz verwalteten Assets gegenueber den ihnen entsprechenden marktkapitalisierungsgewichteten Indizes/Benchmarks sein. Aber es ist ja hauptsaechlich das Geld der ungefragten Anleger und nicht das der Vorstaende.
ir² 26.11.2015
5.
Womit man ein Erpressungspotential ggü. der Politik aufbaut nicht die EE-Subventionen zurück zu fahren. Damit zahlt der Steckdosenkunde per EEG-Umlage weiter munter u.a. die Renditen der Versicherungskonzerne. Aber was soll's, die Opfer der "Energiewende" bejubeln sie ja am lautesten...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.