Unternehmens-Fusion Alstoms Betriebsrat gespalten über Siemens-Deal

Die geplante Fusion zwischen Siemens und dem französischen Zughersteller Alstom stößt weiter auf Ablehnung. Nach Protesten gegen den Deal in Frankreich zeigte sich Alstoms europäischer Betriebsrat nun uneins.

AFP


Bei einer Abstimmung über den geplanten Zusammenschluss des französischen Zugherstellers Alstom mit Siemens hat sich der europäische Alstom-Betriebsrat eher gegen den Deal ausgesprochen.

Nur zwei der der 13 Gewerkschaftsvertreter aus verschiedenen europäischen Ländern hätten in Paris für den Deal gestimmt, sagte ein Mitglied der allgemeinen Arbeiter-Gewerkschaft CGT der Deutschen Presse-Agentur. Fünf seien dagegen gewesen, sechs hätten sich enthalten.

Abstimmung ohne Auswirkung

Dieses Votum hat allerdings keine Auswirkungen auf den Deal zwischen Siemens und Alstom. Die Alstom-Konzernführung brauchte jedoch formal das Stimmungsbild des europäischen Betriebsrats, um die Annäherung voranzutreiben.

Die beiden Unternehmen hattenim September 2017 angekündigt, die Siemens-Zugsparte mit TGV-Hersteller Alstom zusammenzulegen. Der chinesische Rivale CRRC hat den Konkurrenzkampf zuletzt kräftig angeheizt, Siemens und Alstom hatten gegen ihn bei Aufträgen einen schweren Stand. Die Fusion soll ihnen mehr Kraft verleihen.

Der deutsche Siemens-Konzern erhält dabei eine knappe Mehrheit an dem neuen Zug-Branchenriesen. Dies hatte in Frankreich für Diskussionen gesorgt. Schließlich ist der von Alstom produzierte Hochgeschwindigkeitszug TGV ein industrielles Aushängeschild des Landes, das damit in deutsche Hände kommt. Das Geschäft soll Ende 2018 abgeschlossen werden.

Franzosen fürchten Jobverluste

Das gemischte Abstimmungsergebnis zeige die Verunsicherung angesichts des bevorstehenden Deals, sagte der CGT-Gewerkschaftler weiter. Französische Gewerkschaften hatten sich zuletzt gegen den Zusammenschluss ausgesprochen - unter anderem weil sie Jobverluste fürchten.

Zudem bestehe die Gefahr, dass nach dem Zusammenschluss außereuropäische Konkurrenten leichtes Spiel in Europa hätten. Dann gäbe es innerhalb des Kontinents nur noch einen Branchenriesen. Für alternative Angebote müssten Kunden zum Beispiel auf chinesische Anbieter zurückgreifen.

ans/dpa-AFX



insgesamt 2 Beiträge
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MisterD 08.02.2018
1. Kunden müssten chinesische Angebote zurückgreifen??
Kunden holen sich IMMER mehrere Angebote rein, allein um zu gucken WIE günstig der Chinese oder Inder nun ist. Und völlig egal ob Siemens, Alstom oder Siestom bzw. Almens...die Chinesen und Inder werden IMMER günstiger sein... die Frage ist eben nur wieviel günstiger sie sind... und nach der Fusion wird dieser Betrag, den ein Chinese günstiger ist, eben deutlich kleiner. Damit steigt die Chance, dass die Aufträge nach Europa kommen...
the_master 08.02.2018
2. Es gibt Konkurrenten
Bei den Schienenfahrzeugen die zuletzt stark gewachsene Stadler Rail sowie Bombardier, Hitachi Rail Italy (Ansaldo Breda) und Skoda. Evtl. könnten sich Stadler und Skoda zusammentun oder Stadler Bombardier übernehmen. Dann gäbe es wieder einen zweiten großen Player. Als Konkurrent zu CSSR werden größere Konzerne benötigt.
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