Auflagen für Übernahme EU zwingt GE zum Verkauf der Alstom-Gasturbinensparte

Der Deal ist perfekt: Die EU-Kommission und die US-Behörden haben General Electric die Übernahme von Alstom erlaubt. Allerdings muss der US-Konzern dafür einige Zugeständnisse machen.

Alstom-Sitz in Paris: Hochleistungsgasturbinensparte geht an Ansaldo
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Alstom-Sitz in Paris: Hochleistungsgasturbinensparte geht an Ansaldo


General Electric (GE) Chart zeigen darf große Teile des Energiegeschäfts von Alstom übernehmen. Die EU-Kommission und die US-Behörden haben den Deal genehmigt. Allerdings knüpfte Brüssel die Zustimmung an Auflagen: So werde GE die Hochleistungsgasturbinensparte von Alstom an das italienische Unternehmen Ansaldo verkaufen, teilte die EU-Kommission mit.

Damit will die EU-Kommission den Wettbewerb auf dem europäischen Markt sichern. Hätte sie die Übernahme ohne Auflagen genehmigt, gäbe es künftig mit GE und Siemens nur noch zwei Konkurrenten auf dem Gasturbinenmarkt. Brüssel hatte befürchtet, dass dies zu steigenden Preisen und weniger Wahlmöglichkeiten führen könnte.

Bei den Sparten, die nun von Alstom an Ansaldo gehen, handelt es sich um Bereiche von der Entwicklung bis zu Produktion und Wartung von Gasturbinen. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager verwies auf die Bedeutung dieser Technologie für die Mordernisierung der Energieversorgung angesichts des Klimawandels.

GE und Alstom hatten die Allianz ihrer Konzerne bereits im vergangenen Sommer vertraglich beschlossen, im Winter stimmte die französische Regierung dem Deal zu. Der US-Konzern hatte sich zuvor in einem Übernahmepoker gegen Siemens durchgesetzt. Paris hatte bei GE auf den Erhalt von Alstom-Arbeitsplätzen in Frankreich und einen strategischen Einfluss im Stromsektor gedrungen. Der US-Konzern zahlt für die Übernahme 12,4 Milliarden Euro.

brk/dpa/Reuters

insgesamt 8 Beiträge
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poramg 08.09.2015
1.
Mitsubishi ist ein weiterer Anbieter von schweren Gasturbinen, also gibt es momentan deren vier.
dunnhaupt 08.09.2015
2. Irreführend
Der amerikanische GE-Konzern baut schon seit Jahrzehnten Gasturbinen und wird dies natürlich auch weiterhin tun. Die GE France kauft aber nicht die Turbinenabteilung ihres Nachbarn Alstom (die beiden Werke grenzen ja unmittelbar aneinander).
mhuz 08.09.2015
3.
GE wird Alstom übernehmen und so lange umstrukturieren, Leute entlassen bis nichts mehr geht und dann Verkaufen, weil Alstom unrentabel ist.
NewYork76 08.09.2015
4. Warum?
Zitat von mhuzGE wird Alstom übernehmen und so lange umstrukturieren, Leute entlassen bis nichts mehr geht und dann Verkaufen, weil Alstom unrentabel ist.
Warum sollte GE in ein Unternehmen viel Geld investieren um dann noch mehr Geld in Umstrukturierungen und (in Frankreich sehr teurere) Entlassungen stecken nur um dann das Unternehmen mit Verlust zu verkaufen?!? Die betriebswirtschaftliche Logik dahinter muessen Sie mir aber bitte erklaeren...
nadine_thiel 09.09.2015
5. das wars
GE wird hier abspringen, da GE gerade an der Gasturbinensparte interessiert war. Warum soviel Geld zahlen wenn nur 50 % noch vorhanden ist.
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