Französischer Energiekonzern Gabriel befürwortet Fusion von Siemens und Alstom

Die Bundesregierung bezieht Stellung zum Übernahmepoker um Alstom: Wirtschaftsminister Gabriel sieht große Chancen in einer Fusion des französischen Konzerns mit Siemens. Dessen Chef Kaeser trifft nun Präsident Hollande.

Alstom-Mitarbeiter in Levallois-Perret: Siemens und GE buhlen um Übernahme
AFP

Alstom-Mitarbeiter in Levallois-Perret: Siemens und GE buhlen um Übernahme


Berlin - In Frankreich kommen am Montag die Bieter im Kampf um den französischen Technologiekonzern Alstom mit Staatschef François Hollande zusammen. In Deutschland bezieht die Bundesregierung klar Position: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sieht in einer möglichen Übernahme von Teilen des französischen Konzerns Alstom Chart zeigen durch den deutschen Konkurrenten Siemens Chart zeigen "große Chancen" für Deutschland und Frankreich. Eine deutsch-französische Verbindung biete große industriepolitische Potentiale für beide Länder, teilte das Wirtschaftsministerium mit.

Gabriel stehe in engem Kontakt mit allen Betroffenen, sagte sein Sprecher am Montag in Berlin. Er stimme sich dabei mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ab.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte lediglich, die Verhandlungen stünden in der Verantwortung der beteiligten Unternehmen. Die Bundesregierung sei informiert und stehe mit der französischen Regierung im Kontakt.

Falls Siemens den Übernahmepoker gewinnt, hätte der US-Rivale General Electric (GE) Chart zeigen das Nachsehen - der US-Konzern plant offenbar den Kauf von Alstom. Eine Partnerschaft Siemens/Alstom wäre auch für Deutschland offensichtlich besser als Alstom/GE. Da GE den französischen Wettbewerber mutmaßlich zerschlagen will, soll die französische Regierung Siemens darum gebeten haben, die Attacke mit einem Gegenangebot zurückzuschlagen.

Kaeser spricht mit Hollande

Erste Gespräche über einen Einstieg von Siemens gab es offenbar bereits im Februar. Als in der Branche ruchbar wurde, dass Alstom mit GE verhandelt, trafen sich Siemens-Chef Joe Kaeser und der Alstom-Vorstandsvorsitzende Patrick Kron am 10. Februar zu einem kurzen Vier-Augen-Gespräch in Paris. Der Siemens-Chef wollte über ein Zusammenrücken der Europäer reden, Kron zeigte damals aber wenig Interesse.

Am Montag schaltete sich Frankreichs Staatschef François Hollande in den Übernahmepoker ein. Nach Angaben von Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg trifft Hollande in getrennten Gesprächen die Konzernlenker von GE und Siemens, die ihre Angebote präzisieren sollen.

Siemens bestätigte den eigenen Termin in einer Mitteilung. Im Anschluss werde der Konzern entscheiden, ob ein Angebot für Alstom abgegeben wird und welche Inhalte dies gegebenenfalls hätte.

bos/Reuters/AFP



insgesamt 15 Beiträge
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WILHHERDE 28.04.2014
1. Gabriel spinnt wohl
Hat er das Schicksal Des Pharmakonzerns Höchst vergessen? Die deutsche Luft und Raumfahrtindustrie ist heute unter französischer Kontrolle. Gib dem Franzosen den kleinen Finger, dann nimmt er die ganze Hand.
leiboldson 28.04.2014
2.
Zitat von WILHHERDEHat er das Schicksal Des Pharmakonzerns Höchst vergessen? Die deutsche Luft und Raumfahrtindustrie ist heute unter französischer Kontrolle. Gib dem Franzosen den kleinen Finger, dann nimmt er die ganze Hand.
So ist es. Wenn Dilettant Gabriel oder auch die Grünen für eine Sache sind, dann ist das Gegenteil stets das richtige. 35h und Rente mit 60 verträgt sich nicht mit deutscher Hochleistungsarbeitswelt.
sportsman_g 28.04.2014
3. Gabriel hat immer Spendierhosen an - gefüllt mit Steuergeld
so macht man sich im Ausland beliebt. Und der deutsche Steuerzahler merkt es traditionell nicht. Bei einer Übernahme muss er die Rente mit 60 und die 35 Stundenwoche in Frankreich abschaffen oder finanzieren. Oder das Headquater von Siemens zieht nach Paris.
quark@mailinator.com 28.04.2014
4. ...
Nachdem Airbus in Toulouse zunehmend französisiert wird, wäre es dann aber diesmal angebracht, Sitz und Gewicht in DE zu haben. Sorry, aber Airbus ist nun wirklich ein echtes Beispiel dafür, daß man gegen FR auf lange Sicht seinen fairen 50% Anteil nicht behält. Dabei hatte DE auf dem Gebiet der Luftfahrt nun wirklich verdammt viel zu bieten (FR natürlich auch).
karl-der-gaul 28.04.2014
5. Was würde passieren
sollte sich GE schnell umdrehen und versuchen Siemens to schlucken. Kommen die Franzosen dann zur Hilfe?
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