Logistikzentrum Leipzig: Amazon-Beschäftigte streiken für Tarifvertrag

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Amazon-Mitarbeiter stehen im Regen: Streik am Standort Leipzig

Beschäftigte des Internet-Versandhändlers haben am Standort Leipzig erneut die Arbeit niedergelegt. Nach Gewerkschaftsangaben streikten in Früh- und Spätschicht insgesamt 500 Mitarbeiter für einen Tarifvertrag. Das Unternehmen gibt sich unbeeindruckt.

Leipzig - Im Streit um einen Tarifvertrag haben Beschäftigte des Internet-Versandhändlers Amazon in Leipzig am Montag zum zweiten Mal die Arbeit niedergelegt. In Früh- und Spätschicht waren zusammen rund 500 Beschäftigte im Streik, sagte Jörg Lauenroth-Mago, Fachbereichsleiter der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di. Trotz der kühlen und regnerischen Witterung harrten sie vor den Werkstoren aus. "Vom Streikablauf her ist alles in Ordnung, nun muss nur noch die Geschäftsführung reagieren", sagte Lauenroth-Mago.

Die Gewerkschaft fordert für die Amazon-Beschäftigten einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels. Das US-Unternehmen lehnt dies ab und orientiert sich nach eigenen Angaben an der Bezahlung in der Logistikbranche. Wegen des Streiks in Leipzig würden keine Auswirkungen für die Kunden erwartet, teilte das Unternehmen mit, zudem hätten sich "weniger als 380 Ver.di-Mitglieder am Standort Leipzig entschlossen, dem Aufruf zu folgen".

Ein für den Nachmittag geplantes Treffen mit Kommunalpolitikern hatte Amazon wegen des Streiks wieder abgesagt. Kunden, Medienvertreter und Politiker würden regelmäßig in die Logistikzentren eingeladen. Nachdem klar gewesen sei, dass gestreikt werde, seien die Politiker informiert worden, "dass der Eingang unseres Standorts unter Umständen schwer zu erreichen sein wird und dass Lärm unser Gespräch stören könnte - denn der Konferenzraum liegt zur Straße", begründete Amazon die Verschiebung des Treffens. Gewerkschafter Lauenroth-Mago bedauerte dies. "Die Streikenden hätten auch gern mit den Politikern über ihr Anliegen gesprochen", sagte er.

Anders als beim ersten Streik am 14. Mai waren am Montag am größten deutschen Amazon-Standort im osthessischen Bad Hersfeld keine Protestaktionen geplant. In Sachsen und Hessen hatten sich die Ver.di-Mitglieder von Amazon in Urabstimmungen für den Arbeitskampf entschieden. Amazon hat in Deutschland acht Versandlager und rund 9000 Mitarbeiter.

nck/dpa

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insgesamt 30 Beiträge
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1.
Cleo96 27.05.2013
Zitat von sysop... Die Gewerkschaft Ver.di rief die Beschäftigten in Bad Hersfeld und Leipzig zum Protest auf. ...
Spätestens seit den Streiks der Hilfsarbeiter an den Flughäfen dürfte klar sein welches Ziel diese Vereinigung hat. Damals wie heute durchschauen die einfachen Arbeiter aber ihre "Gewerkschaft" nicht und lassen sich missbrauchen. Schade. Ich hoffe Amazon bleibt hart.
2. Amazon missbraucht die Beschäftigten
redwed11 27.05.2013
Zitat von Cleo96Spätestens seit den Streiks der Hilfsarbeiter an den Flughäfen dürfte klar sein welches Ziel diese Vereinigung hat. Damals wie heute durchschauen die einfachen Arbeiter aber ihre "Gewerkschaft" nicht und lassen sich missbrauchen. Schade. Ich hoffe Amazon bleibt hart.
Wenn die Beschäftigten missbraucht werden, dann von Amazon, die Hungerlöhne zahlen. Man kann nur hoffen, dass Verdi durchhält und den Beschäftigten einen anständigen Lohn verschafft. Denn Arbeit soll sich doch lohnen, sagt Frau Merkel.
3. @ Kommentar # 1
lennny 27.05.2013
Cleo, das Ziel einer Gewerkschaft ist, sich für ihre Mitglieder einzusestzen, was denn sonst ? Zu durchschauen gibt es nur was bei Amazon: die wollen auf Kosten ihrer Mitarbeiter nur den niedrigeren Tarif eines Tarifvertrags bezahlten, der für sie gar nicht zutrifft (Logistik, wie lächerlich !). Selbstverständlich ist A. aber ein HÄNDLER, was denn sonst ? Und so lange die uns Kunden alle für blöd verkaufen wollen, kaufe ich denen rein gar nichts mehr ab, da bleibe ich hart und kann nur sagen: A.-Beschäftige und ver.di : BLEIBT HART !
4. Seit ich gesehen habe, wie Mitarbeiter
Badischer Revoluzzer 27.05.2013
bei Amazoon bezahlt und behandelt werden, suche ich beim online-Kauf immer eine Alternative. Und die findet man immer.
5.
dhanz 27.05.2013
Zitat von lennnyCleo, das Ziel einer Gewerkschaft ist, sich für ihre Mitglieder einzusestzen, was denn sonst ? Zu durchschauen gibt es nur was bei Amazon: die wollen auf Kosten ihrer Mitarbeiter nur den niedrigeren Tarif eines Tarifvertrags bezahlten, der für sie gar nicht zutrifft (Logistik, wie lächerlich !). Selbstverständlich ist A. aber ein HÄNDLER, was denn sonst ?
Natürlich ist AMAZON ein Händler. Allerdings arbeiten die Mitarbeiter in einem Logistik-Zentrum und üben dort auch entsprechende Tätigkeiten aus, nämlich das Packen und Transportieren von Paketen. Mitarbeiter im Handel haben i.d.R. Kundenkontakt und führen auch Beratungen aus. Insofern ist die Bezahlung nach dem Tarif für die Logistikbranche auch richtig. Das die Beschäftigten mehr haben wollen, ist klar. Aber Facharbeiter-Gehälter für Handlanger-Jobs finde ich etwas übertrieben. Am Besten ist es, wenn die Mitarbeiter streiken und AMAZON dann - wie bei SCHLECKER - dort den Laden dicht macht. Dann können sich die VER.DI-Verteter auf die Schiulterklopfen, denn haben haben sie einem Ausbeuter gezeigt, was eine Gewerkschaftsharke ist. AMAZON wird's verschmerzen können und ein Nachbarland freut sich über die Eröffnung eines Logistik-Zentrums.
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