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04. Februar 2016, 07:23 Uhr

Amazons vermeintlicher Buchladen-Plan

Ups, war nicht so gemeint

Da hat wohl jemand den Mund zu voll genommen: Ein Manager behauptete, Amazon plane Hunderte Buchläden - der Aktienkurs eines Konkurrenten rauschte in den Keller. Jetzt stellt er die Sache richtig.

Es war eine beiläufige Bemerkung auf einer Telefonkonferenz: Amazon wolle mehrere hundert Buchläden eröffnen, sagte der Chef eines US-Betreibers von Einkaufszentren. Die zugeschalteten Analysten wurden hellhörig und verbreiteten die Nachricht. Rund 24 Stunden später ruderte Sandeep Mathrani plötzlich zurück: Die Äußerung "habe nicht Amazons Pläne repräsentieren sollen".

Mehr sagte Mathrani dazu nicht - und ließ damit offen, ob er seine Worte ganz zurücknimmt oder nur klarstellt, dass er nicht für Amazon spreche. Interessant ist auch die Reaktion des Onlinehändlers, wie das "Wall Street Journal" berichtet: Ein Amazon-Sprecher habe die Äußerungen Mathranis nicht kommentieren wollen - dementierte sie also auch nicht.

Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf Insider, dass weitere Buchläden geplant seien. Zugleich hieß es, die Pläne seinen "bescheiden", insbesondere im Vergleich zu der vom Handelsmanager genannten Größenordnung.

Mathrani ist Chef des Unternehmens General Growth Properties, das in den USA rund 120 Einkaufszentren betreibt. In der Telefonkonferenz hatte der Manager am Dienstag gesagt: "Amazon öffnet stationäre Buchläden, und ihr Ziel ist es, soweit ich es verstehe, 300 bis 400 Buchläden aufzumachen." Er lieferte keine weiteren Details oder einen Hinweis darauf, woher er diese Zahlen hatte. (Hier finden Sie einen Mitschnitt der Konferenz.)

Amazon betreibt bereits einen stationären Buchladen. Im November hatte der Konzern testweise ein Geschäft in seiner Heimatstadt Seattle eröffnet. Würde das Unternehmen tatsächlich bis zu 400 weitere Geschäfte eröffnen, bekäme der bisherige Marktführer Barnes & Noble in den USA ernsthafte Konkurrenz. Landesweit kommt der auf 640 Filialen. Die Aktie der Buchhandelskette verlor am Mittwoch fast zehn Prozent. Auch die Amazon-Aktie rutschte ins Minus.

brk/dpa

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