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Amazon-Deutschlandchef über Streiks: "Glatteis juckt uns mehr als Ver.di"

Streikende bei Amazon (im Dezember 2014): "Wir zahlen gutes Geld" Zur Großansicht
DPA

Streikende bei Amazon (im Dezember 2014): "Wir zahlen gutes Geld"

Mit Streiks in den Versandzentren will die Gewerkschaft Ver.di Amazon unter Druck setzen. Doch der Deutschlandchef des Onlinehändlers gibt sich provokativ gelassen: Glatteis sei ein größeres Problem als der Arbeitskampf.

Die Weihnachtszeit ist für das Geschäft von Amazon enorm wichtig. Entsprechend versucht die Gewerkschaft Ver.di, das Unternehmen genau in diesen Wochen mit Streikaufrufen zu Zugeständnissen zu bewegen. Doch Amazon gibt sich unbeeindruckt: "Mal ehrlich: Wenn Glatteis ist, juckt uns das weit mehr, als wenn Ver.di zum Arbeitskampf aufruft. Es hat noch kein Paket seinen Adressaten zu spät erreicht, weil gestreikt wurde", sagte Amazon-Deutschlandchef Ralf Kleber dem "Tagesspiegel".

Ver.di hat in den vergangenen Wochen Amazon-Mitarbeiter mehrfach zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Die Gewerkschaft fordert für die rund 10.000 Mitarbeiter des US-Konzerns in Deutschland die Anerkennung des Tarifvertrags für den Einzel- und Versandhandel. Amazon Chart zeigen lehnt Verhandlungen darüber ab. Deswegen kommt es seit dem Frühsommer 2013 immer wieder zu Streiks. Das Unternehmen sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende des Branchenüblichen.

In diese Richtung argumentierte nun auch Manager Kleber. "Wir haben gewählte Betriebsräte und zahlen gutes Geld - im Schnitt 10,40 Euro die Stunde Basislohn, plus Zusatzleistungen. Und wir beteiligen alle, die länger als zwei Jahre dabei sind, mit einem Aktienpaket am Erfolg", sagte er. "Ich glaube nicht, dass man einen Tarifvertrag braucht, um ein guter Arbeitgeber zu sein."

mmq

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insgesamt 78 Beiträge
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1. Verdi streikt und keiner geht hin!
liberalerfr 07.12.2015
Die Einstellung des Amazon Chef trifft den Nagel auf the Kopf. I love it!
2. Schade,
morgoth_tm 07.12.2015
dass unsere Lobbyisten-Politik hier beide Augen verschließt, wenn die Arbeit im größtmöglichen Mass ins Billiglohn-Ausland verlagert wird. Und Amazon ist nur der stinkende Kopf des Ganzen. Es ist beschämend morgens eine Armada polnischer Kleintransporter "im Auftrag" der deut. Post & Co. einreisen zu sehen. Ohne Schengen würde auch Verdi schnell wieder eine Relevanz haben...
3. Während man in den USA aktuell einen Mindestlohn von 15 Dollar didkutiert...
urknallmarinchen@yahoo.de 07.12.2015
...rühmt sich Amazon in Deutschland mit bescheidenen 10,40 € /h. Bei einer Parität von nahezu 1:1, sollten auch in Deutschland 15 € Stundenlohn als Mindestlohn möglich sein.
4. In Amerika
bristolbay 07.12.2015
braucht man weder Vertrag noch einen Betriebsrat. Das wäre auch für Amazon hier das Richtige. Aber noch etwas stört hier in Deutschland, die vielen Steuern. Entschuldigen, da haben ja die hochbezahlten Juristen Mittel und Wege gefunden, diese nicht zu zahlen. Aber noch etwas wäre für Amazon gefährlicher als Glatteis, wenn sich die dummen Kunden mal entscheiden würden, wo anders zu kaufen. No Amazon, nein Danke. Ich unterstütze keine Schmarotzerfirmen.
5.
happy2010 07.12.2015
Amazon beherrschte 2014 knapp unter 30% des deutschen Onlinehandels Amazon zahtle in 2014 keine Steuern in Deutschland Der deutsche Staat muss also Steuereinnahmen der Mineralölsteuer oder Ähnliche Einnahmen dazu verwenden, den Steuerausfall Amazons zu kompensieren.
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