Online-Versandhändler Amazon überfordert Paketdienste

Immer häufiger liefert Amazon selbst Pakete aus. Eine Konkurrenz zu DHL und Co. wolle man aber nicht aufbauen, versichert der Onlinehändler. Die Lieferungen mit Flugzeugen und eigenen Lkw hätten einen anderen Grund.

Drohne von Amazon: Eigene Lieferkapazitäten für Spitzenzeiten
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Drohne von Amazon: Eigene Lieferkapazitäten für Spitzenzeiten


Eigene Drohnen, Flugzeuge und eine Lizenz als Seefrachtdienstleister - es gibt mehrere Zeichen, dass der weltgrößte Onlineeinzelhändler Amazon klassische Lieferdienste wie DHL ersetzen will.

Glaubt man Amazon-Finanzchef Brian Olsavsky, muss sich die Tochter der Deutschen Post keine Sorgen machen. Der Konzern brauche die eigenen Lieferkapazitäten nur, weil die Paketlieferdienste zu manchen Zeiten nicht mehr hinterherkämen. Diese seien "nicht länger in der Lage, unsere gesamte Menge, die wir in der Spitze brauchen, abzuwickeln", sagte Olsavsky in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Der eigene Dienst solle vor allem für Transporte zwischen Amazons Lagern und seinen Auslieferzentren eingesetzt werden. Auch für besonders schnelle Lieferungen, etwa im Rahmen von Amazon Now oder des Essenslieferdienstes Amazon Fresh, könnte Amazon die eigenen Fahrzeuge gebrauchen. Bislang nutzt Amazon hier spezialisierte Dienstleister.

Amazon enttäuscht Anleger

Der Anlass des Gesprächs mit Olsavsky war für Amazon kein angenehmer: Die Zahlen für das vierte Quartal enttäuschten die Erwartungen der Anleger. Die Amazon-Aktie stürzte nachbörslich zeitweise um mehr als zwölf Prozent ab.

Und das obwohl der Konzern seinen bislang größten Gewinn machte. Von Oktober bis Dezember stieg der Überschuss verglichen mit dem Vorjahreswert um mehr als die Hälfte auf 482 Millionen Dollar (440 Millionen Euro).

Analysten hatten jedoch mit einem deutlich höheren Gewinn und auch mit mehr Umsatz gerechnet. Die Aktie hatte deswegen am Vortag um neun Prozent zugelegt.

Die Erlöse legten im Schlussquartal um 22 Prozent zum Vorjahr auf 35,7 Milliarden Dollar zu. Für das erste Quartal 2016 stellte Amazon einen Umsatz zwischen 26,5 und 29 Milliarden Dollar und ein operatives Ergebnis zwischen 100 und 700 Millionen Dollar in Aussicht.

ade/dpa

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