Online-Händler Amazon arbeitet an Internet-Bezahlfernsehen

Amazon strebt in den USA offenbar ins Pay-TV-Geschäft. Der Online-Versandhändler hat laut "Wall Street Journal" bereits mehrere Medienkonzerne wegen Übertragungsrechten kontaktiert. Das Unternehmen dementiert allerdings, ein Bezahlfernseh-Angebot zu planen.

Amazon-Chef Bezos: Pläne im frühen Stadium
REUTERS

Amazon-Chef Bezos: Pläne im frühen Stadium


New York - Die Pläne befinden sich noch in einem frühen Stadium: Der Online-Händler Amazon entwickelt einen Pay-TV-Dienst in den USA. Das Angebot solle über das Internet nutzbar sein, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider. Demnach ist Amazon bereits auf mindestens drei Medienunternehmen zugegangen und hat nach Rechten für die Online-Übertragung ihrer Fernsehprogramme angefragt.

Bereits jetzt bietet Amazon Chart zeigen Filme und TV-Sendungen im Netz an - allerdings nur auf Abruf. Dabei kommt es mitunter zu Problemen mit den Rechten an den Videos. Kostenlos gibt es auch Streaming-Angebote für sogenannte Prime-Mitglieder, also Kunden, die gegen eine Jahresgebühr Kosten beim Versand von Produkten sparen können. Bei dem geplanten Pay-TV-Angebot würde es jedoch um Online-Fernsehkanäle mit klassischer Programmierung gehen.

Bereits Kooperation mit Fernsehsendern

Ein Sprecher von Amazon teilte dem "Wall Street Journal" allerdings mit, das Unternehmen plane nicht, einen Bezahlfernsehdienst anzubieten. Der Zeitung zufolge ist tatsächlich noch nicht klar, ob Amazon die Pläne weiterverfolge. Zudem sei auch die Entscheidung über das Geschäftsmodell für ein mögliches Pay-TV-Angebot noch nicht gefallen.

Derzeit wollen gleich mehrere große Internet- und Technologiekonzerne ins Bezahlfernsehgeschäft einsteigen. So verfolgen etwa Google Chart zeigen und Sony Chart zeigen entsprechende Pläne.

Auch der Chipkonzern Intel Chart zeigen versuchte sich im US-Pay-TV-Markt, verkaufte das Projekt aber an den Telekomkonzern Verizon Chart zeigen, wie Intel am Dienstag mitteilte. Insider schätzen den Verkaufspreis auf rund 200 Millionen Dollar. Medienmanagern zufolge hatte Intel auch nach zwei Jahren Arbeit an dem Projekt noch immer Schwierigkeiten, entsprechende Fernsehrechte zu ergattern. Amazon hat im Vergleich dazu aber den Vorteil, bereits mit einer Reihe von TV-Sendern und -Produktionsstudios zusammenzuarbeiten.

fdi/Reuters/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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sudiso 22.01.2014
1. optional
die haben doch schon lovefilm... das problem an der tv-on-demand Kultur ist der internetanschluss sowie bei lovefilm, das einige filme nur für eine begrenzte zeit verfügbar sind, trotz 7 Euronen im Monat, daran sollte man was ändern. sind immerhin 84 Euro im Jahr und auf Jahre hinweg sollte sich dadurch so mancher film, woran man die rechte gekauft hat, bereits ausgezahlt haben. Oder an der Serien- und Filmevielfalt, denn die ist bei lovefilm noch ein bisschen mager. wieso brauch ich paytv von amazon, wenns doch sky gibt oder man einen internetanschluss hat. und ausserdem, warum soll ich fürs fernsehen bezahlen, wenn man doch sowieso gebühren für die 3. Programme abdrückt. Die Privatsender kann man sowieso in die Tonne kloppen, weil diese eine Serie oder einen Film durch ihre ständige Werbung verhunzen. Und jetzt auch noch Werbung für ihr "HD"-Programm machen und diese auch noch durch Werbung unterbrochen werden, man aber gleichzeitig kohle dafür hinlegen muss. nein danke, da bleib ich bei dem normalen Programm. und bei sky? nun ja, wer einen film kurze zeit nach kinoende noch ansehen will kann dies gern tun, oder discoverychannel oder fussball sich anschaun will. trotzdem kann man auch da sich das Programm nicht aussuchen, die haben ihre programmzeiten. und für filme, die mittlerweile noch nicht mal ein Jahr benötigen um auf blu ray oder im normalen tv ausgestrahlt zu werden, lohnt sich sky nicht. es sei denn man will sich jedes Bundesliga spiel ansehen oder sonstige fussballspiele. für alles andere ist sky nicht zu gebrauchen.
chirug 22.01.2014
2. Zum Thema SKY
Der Kundenservice von SKY ist ausgesprochen rigide, die Verträge unflexibel und ohne Rechtsschutz sollte man da besser kein Abo abschließen. Hier sehe ich bei Amazon Vorteile. Amazon ist (bislang) extrem kundenfreundlich und kulant. Pay TV mit Kundenfreundlichkeit verknüpft wäre schon ein Geschäftsmodell!
bernhard29 22.01.2014
3. ich freue mich darauf
Egal was die Welt von Amazon hält, meine persönliche Erfahrung ist :dieses Geschäftsmodell haelt was es verspricht, schnell, äußerst günstig, teilweise ohne Porto und Verpackungskosten und Superqualität. Die Produkte werden super beschrieben, die Rezensionen sind korrekt. Mit anderen Worten, ich traue Amazon zu in dem neuen Geschäftsfeld genau so erfolgreich zu sein.
sudiso 22.01.2014
4. optional
also ich bin mit lovefilm zufrieden. das einzige was mich nur ein bisschen stört ist, wie im Kommentar oben geschrieben : trotz 7 euro im Monat, gibt es doch immer wieder filme/serien, die nur begrenzte zeit online gestellt werden. kann man auch verstehen, wenn man für jeden film eine Leihgebühr verlangt, die dann an den Verbraucher übertragen wird. trotz das amazon vielleicht seine Arbeiter ausbeutet, so sollte man sich doch fragen ob es nicht in einem anderem job genauso aussieht. leute die In der pflege arbeiten haben es auch nicht besser.
alterego32 22.01.2014
5. Amazon
erkauft sich das Geschäftsmodell auf dem Rücken der Kleinen. Kein Online-Händler verhält sich sämtlichen Partnern gegenüber so asozial wie Amazon. Wann merken das die Leute endlich mal? Den ganzen Scheiss, den Amazon als Kundenservice verkauft, wird bei anderen zurück geholt, z.B. bei den tausenden Händlen auf den Amazon-Marktplätzen, die erst mit Umsatz angefixt und dann gefügig gemacht werden, zum Beispiel mit dem Einfrieren von Zahlungserlösen, teilweise in fünfstelliger Höhe. Gleichzeitig spart sich Amazon damit einen Großteil seiner Datenpflege. Egal was passiert, der Händler ist laut amazon an allem Schuld und immer der Dumme. Wenn viele Kunden wüßten, was da abgeht, würde keiner mehr was in dem Laden bestellen.
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