Als zweites Privatunternehmen Amazon ist an der Börse mehr als eine Billion Dollar wert

Nach Apple wird der Online-Händler Amazon als zweites privates Unternehmen der Welt an der Börse erstmals mit mehr als einer Billion Dollar bewertet.

Amazon-Chef Jeff Bezos
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Amazon-Chef Jeff Bezos


Nun hat es auch Amazon geschafft: Der Online-Händler ist an der Börse erstmals eine Billion US-Dollar schwer. Dies ist mehr, als die zwölf wertvollsten Dax -Unternehmen zusammen auf die Waage bringen. Dem Computerkonzern Apple war der Sprung über die Billionen-Schwelle bereits Anfang August gelungen.

Es ist kein Wunder, dass Amazon bei den Investoren so beliebt ist. Die Geschäfte des Unternehmens laufen sehr gut. Im zweiten Quartal konnte der weltgrößte Onlinehändler seinen Gewinn auf 2,5 Milliarden Dollar steigern - vor einem Jahr hatte der Konzern gerade mal 197 Millionen Dollar verdient.

Der 1994 von Jeff Bezos in Seattle gegründete Online-Buchhändler ist mittlerweile nicht nur zum größten Kaufhaus der Welt geworden, sondern entwickelt auch eigene Elektronikgeräte wie den E-Book-Reader Kindle und produziert TV-Serien für seinen Streamingdienst. Zu den margenstärksten Einnahmequellen des Konzerns zählt neben dem Cloud-Dienstleister Amazon Web Services (AWS), der vielen anderen Unternehmen eine Plattform für deren Internetaktivitäten bietet, auch das Werbegeschäft.

Zudem hält Unternehmenschef Bezos stetig Ausschau nach neuen und vielversprechenden Geschäftsideen. So ist Amazon einer der Vorreiter bei sprechenden Assistenten mit seiner Software Alexa. Sie steckt in den hauseigenen vernetzten "Echo"-Lautsprechern - und Amazon versucht, sie auch in Technik anderer Anbieter unterzubringen. Alexa steht in einem scharfen Wettbewerb mit der Konkurrenz-Software Google Assistant.

Streit zwischen Trump und Bezos

Unterdessen steht Amazon immer wieder im Visier des US-Präsidenten Donald Trump. Trump liegt mit Amazon-Gründer Jeff Bezos schon seit längerem im Clinch. So hatte Trump im April per Twitter den Tech-Giganten für die finanziellen Probleme der amerikanischen Post verantwortlich gemacht. Amazon zahle zu niedrige Preise an die US-Post für deren Dienstleistungen, lautete der Vorwurf. Ende Juli legte Trump noch einmal nach und deutete per Twitter an, wettbewerbsrechtlich gegen Amazon vorgehen zu wollen.

Dennoch befindet sich die Amazon-Aktie seit Jahren auf einem Höhenflug. Kritische Äußerungen des US-Präsidenten im April und Juli konnten den Lauf der Aktie nur kurz stoppen. Alleine 2018 verteuerte sich die Aktie um mehr als 70 Prozent.

Kritik erntet Amazon immer wieder von Gewerkschaften, die die Arbeitsbedingungen im Konzern monieren. Beim Internet-Händler kommt es in Deutschland immer wieder zu Streiks. Hintergrund ist der seit 2013 schwelende Konflikt um einen Tarifvertrag für die bundesweit etwa 16.000 Beschäftigten des US-Händlers, der sich bislang Tarifverhandlungen mit Ver.di verweigert hat.

hej/AP/Reuters/dpa



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