Mit JP Morgan und Warren Buffett Amazon gründet Krankenkasse

Amazon dringt in ein neues Geschäftsfeld vor: Zusammen mit der größten US-Bank JP Morgan und Investorenlegende Warren Buffett will der Konzern die Gesundheitsversorgung seiner Mitarbeiter übernehmen.

Amazon-Chef Jeff Bezos
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Amazon-Chef Jeff Bezos


Riesenüberraschung in der US-Wirtschaft: Drei Schwergewichte tun sich zusammen, um die Gesundheitskosten für ihre Mitarbeiter zu senken. Der Handelskonzern Amazon , die größte US-Bank JPMorgan Chase und Warren Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway kündigten am Dienstag ein gemeinsames Projekt an - eine Art Krankenkasse für die Mitarbeiter.

Das US-Gesundheitssystem leidet unter steigenden Versicherungskosten und gilt als eines der teuersten und ineffizientesten weltweit. "Die steigenden Gesundheitskosten fressen sich wie ein Bandwurm durch die US-Wirtschaft", sagte Starinvestor Buffett.

Man habe zwar noch keine Lösung für dieses Problem, sei aber auch nicht bereit, es als unausweichlich hinzunehmen, sagte Buffett weiter. Beginnen wollen JP Morgan, Amazon und Berkshire Hathaway mit einer unabhängigen und nicht gewinnorientierten Firma, die technologische Lösungen finden soll, um Mitarbeitern einfachere und günstigere Gesundheitsvorsorge zu bieten. Details wurden zunächst nicht genannt.

Ob sich die neue Gesellschaft für immer auf die eigenen Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen beschränkt ist fraglich. "Die drei Konzerne haben außergewöhnliche Ressourcen, unser Ziel ist es, Lösungen zugunsten unserer US-Angestellten, ihrer Familien und - möglicherweise - aller Amerikaner zu finden", sagte JP-Morgan-Chef Jamie Dimon. "Unsere Leute wollen Transparenz, Kenntnis und Kontrolle."

stk/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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Sibylle1969 30.01.2018
1.
Dass das US-Gesundheitssystem so viel teurer ist als das deutsche, liegt auch an den hohen Preisen, die Ärzte und Krankenhäuser für ihre Dienste verlangen, die im Gegensatz zu Deutschland nicht staatlich reguliert sind. Hohe Haftpflichtprämien tragen auch dazu bei. Ein möglicher Ansatz wäre es daher m.E., Vertragsärzte und Vertragskrankenhäuser zu finden, die zu vertraglich ausgehandelten, niedrigeren Preisen behandeln. Die Versicherten müssten dann in der Regel zu den Vertragsärzten gehen.
e-driver 30.01.2018
2. Sie haben etwas wesentliches vergessen.
Ein wesentlicher Grund ist der Umfang der medizinisch unnötigen, aber juristisch notwendigen Untersuchungen. Es läuft alles streng nach Checklisten und Algorithmen, damit bloß nichts übersehen wird. Die Anwälte kommen in die Notaufnahme und bieten den Patienten an den Arzt bzw. das Krankenhaus zu verklagen.
Tante_Frieda 30.01.2018
3. Wenn
Wenn sich Amazon,Buffet und die Bank JPMorganChase zusammentun,so wird das sicher keine Sozialversicherung,bei der sich Menschen gemäß ihrer wirtschaftlichen Leistungskraft versichern können.Aber immerhin ist das mal ein Anfang,der - vielleicht - am Ende dazu führen könnte,dass künftig nicht mehr das Allerschlimmste für einen Kranken eintritt,nämlich der Rauswurf.So kürzlich zu sehen in einem Video in einer Zeitung:Ein Smartphonebsitzer war Augenzeuge,wie in eine alte Frau aus einem Krankenhaus geworfen wurde,weil sie nicht mehr ihre Rechnung bezahlen konnte.Die Polizei "begleitete" diesen Rauswurf...Da erübrigt sich jeder weitere Kommentar.
aurichter 30.01.2018
4. Gerade in duese Kasse
würde mich mein AG nicht drängen! Ich habe über einen relativ kurzen Zeitraum einer BKK eines Automobilherstellers angehört, wobei andeutungsweise im Personalbüro merkwürdige Daten in einem Gespräch aufgetaucht sind. Mir soll kein Mensch erzählen, dass bei BKKs keine Daten über Mitarbeiter weitergegeben werden - Daten Schutz hin, Datenschutz her! Wenn Amazon auf dem Sektor aktiv wird, dann geht es m.E. nur noch weiter Richtung Mitarbeiter Selektion. Dies hat mit VT absolut nichts zu tun. Diese Erfahrung werden dann zukünftige Mitarbeiter zu genüge machen, da gehe ich jede Wette ein.
Emderfriese 30.01.2018
5. Streik
Klingt irgendwie nach dem Konzept, das vor mehr als hundert Jahren schon einmal bei großen Unternehmen beliebt war: Die Beschäftigten wohnten in betriebseigenen Wohnungen und kauften ihre notwendigen Dinge in betriebsangeschlossenen Geschäften. Es soll sogar Versuche mit eigenem Geld gegeben haben, das die Arbeiter zwang, nur noch beim eigenen Boss das sauer verdiente Geld wieder auszugeben. Die Anhängigkeiten zum Betrieb wurden dadurch immer größer, Streiks dadurch verhindert. Wer nicht mitmachte, fand sich auf der Straße wieder...
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