US-Börse Amazon-Aktie kracht nach angeblicher Kritik von Trump ein

Ein Onlineportal berichtete über angebliche Steuerreformen Donald Trumps. Prompt sackten die Aktien des Versandhändlers Amazon um 4,4 Prozent ab. Der Börsenwert sank zeitweise um 53 Milliarden Dollar.

Donald Trump mit Microsoft-Chef Satya Nadella und Amazon-Boss Jeff Bezos
SHAWN THEW/ EPA-EFE/ REX/ SHUTTERSTOCK

Donald Trump mit Microsoft-Chef Satya Nadella und Amazon-Boss Jeff Bezos


Jeff Bezos steht für all das, was Donald Trump ablehnt. Er profitiert vom weltweiten Freihandel - und ihm gehört die liberale Tageszeitung "Washington Post". Nun hat der Manager offenbar erneut unter dem US-Präsidenten leiden müssen.

Ein Bericht eines Onlineportals über angebliche Steuerpläne Trumps genügte, um dem Amazon-Chef empfindliche Verluste zuzufügen. Der Aktienkurs des Onlinehändlers gab in der Spitze um mehr als sieben Prozent nach, zeitweise sank der Börsenwert damit um 53 Milliarden Dollar. Zum Handelsschluss betrugen die Verluste noch 4,4 Prozent.

"Trump hasst Amazon, nicht Facebook", hatte zuvor das Medium Axios getitelt. Der Präsident denke laut darüber nach, wie er dem Konzern wettbewerbsrechtlich beikommen könnte, schrieb Axios unter Berufung auf einen Insider.

Trump will demnach die steuerliche Behandlung von Amazon ändern. Der US-Präsident sorge sich, dass Tante-Emma-Läden aus dem Geschäft gedrängt würden, hieß es. Insgesamt stützte die Website ihren Bericht auf fünf Quellen, die das Thema mit dem Präsidenten diskutiert hätten.

Dass die Sprecherin des Weißen Hauses Sarah Sanders bei der täglichen Pressekonferenz noch mitteilte, die Trump-Regierung erwäge hinsichtlich Amazon keinen politischen Kurswechsel, konnte den Verfall des Börsenkurses nicht mehr retten.

Denn Trump hatte Amazon zuvor häufig kritisiert - und mit einer Internetsteuer gedroht. Bezos' "Washington Post" warf der US-Präsident zudem immer wieder vor, "Fake News" zu verbreiten. Belege dafür lieferte Trump nicht. Allerdings hatte auch Amazon zuletzt enorm durch die von Trump gesenkten Unternehmensteuern auf Bundesebene profitiert.

An der US-Börse unter Druck geriet mit Tesla auch ein weiterer Technologiewert. Wegen der Untersuchung eines tödlichen Unfalls mit einem ihrer Autos verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von mehr als sieben Prozent. Es war unklar, ob das Elektroauto zum Zeitpunkt des Unfalls von seinem automatischen Kontrollsystem gesteuert wurde.

apr/dpa/Reuters



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.