Milliardengewinn Donald Trump beschenkt Amazon

Amazon hat im vierten Quartal 2017 erstmals fast zwei Milliarden Dollar Gewinn eingestrichen. Der Konzern profitiert davon, dass die US-Regierung die Unternehmensteuern üppig gesenkt hat.

Donald Trump mit den Chefs von Microsoft, Satya Nadella (links), und Amazon, Jeff Bezos
SHAWN THEW/ EPA-EFE/ REX/ SHUTTERSTOCK

Donald Trump mit den Chefs von Microsoft, Satya Nadella (links), und Amazon, Jeff Bezos


Zum Jahresende hat Amazon einen kräftigen Umsatzsprung gemacht: Im vierten Quartal stiegen die Erlöse im Jahresvergleich um 38 Prozent auf 60,5 Milliarden Dollar (48,4 Milliarden Euro), wie der Internet-Handelsriese mitteilte. Der Überschuss legte von 749 Millionen auf 1,9 Milliarden Dollar zu. Damit knackte der Konzern erstmals die Milliardenmarke.

Das starke Weihnachtsgeschäft und der Boom bei Cloud-Diensten verhalfen Amazon zu dem deutlichen Gewinn. Allerdings kam auch ein dicker provisorischer Sondererlös in Höhe von etwa 789 Millionen Dollar aus der US-Steuerreform zum Tragen. Die Regierung von Donald Trump hat die Unternehmensteuern auf Bundesebene von 35 auf 21 Prozent gesenkt.

Doch auch sonst lief es zum Jahresende 2017 besser als die Analysten erwartet hatten: Amazon Web Services, die gewerbliche Cloud-Sparte, über die Unternehmen IT-Dienste und Speicherplatz im Internet bei Amazon buchen können, floriert weiter. Die Sparte verbuchte einen Umsatzanstieg um 45 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar.

Auch der Andrang auf Amazons Prime-Angebote, die Kunden zügigeren Versand, Zugang zu Onlinevideos und andere Vorzüge verschaffen, reißt nicht ab. Die Erlöse aus den Abogebühren wuchsen im Weihnachtsquartal um 49 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar.

Es wird mehr aufs Geld geschaut

Amazons Ausgaben stiegen angesichts der diversen Projekte, in die der Konzern investiert, von 42,5 auf 58,3 Milliarden Dollar. Laut Finanzchef Brian Olsavsky wird trotzdem mehr aufs Geld geschaut als früher: "Es werden laufend Kostensenkungen und Maßnahmen zur Steigerung der Produktivität auf den Weg gebracht", sagte der Manager in einer Konferenzschalte mit Investoren und Analysten.

Das gelte, so Olsavsky, für viele Bereiche, vor allem aber für die Lagerinfrastruktur. Früher hatten Analysten Amazon-Chef Jeff Bezos häufig mangelnde Kostendisziplin vorgeworfen, da der Aufwand für Bezos' Expansionseifer die Bilanz dauerhaft ins Minus gedrückt hatte. Diese Zeiten sind aber vorbei, mittlerweile sind schwarze Zahlen Standard.

Geheimnis um Alexa

Zur Sprachassistentin Alexa, die Amazon heftig bewirbt und zum integralen Bestandteil seiner Onlineshopping-Plattform aufbauen will, lieferte Bezos zwar keine konkreten Verkaufszahlen. Der Konzernchef sagte jedoch: "Unsere Prognosen für 2017 waren sehr optimistisch und wir haben sie weit übertroffen."

Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr kletterte der Umsatz um 31 Prozent auf 177,9 Milliarden Dollar. Unterm Strich wuchs der Gewinn von 2,4 auf 3,0 Milliarden Dollar. Bei Anlegern kamen die Zahlen sehr gut an, die Aktie stieg nachbörslich um sechs Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten hat der Kurs um fast zwei Drittel zugelegt.

asascpa/AP



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.