Konkurrenz für dm und Rossmann Amazon plant offenbar Angriff auf Drogerien

Amazon verschickt neuerdings Lebensmittel, bald könnten Windeln, Klopapier und Babybrei folgen: Einem Bericht zufolge will der Konzern ein günstiges Sortiment aus Eigenmarken einführen.

Amazon-Lager (Archivbild)
Getty Images for Amazon

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Der Onlinehändler Amazon baut sein Geschäft mit Drogeriewaren einem Pressebericht zufolge kräftig aus. Der US-Konzern plane, zum Jahreswechsel europaweit ein Basissortiment an Eigenmarken einzuführen, das berichtet die "Lebensmittel Zeitung" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Neben Windeln und anderen Hygiene-Artikeln sei auch von Babynahrung und Körperpflegeprodukten die Rede. Für eine Stellungnahme war Amazon nicht zu erreichen.

Vorangetrieben werden soll die Offensive von einem Amazon-Team in Luxemburg. Zielgruppe seien vor allem junge Familien, deren Konsumverhalten ohnehin zum bisherigen Abo-Modell von Amazon Chart zeigen passe. Bei der Preisgestaltung wolle sich der Konzern zwischen Marke und dem Einstiegssegment orientieren. Zudem erwäge Amazon, sich auch mit Eigenmarken bekannter Händler wie Aldi oder Rossmann beliefern zu lassen. Gerade im Bereich Babynahrung und Windeln verspreche sich das Unternehmen, von dem hier bereits aufgebauten Kundenvertrauen zu profitieren.

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Amazon: So drängt der US-Konzern in unser Leben

Die Hersteller könnte das allerdings in eine schwierige Lage bringen. Denn die Belieferung des Online-Konkurrenten ist so manchem stationären Einzelhandelsunternehmen ein Dorn im Auge. So hatte Lidl erst kürzlich gedroht, Lieferanten von AmazonFresh, dem Lebensmittel-Lieferservice von Amazon, teilweise auszulisten. Die dominierenden Drogerieketten wie dm und Rossmann könnten in diesem Zusammenhang ähnlich reagieren.

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beb/dpa-AFX

insgesamt 99 Beiträge
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hajueberlin 26.05.2017
1. Na ja,
das Problem ist nicht, daß es so etwas gibt. Das Problem ist, daß die Menschen so etwas brauchen. Wenn "keiner" mehr Zeit einzukaufen, stimmt etwas nicht. Und zwar ganz gewaltig.
kuchengespenst 26.05.2017
2. Amazon
Der deutsche Einzelhandel kann sich gegenseitig auf die Schultern klopfen, durch jahrzehntelanges Schikanieren seiner Kunden einen Konzern wie Amazon überhaupt erst mitaufgebaut zu haben. Wer einmal bei Amazon etwas zurückgeben musste, wird sich nie wieder den Spießrutenlauf durch den deutschen Einzelhandel geben. Wobei allerdings dm und Rossmann mehr als gut genug aufgestellt sein dürften, um Amazons Offensive trotzen zu können.
oil-peak-fan 26.05.2017
3. Verödung.
Wer nicht möchte, dass die Innenstädte durch Online-Handel weiter veröden, der sollte Jeff Bezos nicht unterstützen. Der örtliche Einzelhandel schafft Arbeitsplätze vor Ort und zahlt Steuern vor Ort. Amazon versteuert bekanntlich in Luxemburg.
hajueberlin 26.05.2017
4. der Fehlerteufel
...wenn keiner mehr Zeit hat einzukaufen...
Lankoron 26.05.2017
5. Ob sich LIDL
das Auslisten wirklich leisten kann, sei mal dahingestellt. Und ob das amazon fresh verhindern würde auch.....denn wenn ich es bei LIDL nicht bekomme, sondern bequem nach Hause....warum sollte ich dann noch zu LIDL?
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