Gesetzentwurf Regierung will Amazon für Steuerbetrug haften lassen

Händler aus Asien führen beim Verkauf über Amazon teils keine Umsatzsteuer für ihre Güter ab. Die Regierung will das nun unterbinden - und den IT-Riesen notfalls stellvertretend zahlen lassen.

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Die Bundesregierung will IT-Konzerne wie Amazon und Ebay offenbar bei Steuerbetrug im Internet stärker in die Pflicht nehmen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf will das Bundeskabinett am Mittwoch verabschieden.

Ab Anfang 2019 sollen E-Commerce-Plattformen demnach verpflichtet werden, detaillierte Daten über die Händler zu erfassen, die über die Onlinemarktplätze Geschäfte machen. Die Finanzämter sollen so besser prüfen können, ob die Händler ordnungsgemäß die Umsatzsteuer abführen, heißt es in dem Bericht.

Wer seinen Aufzeichnungspflichten nicht nachkommt, solle künftig für die nicht gezahlten Umsatzsteuern seiner Händler aufkommen, heißt es in dem Bericht weiter.

Die Regierung schätzt, dass ihr jedes Jahr mindestens ein dreistelliger Millionenbetrag entgeht, weil vor allem Tausende kleine Unternehmen aus China und Hongkong keine Umsatzsteuer zahlen.

Eine ausführliche Analyse, wie der Marktplatz zur Steuerhinterziehung genutzt wird, lesen Sie hier.

ssu

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insgesamt 63 Beiträge
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Seite 1
ronald1952 31.07.2018
1. Ja Sie nehmen sich
immer so viel vor, aber in der Regel wird nie was daraus wie mit der Steuerreform die schon seit Anfang der BRD kommen soll. Jeder Bezahlt in das System ein und allen geht es gut, was für ein herrlicher Traum, ich fürchte es wird auch einer bleiben. schönen Tag noch,
frenchie3 31.07.2018
2. Gute Idee, es geht ja nicht nur um die MwSt
Auch Zollabgaben werden gleich mit hinterzogen. Wie man das aber gesetzlich hinbiegen will daß sich ein "Einkaufszentrum" um die Verkäufe der einzelnen "Boutiquen" kümmert, darauf bin ich gespannt. Da scheint mir reichlich Potential für einen langen Rechtsstreit
navysailor 31.07.2018
3. Keine Chance
Bis da einer geprüft ist dauert es. Dann kommt der nächste. D müsste massiv einstellen um diesem Aufwand Herr zu werden und das macht es nicht.
flytogether 31.07.2018
4. Interessante Sichtweise
Es scheint als ob der Autor nur die Sichtweise des Finanzministers im Auge hat. Und was ist mit all den Mitbewerben, die ihre verkauften Waren ordnungsgemäß versteuern und seit Jahren diese Form der Konkurrenz kritisieren? Der Händler aus Hongkong kann ohne Einbußen beim Gewinn schon mal 19% günstiger anbieten. Und wer jetzt meint, dieser muss doch die hohen Portokosten finanzieren: mein Sohn kauft öfters Kleinteile aus China und Hongkong und bezahlt dafür 3-5€. Incl Versand wohlgemerkt. Und die Deutsche Post muss diese Sendungen dann auch noch zustellen. Aus dieser Sicht kann man Trump verstehen, er hat nur das Problem sein Anliegen seriös vorzubringen.
borelia 31.07.2018
5. Wie machen das andere Länder?
Wie funktioniert das eigentlich in anderen Ländern, die in ihrem Steuersystem noch mehr von der Umsatzsteuer abhängig sind, Dänemark z.B.
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