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Amazon-Hörbuchtochter: Buchhändler reichen Kartellbeschwerde gegen Audible ein

Kopfhörer, Bücher: Hörbuchfirma Audible hat Marktanteil von 90 Prozent Zur Großansicht
DPA

Kopfhörer, Bücher: Hörbuchfirma Audible hat Marktanteil von 90 Prozent

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels wirft der Amazon-Tochterfirma Audible den Missbrauch ihrer Marktmacht vor: Die Plattform zwinge Hörbuchverlagen Bedingungen auf, die ihre Existenz bedrohen.

Dem US-Konzern Amazon steht neuer Ärger mit der deutschen Buchbranche ins Haus. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat am 24. August eine Beschwerde gegen die Amazon-Tochter Audible beim Bundeskartellamt eingereicht: Die Download-Plattform missbrauche ihre Marktmacht und zwinge den meist kleinen deutschen Hörbuchverlagen existenzbedrohende Konditionen auf. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Audible hat einen Marktanteil von rund 90 Prozent beim Verkauf digitaler Hörbücher. Derzeit versucht das Unternehmen, die Verlage in ein Flatratemodell zu drängen, das ihnen deutlich niedrigere Umsätze bringen würde. Verlagen, die sich weigern, droht Audible mit Auslistung. Beim Kartellamt liegen bereits weitere Beschwerden gegen Audible vor.

"Das Geschäftsmodell von Amazon und Audible zielt darauf, die Buchhandelsstrukturen zu zerstören und gefährdet kulturelle Vielfalt", sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins. Der Verband hat nicht nur die Bonner Wettbewerbshüter in die Spur gesetzt, sondern auch die EU-Kommission informiert. Sie ermittelt schon im E-Book-Streit gegen Amazon. 2014 hatte Amazon die E-Book-Verlage mit Knebelkonditionen gegen sich aufgebracht.

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insgesamt 14 Beiträge
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1. Liebe Verlage, bietet Hörbücher an
WernerT 19.09.2015
Und zwingt nicht eure Hörer zu Audible. Inzwischen werden ja sogar Serien nur noch bei Audible angeboten, als CD seien sie zu teuer. Dann gäbe es auch noch iBook und Google, wenn man keine eigene Plattform aufbauen will.
2.
kitte 19.09.2015
Bevor es Audible gab,waren die meisten Hörbücher unerschwinglich. Viel teurer als ein Buch. Als Verbraucher wurde man total abgezockt. Da hatte auch niemand Mitleid.Dank Audible ist das vorbei. Nun habe ich kein Mitleid. Danke Amazon.
3.
jbkdge14.god 19.09.2015
Liebe Verlage, ihr seid doch begeistert auf den Amazon/Audible-Zug aufgesprungen. Und nun stellt ihr fest, dass er nicht in eure Richtung fährt. Nächstes Mal rechtzeitig Augen auf - das gilt auch für das leidige Thema Ebook-Copyright... Reißt euch endlich zusammen und gründet ein gut funktionierendes, vollständiges deutsches Projekt für digitale Buchmedien. Inklusive Abos und ähnlichem, eine echte Konkurrenz zu Amazon. Das ist bei einer Verlagskooperation sicher möglich. Hört auf, anderen die Schuld daran zu geben, dass ihr die modernen Zeiten selig verschlaft und auf die falschen Pferde gesetzt habt. Ein Anfang wäre, dass man auf libri.de endlich auch mal in die Hörbücher reinhören kann, bevor man sie kauft, weil es nunmal wichtig ist, wie wer vorliest...
4. rückwärts immer, vorwärts nimmer
Robert Redlich 19.09.2015
Wie bei MP3 und später Videos, erst die totale Blockade mit Apothekenpreisen, dann illegaler Download und am Ende 99ct pro Song und Flatrate-Dienste. Warum sollte das bei eBooks und Hörbüchern anders laufen?! Die Verlage kämpfen einen sinnlosen Kampf und sorgen mit ihren unattraktiven Angeboten selbst dafür, dass Apple, Netflix, Amazon und Konsorten den Markt übernehmen. Ich habe für soviel Dummheit kein Mitleid!
5. Immer nur meckern
vollzeitpoltiker 19.09.2015
Dann bietet doch etwas eigenes an anstatt immer nur zu meckern, wie schlimm Amazon ist, die mit ihrem für Verbraucher günstigen Flatrate Modell dafür sorgen, dass ihr überhaupt noch so viel Umsatz macht und die Leute sich eure überteuerten Hörbücher nicht umsonst auf illegalen Seiten runterladen
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