Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Tarifstreit: Erneut Streik bei Amazon in Leipzig

Ver.di.-Aufruf zum Streik bei Amazon in Leipzig: Streit um Tarifverhandlungen Zur Großansicht
DPA

Ver.di.-Aufruf zum Streik bei Amazon in Leipzig: Streit um Tarifverhandlungen

Amazon wird wieder bestreikt: Am Standort Leipzig des Online-Versandhändlers legten Beschäftigte die Arbeit nieder, sie verlangen einen Tarifvertrag. Auf dem hart umkämpften Logistikmarkt will Media-Saturn dem US-Konzern Paroli bieten.

Die Gewerkschaft Ver.di hat am Donnerstag die Beschäftigten bei Amazon in Leipzig zum Streik aufgerufen. Im jetzt beginnenden Weihnachtsgeschäft ist eine ganze Streikwelle auch an anderen deutschen Standorten des US-Versandhändlers angekündigt.

"Wir haben immer gesagt, dass es weitere Streiks geben wird, so lange sich Amazon Tarifverhandlungen verweigert", sagte Ver.di-Sprecherin Eva Völpel in Berlin. An dem Streik in Leipzig beteiligten sich laut Ver.di rund 250 Beschäftigte.

Amazon sprach hingegen von weniger als 160 streikenden Mitarbeitern. Der Ausstand habe keine Auswirkungen auf das Geschäft. Die überwältigende Mehrheit der Angestellten arbeite regulär. "Es ist nur eine verschwindend geringe Minderheit der Mitarbeiter, die streiken", sagte eine Amazon-Sprecherin SPIEGEL ONLINE. Nach Firmenangaben sind in dem Logistikzentrum in Leipzig mehr als 2700 Mitarbeiter beschäftigt.

Ver.di will für die rund 10.000 Mitarbeiter des US-Konzerns in Deutschland einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels durchsetzen.

Verhandlungen darüber lehnt Amazon aber ab. Das Unternehmen mit Sitz in München sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende des Branchenüblichen. Wie Amazon mitteilte, liegt der Basislohn in Leipzig nach aktuellen Erhöhungen im September 2015 im ersten Jahr bei umgerechnet 10 Euro brutto pro Stunde, im zweiten Jahr bei 10,97 Euro und ab dem dritten Jahr bei 11,61 Euro.

Logistik-Schlacht: Media-Saturn will Amazon Paroli bieten

Im hart umkämpften Logistikmarkt in Deutschland tobt derweil ein reger Wettbewerb. In der Konkurrenzschlacht um die schnellsten Lieferzeiten schickt sich der Elektronikhändler Media-Saturn nun an, Amazon Paroli zu bieten.

Nur wenige Tage, nachdem der US-Onlineriese für ausgewählte Regionen in Deutschland die Zustellung am Tag der Bestellung ("Same Day Delivery") startete, will die Metro-Tochter diesen Service nahezu bundesweit einführen. Ab sofort könnten an fast allen Standorten Online-Bestellungen oder im Laden getätigte Einkäufe auf Wunsch noch am gleichen Tag nach Hause geliefert werden, teilte Media-Saturn am Donnerstag mit.

Der Online-Händler sieht sein dichtes Filialnetz dabei als Pluspunkt. Rund 240 Media-Märkte und 155 Saturn-Märkte böten die Expresslieferung an und ermöglichten damit eine Hauszustellung in mehr als 80 Prozent des Bundesgebietes, hieß es. Partner der Ingolstädter ist der Münchner Kurierdienst Tiramizoo. Der Service soll 14,95 Euro kosten.

Amazon liefert in 14 Metropolregionen wie Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Stuttgart und großen Teilen des Ruhrgebiets noch am gleichen Tag aus. Für Nutzer des Bezahl-Dienstes Amazon Prime ist die Lieferung ab einem Bestellwert von 20 Euro kostenlos. Andere müssen dafür 9,99 Euro pro Bestellung zahlen.

bos/dpa

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: