137 Milliarden Dollar gemeinsames Vermögen Warum es bei der Amazon-Scheidung um viel Geld geht

Seine Frau war Amazon-Mitarbeiterin der ersten Stunde - und könnte ihn auch aus einem "Gefängnis in der dritten Welt befreien", hat Jeff Bezos mal geschwärmt. Nun geht es um die Frage, wie beide mit ihrem Vermögen verfahren.

Bild aus besseren Tagen: Jeff und MacKenzie Bezos
Getty Images

Bild aus besseren Tagen: Jeff und MacKenzie Bezos

Von manager-magazin.de-Redakteur


"Ich habe mir eine Frau gesucht, die mich aus einem Gefängnis in der dritten Welt befreien könnte", sagte Jeff Bezos vor gut einem Jahr in einem Interview von seltener Offenheit, in dem Bezos' eigener Bruder die Fragen stellte. Gemeint mit der Aussage war Bezos' Gattin MacKenzie, mit der der Amazon-Gründer und reichste Mann der Welt seit inzwischen 25 Jahren verheiratet ist, und mit der er vier Kinder hat.

Augenzwinkernd könnte man am heutigen Mittwoch sagen: Die Sorge vor einer Inhaftierung in einem Drittweltland treibt den Multimilliardär, der laut "Forbes" über ein Vermögen von rund 136 Milliarden Dollar verfügt, offenbar nicht mehr um. Beide trennen sich.

Die wahren Gründe sind andere: Per Twitter gaben Amazon-Chef Jeff Bezos (54) und seine Frau MacKenzie Bezos (48) ihre Trennung bekannt. Sie hätten sich entschieden, sich scheiden zu lassen, teilten die beiden in einer gemeinsamen Erklärung mit.

CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX

Jeff und MacKenzie Bezos heirateten 1993. Die Frau, die heute als Schriftstellerin tätig ist (American Book Award 2006), war Anfang der Neunzigerjahre bereits bei der Hedgefonds-Firma DE Shaw an der Wall Street für Jeff Bezos tätig gewesen. Später gehörte MacKenzie Bezos zu den ersten Mitarbeitern von Amazon, wo sie Medien zufolge zunächst für die Buchhaltung und die Finanzen zuständig war.

In der propagierten Firmenhistorie des Onlinekonzerns wird sie gerne als diejenige bezeichnet, die den Schritt ihres Gatten in die Selbstständigkeit unterstützt habe. Jeff Bezos hatte bei verschiedenen Investmentfirmen an der Wall Street gearbeitet, bevor er 1993 Amazon gründete.

Man habe als verheiratetes Paar eine großartige Zeit verbracht, heißt es in der Erklärung. Man werde als Eltern, Freunde und Partner in verschiedenen Unternehmungen miteinander verbunden bleiben und sehe darin auch eine gute Zukunft.

Die Scheidung dürfte dennoch teuer werden. Mit seinem Vermögen von rund 136 Milliarden Dollar ist Jeff Bezos der reichste Mann der Welt. Erst vor wenigen Monaten haben Jeff und MacKenzie Bezos eine gemeinnützige Stiftung namens "Day One Fund" gegründet.

Wie teuer wird die Scheidung?

Eine Rolle könnte spielen, dass der US-Staat Washington, wo die Bezos' zu Hause sind, laut US-Sender CNBC ein "community property state" ist. Das bedeute, dass das gesamte Vermögen, das während der Ehe angehäuft wurde, am Ende durch zwei geteilt werde. Da Amazon etwa ein Jahr nach der Eheschließung gegründet wurde, könnte MacKenzie auf die Hälfte des auf dem Konzern basierenden Vermögens von insgesamt rund 137 Milliarden Dollar pochen, so CNBC. Das hieße, sie hätte Anspruch auf bis zu 66 Milliarden Dollar.

Käme es tatsächlich zu einer solchen Verpflichtung für Jeff Bezos, so müsste dieser vermutlich Amazon-Aktien verkaufen und seinen Anteil am Unternehmen dadurch reduzieren, so CNBC weiter. Es erscheine jedoch wahrscheinlicher, dass MacKenzie das Familienvermögen nicht auf diese Weise auf Spiel setzen, sondern stattdessen lieber weiter in bewährter Weise anwachsen lassen werde.

Die bislang teuerste Scheidung in den USA war laut CNBC jene von Kasino-Mogul Steve Wynn und seiner Gattin Elaine im Jahr 2010, die auf eine Milliarde Dollar geschätzt wurde. Öl-Tycoon Harold Hamm musste 2012 im Zuge seiner Scheidung einen Scheck über 974,8 Millionen Dollar ausstellen, so der Sender.

Anleger an der Börse reagierten offenbar verunsichert auf die Meldung von der Trennung des Paares Bezos. Die Aktien von Amazon rutschten unmittelbar nach Bekanntwerden um rund 1 Prozent ins Minus, fingen sich jedoch wieder und verzeichneten bereits kurze Zeit später einen minimalen Gewinn.



insgesamt 39 Beiträge
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Seite 1
Liudin69 10.01.2019
1. Schnell noch was bei Amazon bestellen...
...der arme Kerl braucht Hilfe. Ohne Quatsch jetzt: Dass dieses Ehepaar so reich geworden ist, sollte eigentlich mal stutzig machen. Geknebelte Mitarbeiter, zerstörte Kleinhändler, Ausbeutung von Lieferanten usw. Das sind die Zutaten eines Erfolgskonzeptes, dessen Niedergang gewiss kein Verlust für die Welt wäre. Ebenso wenig wie diese Scheidung, die hoffentlich jetzt nicht zum redaktionellen Dauerthema wird. Langeweile vorprogrammiert...
TJäger 10.01.2019
2. Das ist ja nicht alleine sein Geld
Es gehört ja jetzt bereits zur Hälfte ihr, da es das gemeinsame Ehevermögen ist, über das beide gleichberechtigt verfügen können. Das wird ihn gar nichts "kosten", lediglich der Name auf dem Depot ändert sich.
Marvin__ 10.01.2019
3. Wenn MacKenzie Bezos eine der ersten Mitarbeiterinnen von Amazon war .
... dürfte sie auch ohne Scheidung beträchtliche Anteile an Amazon halten. Bei amerikanischen Start-Ups ist eine recht großzügige Beteiligung der (ersten) Mitarbeiter durch Aktienoptionen üblich.
manni.baum 10.01.2019
4. die Käufer sind die Verursacher
Zitat von Liudin69...der arme Kerl braucht Hilfe. Ohne Quatsch jetzt: Dass dieses Ehepaar so reich geworden ist, sollte eigentlich mal stutzig machen. Geknebelte Mitarbeiter, zerstörte Kleinhändler, Ausbeutung von Lieferanten usw. Das sind die Zutaten eines Erfolgskonzeptes, dessen Niedergang gewiss kein Verlust für die Welt wäre. Ebenso wenig wie diese Scheidung, die hoffentlich jetzt nicht zum redaktionellen Dauerthema wird. Langeweile vorprogrammiert...
"nichtdenkende Bequemlinge" bescheren Amazon diese Marktmacht und Monopolstellung. Von 100 Produkten kaufe ich maximal 5 bei Amazon, 95 bei anderen günstiger trotz zusätzlichem Porto.
dasfred 10.01.2019
5. Teuer ist relativ
Geschiedene, die nachher nicht mal ein Dach überm Kopf und Schulden haben, werden jetzt wohl vor Mitleid zerfließen, dass dem Ärmsten nur noch 66 Milliarden Dollar bleiben.
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