Neue Vermarktungsstrategie Amazon will Twitter-Nutzer ködern

Ein Tweet - und schon liegt der Einkauf im Warenkorb bei Amazon: So wollen der Internethändler und Twitter künftig beim Online-Shoppen zusammenarbeiten.

Twitter-Logo: Einkaufen per Kurznachricht
REUTERS

Twitter-Logo: Einkaufen per Kurznachricht


San Francisco - Amazon und Twitter wollen gemeinsam Spontankäufer locken. Nutzer sollen Produkte direkt in ihren Warenkorb twittern können. Die beiden Unternehmen arbeiten künftig bei einem neuen Dienst zusammen, berichtete die "Financial Times". Mit einem Hashtag sollen Kunden per Twitter Waren direkt in ihren Amazon-Einkaufskorb legen können. Das Projekt soll in den USA unter dem Namen #amazoncart und in Großbritannien unter #amazonbasket starten.

Konkret soll ein Einkauf so ablaufen: Wenn Twitter-Nutzer bei dem Kurznachrichtendienst auf einen Link zu einem Amazon-Produkt stoßen, können sie auf den Tweet mit dem Hashtag #amazoncart antworten und damit die Ware in den Amazon-Einkaufskorb legen. Bezahlt werden soll später.

In einem YouTube-Video wird der neue Dienst bereits erklärt und angepriesen: "Kein Wechseln mehr zwischen den Apps, keine Passwörter eintippen oder darüber nachgrübeln, was du auf Twitter gesehen hast."

Für Amazon und Twitter ist das Projekt der Versuch, Social Media und Online-Shopping zu verbinden. Twitter dürfte sich vor allem neue Werbekunden erhoffen, die dann über den Nachrichtendienst ihre Produkte an die Nutzer bringen können. Bei Twitter kann man bis zu 140 Zeichen lange Nachrichten absetzen, die auch Links zu Websites, Bildern oder Videos enthalten können.

Einen Lamborghini über Twitter kaufen

Investoren sehen das Geschäftsmodell von Twitter bislang kritisch. Das Unternehmen macht Verlust und blieb zuletzt auch bei der Entwicklung seiner Nutzerzahlen zurück. Diese sind wichtig für Twitter: Von der Reichweite hängt die Attraktivität des Dienstes für Werbekunden ab. Anzeigen sind die größte Einnahmequelle, vor allem auf Smartphones. Twitter kam zuletzt auf 255 Millionen Nutzer im Monat.

Laut "FT" profitiert Twitter zwar nicht unmittelbar davon, wenn Nutzer über den Kurznachrichtendienst bei Amazon Chart zeigen einkaufen, doch das Unternehmen setzt darauf, dass Werbekunden künftig vermehr bei Twitter buchen.

Doch auch für Amazon ist das neue Projekt wichtig. Denn das Online-Kaufhaus gilt Experten bisher als zu wenig offen für soziale Netzwerke. Nun sollen die Kunden Amazon helfen und das Geschäft des Internethändlers ankurbeln, indem sie gekaufte Produkte per Twitter öffentlich machen.

Auf Twitter ist die Diskussion über #amazoncart bereits eröffnet. Der Microsoft-Mitarbeiter Nathan Totten ließ sich gleich zu einem größeren Einkauf inspirieren und twitterte: "Lamborghini Aventador Roadster #AmazonCart".

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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
hansguertler1 06.05.2014
1. optional
Amazon sollte sich mal lieber darauf konzentrieren, dass die versprochen Lieferzeiten eingehalten werden.
Butenkieler 06.05.2014
2. Lieferzeiten von Amazon
sind bei mir ok. Keinerlei Ausstellungen. Mal sehen, wie sich amazon = twitter entwickelt. Eigentlich gebrauche ich nicht twitter zum Einkauf.
Steuerzahler0815 06.05.2014
3.
Auch wenn Amazon eigentlich immer günstig ist, in der Regel sehe ich mir zuerst den Preis an bevor ich etwas kaufe Wie soll das denn auf Twitter möglich sein?
Steffen K. 06.05.2014
4. Letzlich...
Zitat von Butenkielersind bei mir ok. Keinerlei Ausstellungen. Mal sehen, wie sich amazon = twitter entwickelt. Eigentlich gebrauche ich nicht twitter zum Einkauf.
......gehts doch immer nur um den Verkauf. Mir gehen die ständigen neuen Tricks langsam auf den Geist. "Psychologischer Kaufzwang" hieß das früher mal, als es das alte UWG1 noch gab.
Wolffpack 06.05.2014
5.
Zitat von hansguertler1Amazon sollte sich mal lieber darauf konzentrieren, dass die versprochen Lieferzeiten eingehalten werden.
Von Amazons Seite werden sie das eigentlich immer. Rufen sie beim nächsten mal dort an, wenns länger dauert, die machen dann für sie Druck bei Hermes/DHL. Bei denen liegt übrigens auch ihr eigentliches Problem.
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