Vorwurf sexueller Belästigung American Apparel feuert Chef

American Apparel hat seinen Chef Dov Charney aus dem Vorstand geworfen. Gegen den Gründer der Modemarke wird wegen sexueller Belästigung ermittelt - und das nicht zum ersten Mal.

American-Apparel-Chef Charney: Aus dem eigenen Unternehmen geworfen
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American-Apparel-Chef Charney: Aus dem eigenen Unternehmen geworfen


Los Angeles - Schon mehrfach ist der Chef von American Apparel, Dov Charney, Ziel von Klagen wegen sexueller Belästigung gewesen, jetzt zieht das von ihm gegründete Unternehmen Konsequenzen: Ab sofort sei Charney nicht mehr Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, teilte American Apparel mit. Nach einer vertraglich vereinbarten Wartezeit von 30 Tagen werde der 45-Jährige auch als Geschäftsführer und Präsident gefeuert.

Gegen den umstrittenen Gründer der Trendmarke wird derzeit wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung ermittelt und das nicht zum ersten Mal. Schon 2011 hatte eine frühere Angestellte Charney beschuldigt, sie als Sex-Sklavin gehalten zu haben. Er habe ihre Angst ausgenutzt, den Job zu verlieren. In dem Zusammenhang hatte sie auch das Unternehmen und das Topmanagement verklagt, weil sie es unterlassen hätten, Charney zurückzuhalten.

Finanzvorstand John Lutrell wird Charney als Interims-Chef ersetzen, während die Firma nach einem Nachfolger sucht. American Apparel, dessen Vorgängerunternehmen Charney 1989 gegründet hatte, leidet derzeit unter schwachen Verkäufen und enorm hohen Schulden von mehr als 240 Millionen Dollar. Mit dem Wechsel in der Unternehmensführung habe das Management neue Gespräche mit den Gläubigern aufgenommen, teilte American Apparel mit, es geht um die Verlängerung einer Kreditlinie.

"Wir freuen uns nicht darüber", kommentierte die Modefirma den Rauswurf ihres Chefs, "aber der Vorstand hatte das Gefühl, damit das Richtige zu tun". Charney war seit dem Börsengang 2007 an der Spitze von American Apparel. Im vergangenen Jahr verloren die Aktien des Unternehmens mehr als zwei Drittel an Wert.

nck/Reuters



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