American Express Kosten für Kunden-Bonusprogramm explodieren

Mit Geschenken und Hotelbesuchen wollte der Kreditkartenanbieter American Express Kunden locken. Der Plan ging auf - aber anders als gedacht: Durch das Bonusprogramm stiegen die Kosten schneller als die Einnahmen.

American-Express-Karten: Zielgruppe sind wohlhabende Kunden
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American-Express-Karten: Zielgruppe sind wohlhabende Kunden


New York - Beim Kreditkartenanbieter American Express (Amex) laufen die Kosten aus dem Ruder. Die Kunden lösten immer mehr Bonuspunkte ein, die sie für ihre Einkäufe mit der American-Express-Karte bekommen und die sie in kostenlose Flug-Upgrades oder Hotelbesuche tauschen können, sagte Finanzchef Dan Henry.

Die Bonusprogramme, mit denen Amex die Nutzung der Kreditkarten erfolgreich steigerte, ließen die Kosten im ersten Quartal um 19 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar schnellen. Währenddessen stiegen die Einnahmen nur um sieben Prozent auf 7,03 Milliarden Dollar.

Die ansonsten sehr guten Quartalszahlen überraschten jedoch selbst Experten. American Express Chart zeigen verdiente zwischen Januar und März 1,18 Milliarden Dollar, ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Konzernchef Kenneth Chenault sprach von einem Rekordergebnis. Die mit den Karten getätigten Ausgaben seien um 17 Prozent gestiegen, sagte er. Das Geschäft des Konkurrenten von Visa und MasterCard entwickle sich so gesund wie vor der Wirtschaftskrise.

Amex konzentriert sich zunehmend auf wohlhabende Kunden, die ihre Abrechnungen pünktlich einmal im Monat begleichen - wie es etwa in Deutschland bei Kreditkarten üblich ist, nicht aber in den USA. Auch im Heimatland USA hat sich die Zahlungsmoral jedoch deutlich verbessert, seitdem die Firmen wieder Aufträge haben und die Arbeitslosigkeit zurückgeht: American Express musste statt 687 Millionen Dollar vor einem Jahr jetzt nur noch 47 Millionen Dollar für Ausfälle zurücklegen. Weltweit sanken die Rückstellungen von 943 Millionen auf 97 Millionen Dollar.

"Die Kreditqualität und die abgerechneten Einnahmen gehörten zum Besten, die wir je gesehen haben", sagte Chenault. Aber diese Klientel ist anspruchsvoll - und muss angesichts des harten Wettbewerbs mit Geschenken gelockt werden. Um die Kosten der Bonusprogramme zu senken, sollen laut dem Konzernchef die Ausgaben zum Jahresende wieder gedrosselt werden.

lgr/Reuters/dpa



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