Anbang China stützt Versicherungsriesen mit acht Milliarden Euro

Betrugsvorwürfe gegen den Ex-Chef haben den chinesischen Versicherer Anbang in Bedrängnis gebracht. Nun bekommt der Konzern eine staatliche Finanzspritze von umgerechnet acht Milliarden Euro.

Zentrale von Anbang in Peking
REUTERS

Zentrale von Anbang in Peking


Mit einer milliardenschweren Zahlung unterstützt China die Rettung des Versicherungskonzerns Anbang. Ein staatlicher Fonds werde dem Unternehmen 60,8 Milliarden Yuan (umgerechnet 7,8 Milliarden Euro) zufließen lassen, teilte Anbang mit. Das Geld diene dazu, die "Stabilität" der Geschäfte zu gewährleisten. Gleichzeitig sollen neue private Investoren gesucht werden.

Der drittgrößte chinesische Versicherungskonzern war Ende Februar für zunächst ein Jahr unter staatliche Kontrolle gestellt worden. Die Führung in Peking stellte aber bereits klar, dass sie wenn nötig verlängert werde. Anbang soll demnach aber nicht verstaatlicht werden. Der Konzern erklärte nun, er werde in naher Zukunft "strategische Aktionäre" auswählen, um eine Umstrukturierung seines Kapitals vorzunehmen. Dabei werde es sich vor allem um private Investoren handeln.

Gegen den ehemaligen Chef des Versicherungskonzerns, Wu Xiaohui, wird wegen Betrugs ermittelt. Der 51-Jährige hat inzwischen unter anderem Unterschlagung sowie illegale Kapitalbeschaffung gestanden. In der vergangenen Woche hat in Shanghai der Prozess gegen ihn begonnen.

Kauf des Waldorf Astoria machte Anbang bekannt

Wu war mit dem Unternehmen ab 2014 im Ausland auf große Einkaufstour gegangen und hatte rund 12,2 Milliarden Euro für Übernahmen ausgegeben. International bekannt wurde Anbang 2014 durch den Erwerb des berühmten Hotels Waldorf Astoria in New York. Dafür zahlte der Konzern 1,9 Milliarden Dollar.

China hat zuletzt den Kampf gegen Korruption und übermäßig verschuldete Unternehmen verschärft. Die Führung sorgt sich um die Finanzstabilität. An Anbang erging bereits im vergangenen Sommer die Aufforderung, sich von seinen teuren Auslandsinvestitionen zu trennen. Die Aufseher werfen dem Unternehmen vor, Gesetze und Vorschriften missachtet und damit die Zahlungsfähigkeit ernsthaft gefährdet zu haben.

Der Konzern wurde 2004 in der ostchinesischen Stadt Ningbo als Autoversicherer gegründet und entwickelte sich in wenigen Jahren vom einfachen Immobilienversicherer zu einem Finanzkoloss. Anbang geriet wegen seiner undurchsichtigen Finanzen und Struktur in die Kritik.

mmq/dpa/Reuters/AFP



insgesamt 6 Beiträge
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MisterD 04.04.2018
1. Irgendwann...
wird China kein Geld mehr haben, um die heimische Wirtschaft mit Subventionen zu peppeln. Dann platzt die Blase, welche im Reich der Mitte seit fast 30 Jahren aufgeblasen wird. Und dann Gnade uns Gott, denn gegen die Wirtschaftskrise, die dann los bricht, waren die bisherigen Krisen nur sanfte Brisen...
Circular 04.04.2018
2. Das wird jedoch in erster Linie
Zitat von MisterDwird China kein Geld mehr haben, um die heimische Wirtschaft mit Subventionen zu peppeln. Dann platzt die Blase, welche im Reich der Mitte seit fast 30 Jahren aufgeblasen wird. Und dann Gnade uns Gott, denn gegen die Wirtschaftskrise, die dann los bricht, waren die bisherigen Krisen nur sanfte Brisen...
die ausländischen Investoren tangieren, die dan keine Erlaubnis erhalten, ihr Kapital außer Landes zu bringen..
Kurt2.1 04.04.2018
3. .
In Kürze gibt es sicher wieder Bilder von irgendwelchen korrupten Versicherungsmanagern, die auf einer cheninesischen Anklagebank sitzen. Wie ich solche Bilder hier in Deutschland vermisse!!
jowitt 04.04.2018
4. @ Kurt2.1 heute, 15:10 Uhr
Zitat von Kurt2.1In Kürze gibt es sicher wieder Bilder von irgendwelchen korrupten Versicherungsmanagern, die auf einer cheninesischen Anklagebank sitzen. Wie ich solche Bilder hier in Deutschland vermisse!!
Das mag wohl daran liegen, das a) die Korruption in China ungleich größer ist und b) Deutschland im Gegensatz zu China ein Rechtsstaat ist. und c) In Deutschland niemand zum Schein der Korruption angeklagt ist, der eine abweichende politische Meinung vertritt.
MiniDragon 04.04.2018
5. Wenn die US- Regierung
G.W Bush und sein Finanzminister Henry Paulson die Lehman Brothers Bank unterstützt hätten, wäre der Welt die Finanzkrise, unter der sie heute nach 10 Jahren noch immer leidet, und der wir letztendlich auch den genialen Donald Trump im Weißen Haus verdanken, erspart geblieben .
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