Streit um Android Kartellwächter erhöhen Druck auf Google

Hat Google die Marktmacht seines Smartphone-Systems missbraucht? Berichten zufolge will die EU-Kommission ihr Kartellverfahren gegen den IT-Riesen auf die Plattform Android ausweiten.

Android-Maskottchen in Mountain View, Kalifornien
DPA

Android-Maskottchen in Mountain View, Kalifornien


Die EU-Kommission bereitet offenbar eine Ausweitung des Wettbewerbsverfahrens gegen Google vor. Nach Angaben der "Financial Times" könnte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager die Vorwürfe gegen Google im Zusammenhang mit dem Smartphone-System Android bereits kommenden Mittwoch öffentlich machen. Es könne aber auch noch etwas länger dauern.

Die EU-Behörde habe Google-Kritikern zudem eine Frist von 24 Stunden gestellt, um eventuelle Geschäftsgeheimnisse aus ihren Stellungnahmen zur Wettbewerbslage in dem Markt zu entfernen, berichtete der Finanzdienst Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen. Ein Sprecher der EU-Kommission wollte am Freitag nicht zu den Berichten Stellung nehmen.

Android ist das weltweit dominierende Betriebssystem für Smartphones. Es hat laut Analysten einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent bei den verkauften Smartphones.

Ermittlungen laufen seit einem Jahr

Die Kommission hatte bereits vor einem Jahr erste Ermittlungen zur Wettbewerbssituation bei Android eingeleitet. Einige Unternehmen werfen Google vor, eine marktbeherrschende Position zu missbrauchen, indem der Konzern eigene Dienste prominent auf den Geräten platziere.

In Europa werden die weitaus meisten Android-Geräte mit vorinstallierten Google-Diensten verkauft. Das Betriebssystem ist offen und kostenlos, wird aber bei Google entwickelt. Wenn ein Hersteller Google-Dienste auf seinen Android-Geräten anbieten will, muss er eine Lizenzvereinbarung mit dem Konzern abschließen.

Die EU-Kommission ging in ihrem Wettbewerbsverfahren gegen Google bisher vor allem gegen die Situation bei der Shopping-Suche vor. Hier wird dem Konzern vorgeworfen, Suchergebnisse von Wettbewerbern zu Gunsten eigener Dienste zu benachteiligen. Google weist die Vorwürfe zurück.

ssu/dpa-AFX



insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
vhn 15.04.2016
1. Sehr gut
Es kann nicht sein, dass man einige Google Dienste von seinem Android System überhaupt nicht löschen kann...
blob123y 15.04.2016
2. Google ist ein ruecksichtsloser Monopolist
der die "intellectual Properties" der Leute die diese dieser Firma trauen klaut. Wie geht das? Vor etwa einen Monat verschwanden tausende Websites von deren Hostdienst Blogger. Es gab im Forum eine kurze Notiz das ein Pishingattacke am laufen sei und seitdem nur mehr belangloses, nichtsagendes Gebloeck. Alles verschwand ein paar Tage spaeter gab es einen Hinweis das in den Webseiten Spam war. Diese Seiten waren aber in der Regel schon jahrelang Aktiv also warum nicht Spam in 2013 aber Spam in 2016? Den virtuellen "Vogel" schoss jedoch ein weiterer Hinweis ab... man moege doch das Problem beheben und dann "appeal" machen. Es wurde jedoch nicht gesagt welches Problem und da die Website nicht mehr zugaenglich ist kann man auch nichts beheben und so geht es andauernd mit denen. Die weigern sich auch wenigstens den Content herauszugeben um den zu generieren stecken da jahrelange Arbeit drin, das ist Diebstahl aber es gibt keine Anlaufstation bei denen die irgendeine Auskunft gibt. Die erinnen mich fatal an "Das Schloss" von Kafka der eine derartige Situation schon in der K&K Monarchie beschrieb. Warum? Die haben ihre Software nicht mehr im Griff und keiner weiss was da eigentlich geschieht. Da muessen die Behoerden rein um diesen finsteren Datenmoloch in die "Reihe" zu bringen. Es betrifft hier zehntausende von Usern, das ist kein kleines Wischi-Waschi.
MartinHa 15.04.2016
3. Android ist Open Source
Android ist immer noch Open Source. Amazon nimmt Android und nennt es FireOS, ohne jegliche Google Apps. Cyanogenmod macht das gleiche. Klar, die Google-Apps sind nicht Open Source, aber ist das ein Problem? Auf iOS sind die Google-Apps genauso verfügbar. Ich vermute eher einen politischen Hintergrund, und/oder vielleicht hat Microsoft seine Lobbyisten tätig werden lassen.
criticalsitizen 15.04.2016
4. Rechstfreier und steuerbefreiter Raum E-Kommerz
statt zaghaft mit wohl aus deren Portokasse zahlbaren Sträfchen populistisch gegen einen der Quasi-Monopole "mit Papierkugeln schiessend" vorzugehen hilft nur radikal bestehende Gesetze anzuwenden oder die Verfassung zu bemühen. Weshalb ist z.B. Einbruch mit Brechstange überhaupt strafbar, ist es doch im E-Kommerznetz digital längst erlaubt bzw. geduldet und erwünscht? So dürfen Daten gestohlen werden, legal und geduldet. Recht gebrochen wird im E-Kommerz ständig, aber stattdessen wird es als "Innovativ" oder gut für die Gsellschaft gehulidgt, wenn z.B ein Werbeanbieter steuer- und gesetzesbefreit Milliarden von Menschen quasi fernsteuert und manipuliert. Statt Bildung lieber Armut und Unfreiheit: "Breitband für Alle", "Digitale Agenda".
unimatrix 15.04.2016
5. optimal optional
@3: Android ist ausserhalb jeder Konkurrenz für MS, im mobilen Bereich. Außerdem gehen Google und MS gerade so schön Hand in Hand beim Thema AngularJS und Typescript. Ne, die haben sich grad beide halbwegs lieb. Mal die letzte Build und ihre Vorstellungen gesehen? Ohne Ballmer lüpts. Sogar kreativ (für MS), wie die native BASH in Win10 zeigen wird ^^ Bei Google helfen langsam nur noch Cyanogen und Co. Das ist wahr. Auf der anderen Seite will auch Gratisware erst produziert sein. Also irgendwie muss ja Google verdienen.
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