Plauderstunde vor Gericht Oracle war scharf auf Palm und RIM

Google gegen Oracle: Im Prozess um das Betriebssystem Android kommen bisher unbekannte Firmeninterna ans Licht. So plauderte Oracle-Konzernchef Larry Ellison von seinen einstigen Plänen, Blackberry-Anbieter RIM und den Smartphone-Pionier Palm zu übernehmen.

Oracle-Chef Larry Ellison: Er wollte Palm übernehmen
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Oracle-Chef Larry Ellison: Er wollte Palm übernehmen


San Francisco - Larry Ellison muss nicht gerade aufs Geld achten. Der Gründer und Chef des US-Softwareriesen Oracle hat ein geschätztes Privatvermögen von 39,5 Milliarden US-Dollar und belegt regelmäßig einen der vorderen Plätze auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt. Aber auch einem Multimilliardär kann etwas zu teuer sein - in diesem Fall die Firmen RIM und Palm.

Im Patentstreit mit Google gab der schillernde Oracle-Konzernchef im Zeugenstand preis, dass er einst erwogen habe, den Blackberry-Hersteller RIM und den Smartphone-Anbieter Palm zu übernehmen. Mit dem Einkauf wollte Ellison Oracle fit für den Mobilfunkmarkt machen. Doch die Preisvorstellungen der Unternehmen hatten Konzernchef Ellison missfallen - er entschied sich gegen die Übernahme.

Damit bewies Ellison den richtigen Riecher: Palm und RIM hatten beide keine besonders glückliche Zukunft. Palm wurde im Frühjahr 2010 für 1,2 Milliarden Dollar von Hewlett-Packard (HP) gekauft. Die unter HP-Regie herausgebrachten Palm-Geräte hatten jedoch wenig Erfolg. Im vergangenen Sommer stoppte der damalige deutsche HP-Chef Léo Apotheker die Produktion von Smartphones und Tablets mit der Palm-Software WebOS. Diese soll nun als offene Plattform weiterentwickelt werden.

Der Smartphone-Hersteller RIM kämpft derweil mit massiven Absatzproblemen. Die Konkurrenz von Apples iPhone und den Android-Handys setzt den Hersteller unter Druck. Der neue deutsche Chef Thorsten Heins prüft verschiedene Optionen für die Zukunft - vielleicht könnte also Ellison RIM doch noch bekommen.

Zunächst einmal gilt es aber, sich auf den Patentstreit mit Google zu konzentrieren. Dabei geht es um den Vorwurf Oracles, dass Google sich bewusst fremder Technologie bedient habe. Insgesamt sieben Patentrechte von Oracle würde Googles Betriebssystem Android verletzen. Der Schaden für Oracle, liege bei mehr als sechs Milliarden Dollar.

Android basiert auf der von der Firma Sun Microsystems entwickelten, offenen und kostenlosen Programmiersprache Java. Diese aber gehört seit der milliardenschweren Sun-Übernahme im Jahr 2010 Oracle. Seitdem fordert der Technologiekonzern Schadensersatz von Google.

cla/dpa



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